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Unsere China Reise vom 24.04. bis 09.05.2002


 V

Wu Xia und Xiling Schluchten



 click, für großes Bild in neuem Fenster Ein bitteres Bild bieten die Dörfer und Städte, die zu tief liegen und ab dem Jahr 2003 überflutet werden. Die Häuser und sonstigen Bauten werden hier nicht nur verlassen, sondern zur Gänze abgetragen. Jeder Ziegel wird vom Mörtel befreit und an anderer Stelle wieder verwertet. Es muß für die Bewohner aber schon schlimm sein, das eigene Heim Stein für Stein abzuschlagen und so das persönliche Umfeld und die eigene Vergangenheit an dieser gewohnten Stelle zu vernichten. Auf dem Photo eine Stadt, die für mich namenlos geblieben ist, deren Anblick und Trostlosigkeit mich aber auf der Vorbeifahrt tief bewegt hat. Lange habe ich zurück geblickt.

 click, für großes Bild in neuem Fenster Am Ende der Qutang Schlucht und vor dem Eingang zur Wu oder Wu Xia Schlucht (zu deutsch: Hexenschlucht) liegt die Ortschaft Wushan. Sie soll die Heimat des legendären Großen Yu gewesen sein, der nach der Überlieferung das alljährliche Hochwasser bezähmt und vor tausenden von Jahrern die Drei Großen Schluchten geschaffen hat. Hier mündet auch der Nebenfluss Daning, der durch die Drei Kleinen Schluchten rauscht, in den Yangtzekiang. Man sagt, wer die Drei Kleinen Schluchten gesehen hat, braucht keine anderen Schluchten mehr zu sehen, da sie unvergleichlich schöner seien. Wir wollen es jetzt genau wissen. Ein Umstieg in kleine Speedboote ist dafür aber notwendig. - Halb rechts in der Mitte des Bildes sind am Steilhang übrigens zwei der weißen Markierungen zu sehen, die den künftigen Pegel von 135 m bzw. 175 m anzeigen. Die Brücke wird die Flutung folglich nicht überleben.

 bitte klicken In einer der Drei Kleinen Schluchten, die alle wirklich begeisternd sind. Sie liegen eine hinter der anderen und machen eine Gesamtlänge von ca. 60 km aus. Nur bei niederem Wasser können sie befahren werden, da ansonsten die Strömung zu stark ist. Auch unsere Boote mit kräftigem Motor haben noch erhebliche Probleme an einigen Stellen. Aussteigen brauchen wir - im Gegensatz zu manch anderen Booten - jedoch nicht. Auch hier gibt es (wie in der Qutang Schlucht) selbst auf den höchsten Höhen in den steilen Fels eingebrachte Särge der frühen Bewohner. Mit bloßem Auge sind manche sogar zu sehen.

 bitte klicken Im unteren Schluchtenbereich sind zudem immer wieder Affen zu entdecken, die ihr lustiges Spiel treiben. Die drei kleinen Schluchten des Daning werden alsbald so hoch und eng, dass Fotografieren unmöglich wird. In Erinnerung bleibt ein wirklich grandioses Erlebnis. Weit fahren wir die Schluchten mit stattlicher Geschwindigkeit hinauf. Ab und zu gibt es auch kleinere Wettrennen zwischen den Booten. An einer Sandbank wird schließlich angelegt und Pause gemacht, bevor die Rückfahrt angetreten wird. Viel zu schnell liegen die drei Schluchten des Daning wieder hinter uns und das Land wird offener und bewohnter. An einigen Stromschnellen müssen wir noch vorbei. Unser Boot schafft es problemlos, zwei andere laufen auf, drehen sich, können aber wieder flott gemacht werden. Gefährlich erscheint die Durchfahrt aber nicht.

 bitte klicken Auf den Tourismus hat sich die Bevölkerung an allen Sehenswürdigkeiten bereits eingestellt. Selbst hier in den 3 Kleinen Schluchten steht ein Stand neben dem anderen von der Anlegestelle der Schiffe bis hoch in das winzige Dörfchen. Es ist meist Vieles zu bekommen, von Batterien über Seide, Obst und Handarbeiten ist eigentlich alles dabei. Allzu aufdringlich sind die Verkäufer aber (noch) nicht. Wirklich lästig waren sie auf der Reise nur an den Highlights, der Chinesischen Mauer und bei der Terrakotta Armee. - Übrigens ist es für mich nur noch eine Frage der Zeit, bis der chinesische Tourismus, der im eigenen Land schon boomt, auch die Welt erobern wird. Denn die Chinesen sind ganz offenbar ein besonders reiselustiges und interessiertes Volk.

