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Seite 3 vom Bericht Dubai

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Seite 5 vom Bericht Dubai

 

 

 

 

Reise nach Dubai
 
- IV - 
 

Flagge der VAE

 

     Endlich geht's weiter Richtung Kamelmarkt. Im Zentrum sehen wir die für die Emirate obligatorische Stadtuhr. Von hieraus werden stets die Entfernungskilometer zu anderen Orten gemessen, wie wir von Julia erfahren. Ein Palast des regierenden Scheichs von Abu Dhabi (oder doch eines Bruders oder Cousins der Sippe) zieht vorbei, dann die Universität von Al Ain. Über 50 % der Studenten sollen hier Mädchen und Frauen sein. Bedingt ist dies wohl vorwiegend dadurch, daß Eltern ihre Töchter - im Gegensatz zu den Söhnen - nur äußerst ungern im Ausland studieren lassen. Der Kamelmarkt mit hunderten von Tieren taucht auf. Ich freue mich, diese Tiere wieder hautnah zu erleben; die Erinnerung an die Kameltour in Libyen wird wach. Erstmalig sehe ich fast schwarze Kamele; wenn ich mich recht entsinne, kommen sie aus dem Sudan. Etliche trächtige Stuten sind auch vorhanden sowie gerade frisch geborene Kälber, die sich kaum auf ihren langen Beinen halten können. Ein putziger Anblick. Ältere Jungtiere blöken jämmerlich nach ihrer Mutter, von denen sie hier offenbar erstmalig getrennt worden sind. Es stinkt im gesamten Marktbereich. Die angestellten Verkäufer sollen Afghanen sein. Und wie Julia erzählt, freuen sie sich immer riesig über Touristenbesuche, weil es eine willkommene Abwechslung darstellt. Etwas aufdringlich sind die Kamelhirten deshalb schon. Unseren Begleiter werden wir jedenfalls nicht mehr los. Auch hier werden die zu transportierenden Kamele einfach sitzend auf der Ladefläche der Autos festgebunden. Wie sie allerdings auf den kleinen Pickups in diese Stellung gebracht werden, ist mir schleierhaft geblieben.


 

Auf dem Kamelmarkt von Al Ain

Transport der Kamele

Begeistert werden sie nicht sein

An den roten Dünen

 


     Die 180 km bis zur Küste geht's auf der schon bekannten Autobahn wieder zurück. Ein Stop an die roten Dünen ist noch eingeplant. Von der naheliegenden Aussichtsdüne geht der Blick weit ins rötliche Hinterland. Es ist schön, eine solche Dünenlandschaft wieder zu sehen, wenn sie auch in keiner Weise vergleichbar mit dem libyschen Erg Ubari oder Murzuk ist. Verblüfft bemerke ich zwei arbeitende Planierraupen zwischen den Sandhügeln; sie schieben gerade eine tiefere Senke zu. Es kann doch wohl nicht wahr sein. Hat hier etwa der Onkel des amtierenden Scheichs und gleichzeitige Tourismusminister seine Hände oder besser seine Millionen im Spiel? Sind die Dünen gar nur für Touristen zusammengeschoben worden? - Unser Bus hängt hinter einem gemütlich dahinzuckelnden Kleinwagen und der Fahrer in weißem Nachthemd denkt nicht dran, Platz zu machen. Da es Bussen offenbar verboten ist, die einzige Überholspur zu benutzen, könnte und dürfte der Mufti vor uns nach links oder rechts ausweichen, wenn er denn wollte. Aber er will nicht. Irgendwann will er dann aber doch.

