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Seite 4 vom Bericht Dubai

 

 

 

 

Reise nach Dubai
 
- III - 
 

Flagge der VAE

 

Der Nachmittag und auch der Samstag werden genußvoll mit Sonne, Sand, Meer und "Fressen" verbracht. Heute am Sonntag wartet allerdings die Wüste mit der Oase Al Ain auf uns. Die hübsche Julia mit ihrem Busfahrer ist pünktlich. 8.00 Uhr. Zurück geht's nach Dubai-Stadt zwecks Aufsammelns weiterer Gäste. Das nächtliche Lichtermeer sei der größte Freihafen der Welt, erklärt Julia. Für 20 Jahre brauchten die vielen Firmen dort keine Steuern zahlen und - noch wichtiger - sie könnten in vollem ausländischen Besitz bleiben und auch Grundeigentum erwerben. Beides ist ansonsten in den Emiraten nicht möglich; jede Firma muß mindestens zu 51 % einheimisch bestimmt sein. Die vielen feudalen Hotels am Jumairabeach werden abgeklappert und wie sich nun tatsächlich zeigt, dahinter eine einzige, riesige Baustelle. Die zusteigenden Gäste, im wesentlichen deutsch- und englischsprechend, tun uns leid. Das Dhau-Segel mit dem Namen "Burj Al Arab", auf einer künstlichen Halbinsel gelegen, taucht auf und ca. 300 m davor die sog. Welle als Ensemble - ein zugehöriges weiteres, modernstes Hotel in entsprechender Wellenform. Letztere wird von uns angefahren und ist mehr für Normalsterbliche gedacht. Einen kurzen Blick werfe ich in die faszinierend ausgestaltete Kuppel der Eingangshalle. Durch die blau abgedunkelten Außenscheiben geht die Sicht auf das 308 m hohe Dhausegel mit seinem luftigen, runden Hubschrauber-Landeplatz und den beidseitig überhängenden Restaurants. Ich fotografiere es. Hildegard Knef sei gerade Gast im Segel, weiß Julia zu berichten; und daß es dort ausschließlich Suiten über zwei Etagen gebe, die bis zu 25.000,-DM pro Übernachtung kosteten. Was aber wollen wir mit einer Suite von über 300 qm, frage ich Gabi. Weit unter der Oberfläche soll zudem ein Restaurant eingebaut sein mit Blick direkt ins Meer. Dies höchste Hotel der Welt hat sieben Sterne bekommen, obgleich es das eigentlich nicht gibt. Mit dem Geld des Eigentümers und gleichzeitigen Verteidigungsministers - ein Bruder des amtierenden Scheichs von Dubai - ist aber offensichtlich alles möglich. Besichtigen kann man das Segel auch - für 50 DM. Allerdings nur mit Krawatte, wie wir später von abgewiesenen, bitter enttäuschen Gästen erfahren.


 

Halbwüste des Küstengebiets

Das Wahrzeichen der VAE

Die Königsgräber von Hili

In der schönen Anlage der Gräber

 


      Der nächste Stop ist am Kamelrennplatz. Und tatsächlich, ganze Pulks an Kamelen rennen (bis zu 40 km/h) die 8 km lange und bis in die Ferne einsehbare Strecke zu Trainingszwecken ab. Es ist schon ein irres Bild, die Kamele mit den wippenden Lippen, den werfenden Beinen und dem kleine Floh hintendrauf - etwa 5-jährige Buben - laufen zu sehen. In stetem Strom kommen neue Kamele, nass geschwitzte Kamele verlassen die Bahn. Die Rennbegeisterung der Emiratis ist auch der tiefere Grund, daß es heute hier mehr Kamele als zu Karawanenzeiten gibt. Bis Al Ain sind denn immer irgendwo in der Wüste auch Kamele zu sehen. Beste Rennkamele kosten übrigens bis zu 3 Mio. Nieten dagegen können durchaus auf dem Teller landen. Nicht weit entfernt nun der Pferderennplatz, vorbei am durch Palmen verborgen Palast des regierenden Scheichs und die Wüste beginnt. Es ist eigentlich nur Halbwüste, denn zumindest die Salzbüsche finden hier durch den Morgen- und Abendtau noch ihr kärgliches Überleben. Auf einer vierspurigen Autobahn rauschen wir dahin. Beidseitig ist sie mit schmalen Streifen aus Büschen und Bäumen bepflanzt und der mit Planken eingefaßte Mittelstreifen - wie in Deutschland - begrünt. Alles muß allerdings bewässert werden. Endlose Wasserschläuche ziehen sich dahin und betropfen im wahrsten Sinne des Wortes- wie Julia jeweils in deutsch und englisch erklärt - rund um die Uhr jede einzelne Pflanze. Von der Uni in Al Ain wird zudem versucht herauszufinden, welche Büsche und Bäume aus aller Welt sich hier als Straßenschutz gegen Wind und Wüstensand am besten eignen. Die Bodenfarbe der Wüste wechselt allmählich von weißlich-grau zu rötlich, da der Muschel- und Korallensand der Küstenzone kaum noch bis hierher weht und der Boden weniger salzhaltig ist. Der rostrote Erosionssand des Hajargebirges gewinnt immer stärker Oberhand und auch die Dünen werden - wenn auch nur vorübergehend - merklich höher und kahler.