 bitte klicken Unser nobles Schiff 'Yangtse Paradies' fährt in die zweite Große Schlucht des Yangtse Kiang, die Wu Xia oder zu deutsch, die Hexenschlucht ein. Sie hat eine Länge von 44 km und ist nach dem Wushan (Berg Wu) und seinen 12 Gipfeln benannt. Es wird für mich die aufregendste und eindrucksvollste Schlucht. Die immer noch höher aufragenden Felswände und bis in den Himmel strebenden Spitzen der Berge ergeben eine Kulisse, die man wirklich nicht vergessen kann. Die zwölf Gipfel des Wushan liegen beiderseits des Yangtze und - wie es nicht anders in dieser geheimnisvollen Welt sein kann - auf jedem der Gipfel wohnt nach der festen Überzeugung der hiesigen Bewohner, denn auch die Seele einer zauberhaften Fee.

 bitte klicken Alle Teilbereiche dieser Schluchten oder auch einzelne, groteske Felsbrocken tragen ihren eigenen, phantasievollen Namen. So gibt es etwa die Schlucht der Silbernen Rüstung, des Goldenen Helms, den Tropfenden Smaragd, die Eisensargschlucht, das Drachentor, das 'Nashorn, das den Mond anstarrt', die 'Stelle des mit dem Kopf nach unten hängenden Mönches', Schlucht der Ochsenleber oder auch Schlucht der Pferdelunge, etc, etc. Natürlich gibt es zudem reichlich Erzählungen und Legenden von hier hausenden Geistern und Dämonen, die ihr schreckliches Unwesen mit den vorbei kommenden Schiffern treiben und auf allerlei Weise besänftigt werden müssen; Gott sei Dank stehen aber auch ausreichend gute, hilfreiche Wesen, wie Feen, Elfen, Prinzessinnen, Ritter und Prinzen zur Verfügung, die in der Not angerufen werden können und alsbald mit ihrer überirdischen Macht und Kraft diese Bösewichte des Yangtze Kiang (meist) vertreiben.

 bitte klicken Auch in dieser, manchmal an norwegische Fjorde erinnernde Wu Xia Schlucht können noch die Überreste einer Stegstrecke von ehemals 30 km Länge entdeckt werden. - Zum Mittagessen werden wir inmitten dieser phantastischen Umgebung gerufen. Man will es nicht glauben, alle gehen tatsächlich zum Glasplattendrehen und ich verbleibe als einziger auf Deck, um diese vorbeiziehende Zauberwelt zu genießen.
Erst Nahe dem Ende der Schlucht gehe auch ich nach unten, um verbliebene leckere, kleine Häppchen auf der Glasplatte zu mir zu drehen. Auch an Reis mangelt es nicht, denn diese Zutat wird in China meist erst sehr spät serviert; ist es doch ein Zeichen dafür, dass man Köstlicheres zum Sattmachen im Hause zu bieten hat. Für mich allerdings schwierig, mit den so winzigen Tellerchen umzugehen, ohne die Hälfte des Kleingeschnippelten auf dem schmalen Essbereich zwischen Glas- und Tischplatte landen zu lassen. Als weitere Problematik kommen noch die Essstäbchen hinzu, an die ich mich einfach nicht gewöhnen kann. Manchmal klapp's ganz gut, beim nächsten Essen wieder überhaupt nicht; eine Gabel muß dann her. Andere in der Essrunde haben - für mich erstaunlich - dagegen keinerlei Probleme. Bekleckert ist allerdings jeder Essplatz, was in China aber kein Problem darstellt.

 bitte klicken Als weiteres ernstes Essproblem ergab sich für mich, wohin mit etwaigen Essresten wie Hühnerhaut, Fettstücken, Knöchelchen, die man erst beim Kauen erwischt etc. Denn dafür ist offenbar nichts vorgesehen. Ich jedenfalls hab diese Sachen, möglichst versteckt, dem Mund entnommen und deponiert, bis endlich ein Tellerchen auf der Glasplatte frei wurde. Allerdings hatte ich dann noch ein Geschirrstück mehr auf meinem schmalen Essbereich. Um diese Enge vor mir zu beseitigen hat doch meine freche Tischnachbarin einmal so ein Tellerchen auf die Glasplatte gestellt, wo es auch umgehend - ohne dass ich es noch verhindern konnte - weiter gedreht und ein Appetitshäppchen daraus von zwei Essstäbchen erfasst wurde. Selbige Essstäbchen griffen dann - zu meinem Leid und zur großen Freude meiner Nachbarin - nochmals und nochmals zu. - Die Tischrunde wollte natürlich immer wieder den Grund in Erfahrung bringen, weshalb wir Beiden mit hochrotem Kopf, Tränen in den Augen und prustend vor Lachzurückhaltung nicht mehr weiter essen konnten. Wir haben Beide geschwiegen wie ein Grab. -- Im übrigen war das Essen sowohl auf dem Schiff als auch in den Restaurants bekömmlich und gut.