     Ich freue mich, wir zweigen auf eine weitere Autobahn ab, die etwa am Freihafen, folglich südlich von Dubai einmünden müßte. Tatsächlich, unser Hotel wird als erstes angesteuert. Die Äuglein unserer Mitreisenden werden angesichts des ins Land hinausreichenden, grünen Golfplatzes und des herrlichen Palmenparks - ohne jegliche Baustelle weit und breit - immer größer, wie ich bemerke. Als Knaller noch: ein Pfau mit geschlagenem Rad steht in der Kurve. Gabi und ich wünschen den anderen denn gute Fahrt ins Hotel, steigen aus und wenden uns den blütenumsäumten Stufen in Richtung Hoteleingang zu. Der Bus mit frustriert und neidisch zurückblickenden Gesichtern macht sich schnell davon. Ich bin mir allerdings sicher, daß jetzt im Bus düstere Pläne wegen "Entgangener Urlaubsfreuden" geschmiedet werden. Und daß spätestens beim Anblick der Kräne, Bagger und Planierraupen um die eigenen Hotels, wild der Entschluß gefaßt wird, ihrem Reisebüro nochmals einen Besuch zwecks Wiedergutmachung abzustatten. Wir dagegen denken nur an ein kühles Helles. Am Jachthafen ist bis 19 Uhr Happyhour, wie wir gestern schon festgestellt hatten. Bei 30 %-iger Verbilligung schmeckt das Bier auch besonders lecker und wir wollen es daher vor dem Abendschmaus zur täglichen Gewohnheit werden lassen. Bei den Jachten ist immer wenig Betrieb, obgleich sich jede einzelne Motorjacht wirklich sehen lassen kann. Tolle Dinger, insbesondere das Vielmillionending vom Oberscheich natürlich, in der sogar rund um die Uhr Personal beschäftigt ist. Ich kann mir das erhabene Gefühl des Scheichs vorstellen, wenn er in seinem luftigen, an höchster Stelle angebrachten und überdachten Pilotensitz Platz nimmt, den Gashebel langsam nach vorne schiebt, am niederen, gaffenden Volk des Hotels vorbeizieht hinaus aufs offene Meer und dann den Gashebel voll durchdrückt. Im einfachen, aber mit umsomehr Fernsehern (mit Sportsendern) bestückem Gastraum ist auch nicht viel los: lediglich eine englische Gruppe, die Pfeilewerfen spielt und ein Pärchen, das sich eine Minute vor 19 Uhr noch schnell das 2. Bier bestellt. Wir jedoch bezahlen bzw. lassen aufs Zimmer schreiben. Denn ich habe immer noch keine Dirhams. Beim ersten Versuch eines Geldtauschs am Freitag (hier bedeutet es nämlich Sonntag) war die Hotelbank dunkel, beim nächsten Versuch am Samstag kam ich exakt eine Sekunde zu spät. Es ist allerdings auch kein Unglück, da Anschreiben oder Zahlung mit Karte in den Emiraten eigentlich überall möglich ist. Draußen ist es bereits dunkel und der Halbmond, in diesen südlichen Gefilden liegend als Schiffchen, steht am Himmel. Ein herzzerreißendes Miauen ertönt und ein Kätzchen drückt sich immer wieder um unsere Beine. Es will aber nur gestreichelt und beachtet werden.