      Die Grenze zum Emirat Abu Dhabi wird überschritten. Es zeigt sich augenfällig darin, daß exakt ab der Grenze der Mittelstreifen jetzt mit Blumen verziert ist. Abu Dhabi ist nämlich das reichste und größte der insgesamt 7 Emirate, die die "Vereinigte Arabische Emirate" (VAE) bilden und das muß natürlich gezeigt werden. Ärmere Emirate wie z.B. Fujairah können sich überhaupt keine Begrünung leisten, wie wir bei unserer Osttour noch feststellen sollten. Wasser bleibt eins der Hauptprobleme des erst 1971 gegründeten Wüstenstaates. Der Grundwasserspiegel sinkt stetig durch die mittlerweile immer intensiver betriebene Landwirtschaft. Es bleibt daher nur die energiefressende Gewinnung von Trinkwasser aus dem Meer. Aber es ist bereits absehbar, wann die Ölquellen versiegen werden. Für Dubai nimmt man noch ca. 10, für Abu Dhabi allerdings noch 30 Jahre an. Die Oase ist erreicht; für mich jedoch eine Enttäuschung. Es ist vielmehr eine Stadt mit ca. 200.000 Einwohnern, die eigentlich kaum was zu bieten hat. Am interessantesten noch die 5000 Jahre alte Grabanlage, inmitten eines gepflegten Parks gelegen. Ohne Mörtel sind die Steine so genau zusammengesetzt, daß keine (fast keine) Messerspitze dazwischen paßt. Auch das exakte Rund der Anlage ist für die damalige Zeit mehr als erstaunlich. Die Öffnungen dienten dem Zutritt von kleineren Tieren zu den Leichnamen. Offenbar um Krankheiten vorzubeugen, ließ man die Toten lieber auffressen. Nach oben ist die Anlage ebenfalls offen. Es wird allgemein zwar von den Königsgräbern von Hili gesprochen, doch tatsächlich war dieser Bestattungsplatz nicht den Königen vorbehalten - sofern es denn welche gab -, sondern diente für alle Toten. Sehr viel weiß man aus dieser alten Zeit jedoch nicht. Die Fundstücke sind nur minimal. Wie ich allerdings aus der Zeitung entnehmen konnte, wurde gerade vor wenigen Tagen eine neue Stätte in Sharjah entdeckt. Dennoch ist man stolz, wenigstens etwas Geschichte aufweisen zu können und der Scheich von Abu Dhabi fördert in besonderem Maße das Interesse der Bevölkerung für die eigene Geschichte. Neben den Gräbern sind zudem die Grundmauern einer alten Behausung nachgebildet.


 

Moscheen über Moscheen

Im Oasengarten

Verkäufer im Suq

Ein alter Omani

Wie in Tausendundeiner Nacht

 


