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Unsere China Reise vom 24.04. bis 09.05.2002


 VI

Drei Schluchten Staudamm ~ Three gorges dam



 click, für großes Bild in neuem Fenster Das Tor zur dritten und letzten Schlucht des Yangtse: Es ist die lange Xiling Schlucht, die jedoch zwei Teile hat, nämlich den westlichen und den östlichen Bereich. Dazwischen wird der neue, gewaltige Drei-Schluchten-Staudamm gebaut. Weshalb die beiden landschaftlich klar abgegrenzten Teile nicht eigenständige Schluchten sein sollen, ist mir jedoch unklar geblieben. Die ganze Schlucht hat somit 75 km Länge, wovon aber ca. 31 km ein recht breites Flussbett einnehmen. Die engste Stelle beträgt ca. 100 m. Am Damm bei der Ortschaft Sandouping werden wir für die Nacht Station machen, denn wir wollen natürlich die größte Baustelle der Welt auch besichtigen, zumal der Damm in der ganzen Welt für heftige Aufregung sorgt.

 click, für großes Bild in neuem Fenster Ein einsames, verwunschenes Haus im Nebelwald des Yangtze. Auch wenn es noch so idyllisch liegt, auf unserem Schiff 'Yangtse Paradies' fühle ich mich doch wesentlich wohler, zumal bei Wein und Bier und den stets gut gelungenen Abendveranstaltungen an Bord. Auch habe ich in unserer Kajüte zu keiner Zeit mysteriöses Poltern oder Klopfen bemerkt, was in diesem Haus sicherlich nicht auszuschließen ist. -- Unser erfahrener Kapitän Lee hat es tatsächlich geschafft; die drei Yangtze Schluchten liegen hinter uns. Wohlbehalten hat er die ihm Schutzbefohlenen an allen Untiefen, verborgenen Felsen, Dämonen, Geistern und Drachen vorbei geschleust, ohne dass nur einem Einzigen ein Häarchen gekrümmt worden wäre.

 bitte klicken Ein wirklich feiner Mann, der nicht nur seinen Yangtze kennt, sondern es auch versteht, Gaumenfreuden und den Anblick hübscher Frauen zu genießen. Sogar zwei Mal lud er zu seinem Dinner ein und zudem noch auf seine Brücke. Es hat mir gefallen: Auf der Brücke, weil ich erstmalig Blick nach vorne hatte, ohne die dusslige, verrostete Stange gleichzeitig am Bug sehen zu müssen. An seiner drehbaren Glasplatte (beim Abschiedsdinner wurden Gabi und ich - neben 3 weiteren Paaren - zu ihm gebeten) weil ich zwei wichtige chinesische Vokabeln lernen durfte, wovon ich leider eine aber wieder vergessen habe. Die Wichtigere jedoch, nämlich 'Ka Bee' oder zu deutsch 'ex = austrinken' habe ich mir merken können, da sie auch meist benutzt wurde. Das vergessene Wort bedeutet dagegen 'nur annippen'. Schon bei der vorausgehenden Einweisung mit einer Flasche guten chinesischen Weins wurden diese Worte vom Reiseleiter gelehrt und uns nahe gelegt, dem Kommando des Kapitäns immer zu folgen.
Eine ältere, folgsame Dame unserer Glasplatte hatte allerdings ihre großen Schwierigkeiten mit den beiden Vokabeln und verwechselte sie dauernd, bis sie sich endlich dazu durchrang, schlicht und einfach bei 'Ka Bee' zu bleiben. Damit lag sie nun meist richtig. Von dem Gejammer der guten Frau am nächsten Tag möchte ich hier aber nicht weiter berichten.

 bitte klicken Der gewaltige Drei Schluchten Staudamm (chinesisch Sanxia ) ist erreicht. 1992 wurde der Bau beschlossen und hier wegen seines granitenen Untergrundes und der Möglichkeit, eine Insel in das Bauwerk einzubeziehen, gebaut. Der Staudamm hat eine Länge von 2.309 m und eine Höhe von etwa 185 m. In der Flussmitte befindet sich der Hochwasser-Ableitungskanal. 26 große Turbinen werden zur Erzeugung von Strom eingesetzt. 2 x 5 -stufige Schleusen für einen Gesamthöhenunterschied von 113 m kommen noch hinzu sowie ein Schiffs-Hebewerk. Das Baukonsortium ist übrigens international, u.a. mit Krupp und Siemens. Ab 2003 wird der Wasserstand bereits angehoben. - Von der Insel aus, können wir das ganze Bauwerk bestens überblicken.
Bei der Beurteilung des Drei-Schluchten-Staudamms wird hierzulande gerne unterschlagen, dass durch diesen Damm nun die Flutkatastrophen am Unterlauf des Yangtsekiang verhindert werden können, die seit jeher viele Tausende von Menschenleben gefordert haben. Die Überlegung der Chinesen: Es sei besser, Bewohner am Oberlauf des Flusses höher bzw. umzusiedeln, als die Toten am Unterlauf weiterhin in Kauf zu nehmen. Für mich jedenfalls sehr vernünftig