     Heute steht das Buffet unter dem Motto: Englischer Abend. Na, na !? Die Nationalitätenkarte wechselt täglich und mit ihr auch der Dress der Angestellten. Von der zierlichen Smokidame bekommen wir erneut den herrlichen Erker zugewiesen. Eine weitere, sehr aufmerksame Asiatin, die ich als Ceylonesin einstufe, macht ihre Honneurs: "welcome, beautiful lady, good man", zupft meine Serviette zurecht und ordnet nochmals das bereits bestens liegende Besteck. Begeistert bestätigt sie, tatsächlich aus Sri Lanka zu kommen. Das Essen wieder ein Genuß. Welcher Aufwand mag aber dahinterstecken: angefangen vom Import der meisten Waren bis hin zu dieser Bilderbuchdekoration. Den Porridge spare ich aus, nehme dafür lieber ein prächtiges, zartes Stück vom Puter. Einige der umsitzenden Gesichter sind uns schon bekannt. Das schweizer Pärchen, bei dem offenbar er das zahlende Mitglied und sie die goldbehangene Schönheit ist. 2 Flaschen teuren Weins müssen's schon sein. Dort die österreichische Gruppe von Ricoh. 3 Frauen sind darunter, wovon 2 allerdings nicht auffallen. Die dritte ein rassisches Weib mit vorne und hinten was dran und sich ihrer Exotik voll bewußt. Ihr Gang zeigt`s. Der unnatürliche, strohblonde, reifere Pagenkopf füllt gerade ihren Teller mit Stückchen von Langusten und ganz hinten noch Frau Schmitt, die alte Dame, deren Mund nicht still steht und die bereits das 6. mal hier ist. Ein Opfer hat sie an ihrem Tisch gefunden, das sich nicht mehr davonstehlen kann. Auch die nette Frau aus Chemnitz mit ihrem leichten sächsischen Dialekt macht die Runde um den Tresen. Ihren Mann sehe ich von hier aus nicht; es ist ein ehemaliger Metzger sowie Westler und heutiger Vertreter für alles was in Würste gehört. Unser Magen ist schon längst übervoll, doch das eine oder andere muß noch sein. Meine Erkundigungen bei der Reiseleitung haben im übrigen ergeben, daß das Buffet voll in die Halbpension eingehe. Lediglich in den Restaurants müsse der Überschuß über das Normalessen beglichen werden. Aber warum sollten wir in Restaurants essen bei diesen phantastischen, jeglichen Geschmack zufriedenstellenden Buffets? Tatsächlich haben wir denn auch kein einziges mal woanders gespeist.

     Ein neues Bierchen wird bestellt; es gefällt uns hier einfach zu gut mit dem wunderschönen Blick nach draußen. Die meisten Gäste sind schon längst weg, nur wenige sind verblieben. Dennoch wird ein weiterer riesiger, gebratener Puter hereingeschleppt. Ja natürlich… mir fällt wieder mein Erlebnis auf der philippinischen Insel Stanta Rosa 1980 ein, als ich sage und schreibe einzigster Gast in einem großen Strandhotel war. Schon bei der Ankunft (gegen Abend) war ich äußerst erstaunt, von mindestens 50 Angestellten am Strand herzlichst empfangen zu werden. Als ich eine Stunde später im großen Eßraum mit dem gewaltigen Buffet erschien, saß ich peinlich allein. 4 freundliche Kellner blieben in respektvoller Entfernung um meinem Tisch, der Rest der umfangreichen Besatzung weiter entfernt. Auf meine Frage, wo denn nun die anderen Gäste blieben, kam`s dann heraus. "Und für einen einzigen Gast ein solch riesiges Buffet?" stammelte ich. "Was von einem Buffet übrigbleibt, bekommen immer die Angestellten." war die wirklich überzeugende Antwort.


 

Spaziergang am Strand

Strand bis Abu Dhabi

4 Stunden unterwegs

 