      Auf der Weiterfahrt in die Stadt sehen wir erstmalig das Wahrzeichen der VAE. Es ist eine Kaffeekanne mit 7 Tassen und symbolisiert die Gastfreundschaft der Araber sowie die 7 Emirate: Neben Abu Dhabi und Dubai das ebenfalls ölfördernde, aber alkoholfreie Emirat Sharjah und die noch kleineren Emirate Ras al-Khaimah, Umm al Quwain, Ajman sowie das schon benannte Fujairah mit seinem Küstenstreifen am Indischen Ozean. (Der Buchstabe j wird dabei wie "dsch" gesprochen) Die Stadt Al Ain wirkt modern mit ihren breiten begrünten Straßen; Hochhäuser sind jedoch nicht vorhanden. Leider ist im Stadtbild nichts mehr zu sehen, was an die alten Karawanenzeiten erinnern könnte. Al Ain hat nämlich eine lange, mehrtausendjährige Geschichte als wichtigste Oase dieser Region. Denn die in früheren Zeiten und auch heute noch so gefürchtete Wüste Ar-Rub al-Khali, das sogenannte leere Viertel, ist nicht allzu fern von hier. Verständlich, daß dieser Platz immer wieder umkämpft war, mußten doch auch die umherziehenden Beduinengruppen Wasser schöpfen. Selbst in der Gründungszeit der VAE und auch noch danach gab es heftigen Streit um diese Oase. Ansprüche stellten sowohl die Saudis, deren Truppen sogar bis hierher gezogen waren, als auch der naheliegende Oman. Letztlich wurde Al Ain geteilt und der kleinere Teil mit dem Dorf Buraimi kam zum Oman. Saudi Arabien wurde mit einem Küstenstreifen an anderer Stelle entschädigt. Grenzstreitigkeiten gibt es heute allerdings noch mit dem Iran. Es geht um einige kleinere Inseln im Persischen Golf (hier natürlich Arabischer Golf genannt) auf denen Ölvorkommen vermutet werden.

Flagge des Sultanats OmanGrenzformalitäten oder sonstige behördliche Probleme bestehen innerhalb von Al Ain aber erstaunlicherweise trotz der Teilung nicht. Der Grenzbaum zum Oman befindet sich erst außerhalb, südlich der Oase, so daß auch wir als Touristen völlig problemlos in den omanischen Stadtteil Buraimi einreisen können, was wir denn auch tun. Man sieht aber unmittelbar, daß im Oman das Geld bei weitem nicht so locker sitzt wie nebenan in den VAE. Es erscheint daher wesentlich ursprünglicher als alles, was wir bisher gesehen haben. Das betrifft sowohl die Baulichkeiten als auch die Menschen. Alte, teilweise jedoch schon verfallene Lehmhäuser werden sichtbar; die Häuser sind allgemein kleiner, ärmer und liegen enger beisammen. Mir gefällt`s aber besser. Einen leider nur kurzen Spaziergang unternimmt Julia mit der Gruppe in dicht mit Palmen bestandene Gärten, die durch Wasser aus dem 40 km entfernten Gebirge bewässert werden. Hier ist es wirklich lauschig und zudem noch schattig unter den Wedeln der Dattelpalmen; eine Idylle. Es erinnert Gabi und mich ein bißchen an die südalgerische Oase Djanet , in der es so herrlich ursprünglich war und an das Erlebnis, daß in jeder Dattel ein Würmchen hauste. Eine tief verschleierte Omanin wandert vorbei, die ich gerne fotografiert hätte. Es ist im Oman - wie auch in den Emiraten - jedoch problematisch, Frauen abzulichten; man sollte es besser unterlassen. Gerne wäre ich weiter rumgewandert, doch die Gruppe geht zurück. Um sie nicht zu verlieren, müssen wir uns notgedrungen anschließen.

     Es geht zum kleinen Suq von Buraimi. Man soll dort vor allem alten Silberschmuck, Henna und Stoffe kaufen können. Nur 20 Minuten werden uns zum Rumstreunen gelassen. Warum bloß immer so wenig Zeit für die interessantesten Sachen, wenn man mit Gruppen unterwegs ist? frage ich mich. Der Suq ist wirklich nicht groß und enthält lediglich einen Längs- und kurzen Quergang in einem Flachgebäude. Kleine nach vorne offene Geschäfte reihen sich beidseitig aneinander. Jedes Lädchen führt aber nur entweder Stoffe oder Gewürze oder Schmuck usw.; sie sind alle auf bestimmte Warengruppen spezialisiert. Einige Verkäufer sitzen dagegen auf der Straße und bieten allerlei um sich ausgebreiteten Krimskrams an. Interessant auch, daß es ganze Geschäfte gibt, die haufenweise Gewehre älterer und auch neuerer Bauart sowie Flinten, Vorder- und Hinterlader im Angebot haben. Was wollen die Leute nur damit? Wirklich schießen oder lediglich als Dekoration oder als Zeichen ihrer Würde und Männlichkeit? Ich weiß es nicht. Allerdings bin ich mir sicher, es noch irgendwann zu erfahren. Denn das Sultanat Oman ist jetzt bereits als weiteres Fernreiseziel vorgemerkt.