 bitte klicken Nur circa 40 km stromab vom neuen Drei-Schluchten-Staudamm existiert bereits seit 1988 einer der größten Staudämme der Welt. Er nennt sich Gezhouba Staudamm (auch Gezhou Ba) und liegt bei der Stadt Yichang, einem wichtigen Umschlagplatz am Jangtse. Der Damm ist rund 2.600 m lang und 30 m breit. Eine mächtige Schleuse überwindet den Höhenunterschied von 25 m Wasserstand. Wie auf dem Bild zu sehen, können 2 unserer großen und 4 kleinere Schiffe die Schleuse gleichzeitig für die Passage benutzen. Unser exaktes Einfahren in die Schleuse war wirklich erlebenswert. Noch ist dieses Bauwerk größter Energielieferant Chinas. Mit diesem Damm sollten und wurden auch Erfahrungen für den zu bauenden neuen Riesendamm gesammelt.

 bitte klicken Die Schluchten liegen hinter uns. Der Yangtse kann sich jetzt breit machen, was er nach dem Gezhouba Staudamm auch ausgiebig tut. Das Land ist flach hier und so wird es im Wesentlichen auch bis nach Shanghai bleiben. Nur die Dämme an beiden Seiten, die den Jangtze meist bändigen können, werden uns über viele Hunderte von Kilometern den Fluss hinab begleiten.

 bitte klicken In Shashi hat unser Schiff angelegt und wir Reisenden haben etwas Zeit, um auszuschwärmen. Die kleinen Buden und Stände freuen sich darüber, zumal dann, wenn man die Kamera zückt. Für mich war übrigens eine völlig neue Erkenntnis, dass die meisten Geschäfte in China - gleich welcher Art und Größe - heute in privater Hand sind. Das gilt auch für den Großteil der Autos, die die oft mehrspurigen Straßen überall verstopfen. Und es sind keine alten Mören, sondern Wagen neuer Bauart von internationalen Firmen, jedoch alle in China hergestellt. Ebenfalls war für mich neu, dass bereits viele chinesische Familien in Eigentumswohnungen leben und massenhaft Neue gebaut werden, oder zum Kauf stehen. Kapitalismus wird also in China durchaus gelebt und ist absolut kein verteufeltes Fremdwort. Auch hatte ich nirgends den Eindruck von Unterdrückung oder Knechtung und Unterwürfigkeit der Bevölkerung. Mein bisheriges Bild von China hat sich durch diese Reise total verändert.

 bitte klicken Blick von der Stadtmauer über Jingzhou, das nahe der Industriestadt Shashi liegt. In der 'Zeit der drei Reiche' in China, dem 3. Jahrhundert n.Chr., spielte Jingzhou eine bedeutende Rolle. Interessant ist neben der Stadtmauer auch ein Museum mit Fundstücken aus der Bronzezeit und einer Mumie von vor über 2000 Jahren. Es ist ein Mann, der nunmehr in einem mit Spiritus gefüllten Glassarg liegt und aus der drüber liegenden Etage betrachtet werden kann. Es hat mich innerlich doch sehr berührt, diesen ausgezeichet erhalten menschlichen Körper und insbesondere das Gesicht zu sehen und sich dabei bewußt zu sein, dass exakt dieser Mann vor so langer Zeit tatsächlich gelebt hat.

 bitte klicken In China spielen geschichtlich die Dynastien eine entscheidende Rolle. Diese beginnen mit der Zhou-Dynastie vom 12. - 3. Jh. v.Chr. Im 3. Jh. wird das Reich unter den Qin (221 - 207) erstmalig geeinigt. Die Han-Dynastie währte von 206 v. Chr. bis 220 n.Chr., dem Zerfall Chinas und damit begann die 'Zeit der Drei Reiche'. Wieder vereint durch die Sui-Dynastie bis 618 n.Chr. folgte die Tang-Dynastie ( 618 - 907) und darauf die Song-Dynastie (960 - 1279). Nach der Mongolenherrschaft unter Dschingis Khan und Kubilai Khan folgte nunmehr die Mingh-Dynastie (1368 - 1644), die dann durch die Dynastie der Qing (1644 - 1911) abgelöst wurde. Deren letzter, noch junger Kaiser wurde -vom Film bekannt- 1911 zur Abdankung gezwungen.