     Morgens ist der Himmel erstmalig stark bedeckt. Zwei Briefchen sind wieder durchgeschoben. Eins lädt uns für Dienstag Abend zum Sektempfang ein, was wir gerne wahrnehmen wollen. Das andere enthält freundliche Grüße der deutschen Gästebetreuung. Die Tageszeitung ist ebenfalls schon da. Gemütlich machen wir uns im großen Badezimmer, mit seinem Interieur von Schlappen, Bademänteln, Handtüchern und Fläschchen für alles und jedes, fertig. Da es immer noch kräftig bezogen ist, entschließen wir uns zu einen ausgiebigen Strandspaziergang. Die weit entfernt liegende Landspitze, die genau den Sonnenuntergang markiert, hat es uns angetan. Gut eingecremt mit (hier notwendigem) Faktor 20 und hautbedeckt wandern wir los. Vorbei geht's an den kleineren Hotelgebäuden mit den Luxusappartements. Der 700 m lange Hotelstrand wird durch große Steinblöcke abgesteckt, es ist aber kein Problem durchzukommen. Nun beginnt der wirklich nicht mehr enden wollende öffentliche Strand. Linksseitig zuerst noch das kleine Dörfchen mit Moschee für die Hotelangestellten. Nationalitäten aus der ganzen Welt leben hier zusammen, denn Inder, Pakistanis, Schwarze, Philippinos, etc. sind ja im Hotel beschäftigt. Wirklich Arbeitende sind in den Emiraten im Wesentlichen wohl die Gastarbeiter, die Einheimischen mehr die Chefs. Das unglaubliche Verhältnis soll bei ca. 80 % Ausländern zu 20 % liegen. Probleme sind dennoch nicht erkennbar. Allerdings herrschen auch strenge Sitten. Wer als Ausländer arbeitlos oder kriminell wird, streiken will oder sonst irgendwelche Schwierigkeiten bereitet, wird kompromißlos ausgewiesen. Soziale staatliche Wohltaten, wie sie in Deutschland für Ausländer üblich sind, wären hier undenkbar. Ausländer haben für sich selbst Vorsorge zu treffen mit Ausnahme der Krankenfürsorge, die für alle - selbst für Touristen - praktisch kostenlos ist. Daß die Ausländer dennoch hier bleiben, sich sogar fast drum schlagen, herkommen zu dürfen, zeigt überdeutlich, daß beide Seiten klare Vorteile daraus ziehen. Auch ist es in den Emiraten völlig selbstverständlich, daß immer zuerst die Einheimischen das Vorrecht haben. Soll z.B. eine Arbeitsstelle neu besetzt werden heißt die festgelegte Reihenfolge: Emirati, Araber, Sonstige. Kriminalität gibt es in den Emiraten so gut wie keine. Selbst im Hafenviertel der quirligen Stadt Dubai hatten wir denn auch keinerlei Bedenken herumzuspazieren. "Felix Arabia! "

     Der Strand ist auf der gesamten Strecke fast menschenleer. Nur 3 Pärchen aus dem Hotel begegnen uns. Dafür werden wir von einem Hund begrüßt, was uns riesig freut. Die letzten Meter wartet er allerdings erst mal ab, ob wir ihm auch freundlich gesinnt sind. Dann rennt er den Strand weiter ab. In regelmäßigen Abständen wurden strohbedeckte Carports für Badelustige - die allerdings nicht da sind - aufgebaut. Auch ein gähnend leeres Restaurant wartet. Weit am Meereshorizont sind einige, wenn auch stets nur wenige Schiffe auszumachen. Es sind gewaltige Containerschiffe oder Riesentanker. Erstaunlich aber, daß der Freihafen so selten angelaufen wird, auch an den Folgetagen. Haufenweise Muscheln in allen Farben sind an den Strand gespült; die Schönsten sammeln wir auf. Es ist herrlich hier entlang zu wandern. Der Himmel sieht jedoch eigenartig aus. Teilweise haben sich dunkle Wolken zusammengebraut. Zwischendurch meinen wir sogar, einen hauchfeinen Tropfen zu verspüren. Doch die Wolken lösen sich immer wieder auf und die Sonne kommt durch. Ganz unmöglich wäre Regen gerade in den beiden Monaten Januar und Februar aber nicht; es sind die Regenmonate. Die Landzunge kommt näher. Auch verschiedene Gebäude stehen dort. Es sind drei Luxusferienbungalows von irgendwelchen Scheichs, wie wir dann feststellen. Feinster Sand hat sich hier abgelagert und Gabi legt sich genüßlich hinein. Eine gute halbe Stunde bleiben wir hier. Der breite Strand geht endlos weiter, wir wandern aber wieder zurück. Es sind über zwei Stunden bis zum Hotel.

- F o r t s e t z u n g - V -

 


 

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