      So wichtig der Kauf und Verkauf für die Omanis auch sein mag, ebenso wichtig scheint ihnen offenbar aber auch der Kontakt und das Geplauder untereinander zu sein. Das eigentlich Faszinierende in Buraimi sind für mich jedoch die Typen, die hier so rumlaufen. Sie haben etwas aus Tausendundeiner Nacht an sich. Sie wirken geheimnisvoll düster mit ihren dichten schwarzen oder grauen Bärten, den dunklen Augen und den langen Kutten sowie ihren verschiedenartig gebundenen Turbanen.. Viele Gesichter sind so interessant und ausdrucksstark, daß ich sie am liebsten alle fotografieren wollte. Zumindest zwei, drei dieser abweisend erscheinenden Gestalten muß ich aber unbedingt in meinen Kasten bekommen. Ärgerlich, die Zeit drängt schon wieder. Ich benutze meine erfahrungsgemäß oft zum Erfolg führende Methode und versuche einen kleinen - wenn möglich lustigen - Plausch mit dem ausgesuchten Opfer. Und es klappt selbst mit diesen dem Märchen entsprungenen Muselmanen. Der sitzende, alte Verkäufer bittet sogar um einen Moment Geduld, um seinen silberbeschlagenen Vorderlader zu ergreifen und sich in rechte Positur zu bringen. Die Umstehenden müssen lachen und schon habe ich ein weiteres Opfer im Kasten. Jetzt aber schnell zurück zum Bus. Wie kaum anders zu erwarten, wir sind natürlich nicht vollzählich. Julia geht ihre fehlenden Schäfchen suchen und kommt mit dem Ehepaar zurück, das uns vorhin gefragt hatte, ob der Bus linkrum oder rechtsrum vom Suq stehe. Ich hatte ihnen rechtsrum geantwortet; offenbar hatten sie es nicht glauben wollen, denn sie gingen linksrum.

     Wir passieren wieder die Grenze und alles wird weitläufiger. Vorbei geht's an einer der überall hervor- lugenden, weißen Moscheen. Sie hat nur ein Minarett; andere haben 2 oder 4. Eine Moschee mit 3 Minaretten habe ich hingegen nie gesehen. Möglicherweise verstößt es gegen einen Glaubensgrundsatz. Das alte Fort mit dem nebenan liegenden Museum ist alsbald erreicht. Tonscherben, Waffen, Kleidungsstücke, präparierte Tiere und schwerer Silberschmuck sind zu bewundern. Auch diverse Schwarzweißbilder aus der jüngeren, noch nicht durch das Öl beeinflußten Zeit sind ausgestellt. Gabi und ich wandern einmal rund und gehen wieder nach draußen in die Sonne. Gegenüber liegt das eher unscheinbare Lehmfort aus dem Jahre 1910 mit seinen 4 Türmen. Drin jedoch nur ein leerer Hof. Von der Mauer geht der Blick auf die Stadt. Eine rostige Eisenleiter ermöglicht sogar den Aufstieg im Turm. Die Rundumsicht über die Häuser und Palmenplantagen bis hin zum kahlen und schroffen Hajargebirge gefällt uns. Nächstes Ziel ist die Mittagspause im Hilton und 1 ½ Stunden sind dafür angesetzt, was mich natürlich fuchst. Viel lieber wäre uns ein einheimisches Lokal im Stadtzentrum gewesen. Auf das teure Buffet können wir - wie wohl auch alle anderen - verzichten. Da im Hotel keine Ecke zu finden ist, in der wir unser Brötchen mit Käse sowie Banane vom Frühstückstisch ungesehen essen können, setzten wir uns außerhalb auf ein Mäuerchen. Später halten wir uns notgedrungen noch in der Lobby mit den bequemen Ledersitzen auf, um irgendwie die Zeit rumzubringen. In der anderen Ecke sitzt ein Einheimischer in weißen Kaftan und telefoniert lautstark und ohne Unterlaß mit seinem Handy.

- F o r t s e t z u n g - IV -

 


 

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