 bitte klicken In der Millionenstadt Wuhan, der Hauptstadt der Provinz Hubei. Leider auch hier wieder kräftiger Regen am Guiyuan-Tempel. Stimmungsvoll ist der Anblick aber schon und reichlich Touristen wandern herum. Die große Glocke auf dem Bild kann für ein paar Yuan (die Währung in China) mit einem hängenden Holzbalken zum Tönen gebracht werden. Der weithin hörbare dumpfe Ton erschallt denn auch des öftern, verheißt er doch 'Ein langes Leben'. In dieser Stadt hielt sich auch Mao häufig auf und hat hier sein legendär gewordenes Bad im Yangtse genommen. Eine spätabendliche Wanderung in die Altstadt ist mir noch in Erinnerung geblieben; das gesellige Biertrinken von uns Langnasen war die Attraktion der Straße. In einer weiteren, engen Straße ratterten in jedem Haus duzende gleichgeschalteter und computergesteuerter Nähmaschinen durch die Nacht.

 bitte klicken Impression aus Wuhan. Die Oma hält ihr schlafendes Enkelkind fest in den Armen.

Für die Chinesen muß es schwer gewesen sein, vom früheren, selbstverständlichen Kinderreichtum Abschied nehmen zu müssen. Das Regime hat es tatsächlich durchsetzen können, dass die chinesischen Familien - die Minderheiten sind hiervon gesetzlich ausgenommen - nur noch ein Kind haben. Erreicht wird dies im Wesentlichen dadurch, dass ein zweites Kind für die Familie - künstlich gesteuert - einfach zu teuer wird, man es sich nicht mehr leisten kann. Das erste Kind wird vom Staat finanziell stark gefördert, beim zweiten dagegen wird kassiert. - Was mittlerweile allerdings etwas Sorge bereitet ist der Umstand, dass das Einzelkind von der gesamten Großfamilie jetzt natürlich besonders verhätschelt und vertätschelt wird, die Kinder wie die Püppchen rumlaufen, verzogen werden und eben alle als Einzelkinder, ohne die Auseinandersetzung mit Geschwistern, aufwachsen. Oft werden sie zudem von den Großeltern erzogen, da vielfach beide Eltern arbeiten (müssen).

 bitte klicken Auch dieses kleine Mädchen wächst in der Familie als Einzelkind auf und wie man sieht, es geht ihr sicherlich gut. Denn hungern braucht in China niemand mehr. Bettler haben wir so gut wie keine gesehen. Eine stolze Leistung wenn man vergleichbare Länder wie z.B. Indien etc. kennt. Schlitzohren gibt es allerdings auch hier. Irgendwo wurde mir nämlich ein falscher Yuan-Geldschein angedreht. Auf den Straßen braucht man aber keine Angst zu haben, denn selbst in Großstädten ist die Schwerkriminalität recht gering. Wir fühlten uns zu keiner Zeit unsicher oder gefährdet, egal wo wir herum streunten.
Ein Eintrag in unserem Gästebuch widerspricht meinem Eindruck über mangelnden Hunger in China. Auf dem Land soll es danach immer noch Hungersnot geben. Ich verweise auf die Einträge Nr. 71 und Nr. 72 im Gästebuch.

 bitte klicken Immer breiter wird der Jangtsekiang, je weiter wir ihn hinabfahren. Es sind schon mehrere Kilometer, die die Ufer trennen. Und dennoch tauchen im Dunst immer wieder Brücken auf, die diesen enorm breiten Flusslauf überspannen. Es sind gewaltige Konstruktionen und der Stolz der Chinesen, zumal sie ohne jedwede Hilfe des Auslandes erstellt wurden. Fanzinierend sind aber auch die Deichbauten. An vielen Stellen wird daran gearbeitet. Man hat den Eindruck, dass sie - im Hinblick auf die künftige Fertigstellung des Drei Schluchten Staudamms - ebenfalls völlig neu errichtet werden. Denn nunmehr wird der Fluss ja wesentlich besser kalkulierbar, da in den Hochwasserzeiten die Wassermassen dosierbar sind.

Fortsetzung: Kaiserkanal - Shanghai


 



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