 bitte klicken Gefährlich ist die Passage durch die Schluchten des Yangtze heutzutage - ganz im Gegensatz zu früheren Zeiten - eigentlich nicht mehr. Problematische Felsbrocken im Fluss wurden weg gesprengt und Untiefen ausgebaggert. Außerdem dürfen nur bestimmte Kundige, insbesondere Lotsen, für begrenzte Flussabschnitte eingesetzt werden. Nachts werden die Schluchten offenbar nicht durchfahren, denn unser Schiff machte stets an einer Ortschaft fest. Manchmal sogar Schiff neben Schiff, was ganz interessant sein kann, da man wunderbaren Blick in die Kajüten des anderen Schiffes bekommt (sofern die Vorhänge nicht vorgezogen sind) und fast auf dem Nachbarschiff mitessen könnte, wenn gegenüber zufällig der Essraum auf gleicher Höhe liegt, wie wir es erlebt haben. Schlecht nur, dass alles auf Gegenseitigkeit beruht.
Beim Landgang wandert man durchs andere Schiff und kann bei der Rückkehr den Schmutz an den Schuhen bereits dort lassen. Auf dem eigenen Schiff wird man dann stets mit einem freundlichen, deutschen 'Willkommen zu Hause' begrüßt, was wir immer als wirklich nett empfunden haben.

 bitte klicken Die weit über 1000 m hoch oben herausragende Doppelspitze soll ein besonderer, fürchterlicher Ort sein; denn dort oben soll der Geist von Yaoji, der Tochter der Himmelsgöttin, gefangen worden sein, nachdem sie auf die Erde herab gestiegen war, um dem Großen Yu bei der Erschaffung der Drei Großen Schluchten zu helfen. Ob sie auch heute noch dort oben in ihrer grausamen Gefangenschaft schmachten muß, habe ich bei unserer so eiligen Flucht vor diesem Ort nicht mehr heraus finden können. (Unsere Passage durch die Wu Schlucht des Chang Jiang dauert nur ca. 90 Minuten.)

 bitte klicken Wirklich geheimnisvoll und wie aus einem Märchen mutet auch dieser Ort an. Mir erscheint es denn ohne weiteres glaubhaft, dass - wie von den frühen Jangtse Reisenden berichtet - ihre Vorbeifahrt auf dem Fluss von hier aus durch bösartige Zwerge und Gnome sowie von furchterregenden, gierigen Drachen beobachtet wurde. Zur Beruhigung für künftige Jangtse-Reisende: Selbst unser Kapitän Lee hat mehrfach bestätigt, dass heutzutage in dieser Höhle nur ein friedliebender Pandabär hausen würde, weshalb dieser Ort auch die Pandabärenhöhle genannt wird. Das dicke, grüne Polster der Vegetation zeigt unverkennbar, dass es in allen Schluchten sehr viel regnen muß. Nun, ein bißchen weniger an Feuchtigkeit und Kühle (eigentlich mehr Kälte zu nennen) hätte es bei unserer Passage durchaus sein dürfen. Leider wird uns dies diesige und trübe Wetter auch weiterhin bis nach Shanghai, dem Ende der Reise begleiten. Nur ab und an werden wir mal stundenweise die Sonne über dem Yangtse Kiang zu sehen bekommen.

 bitte klicken So kühl und regnerisch kann also subtropische Gegend, wie sie das südliche China darstellt, auch sein. Meine nunmehrigen Nachforschungen bzgl. des weiteren Wetters in dieser Region zeigen, dass tatsächlich meist eine geschlossene Wolkendecke vorhanden ist. Das beruhigt mich jedenfalls nachträglich, wenn ich die heutigen Satellitenfotos im Internet anschaue.

Fortsetzung: Drei-Schluchten-Staudamm


 



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