.

Seite 5 vom Bericht Dubai

home  |  überblick  |    1   |    2   |    3   |    4   |    5   |    6    |  druckversion  |  fotos

Ende Bericht von Dubai

 

 

 

 

Reise nach Dubai
 
- VI - 
 

Flagge der VAE

 

     Heute nehmen wir uns endlich vor, mal mit dem kostenlosen Shuttlebus nach Dubai-Stadt reinzufahren, um den Goldmarkt zu besuchen. Gabi hat nämlich noch einen uneingelösten Gutschein von Weihnachten für Goldschmuck nach freier Wahl in Dubai. Um 16 Uhr ist Abfahrtszeit. Drei Minuten vorher wird der Knopf des Aufzugs für Parterre gedrückt; die Tür schließt und das war's. Der Alarmknopf macht's auch nicht mehr. Gott sei Dank bemerkt Gabi eine Klappe mit dahinterstehendem Telefon, das unseren Hilferuf weitergibt. Schon bald öffnet sich auch die Außentür per Hand und wir sausen über die Treppe nach unten. Den Bus erreichen wir im allerletzten Moment. Erster Stopp am feudalen Einkaufszentrum; wir fahren aber weiter zum Goldmarkt im älteren Teil von Dubai. Genau merke ich mir die Haltestelle für die Rückfahrt um 20 Uhr. Und tatsächlich, Goldgeschäfte eines neben dem anderen. Und in allen Geschäften Betrieb. Verschleierte, Unverschleierte, Einheimische, Touristen, Gastarbeiter und Afrikanerinnen sind da und alle lassen sich Goldschmuck in jeder Form und Ausführung zeigen, wählen hin und her; offenbar wird aber auch kräftig gekauft. Es gibt jedoch nur Gold von der Art, welches Gabi und ich nicht so sehr schätzen. Es ist das kräftigfarbene, auffällige Gold, wie es insbesondere von Südländerinnen und Afrikanerinnen bevorzugt wird. Zudem geht die Machart mehr in Richtung Modeschmuck: auffällig, jedoch nicht so recht fein und filigran. Dennoch lassen wir uns einiges zeigen. Entscheiden können wir uns allerdings nicht. Lediglich das Visitenkärtchen wird mitgenommen mit dem Versprechen, nochmals zu überlegen. Sofort fällt der Preis und landet bei 1.200,--DM. Der Betrag kommt mir irgendwie bekannt vor.

     Die holzüberdachte Goldstraße lassen wir hinter uns und erreichen den Creek, arabisch Khor. Er erscheint wie ein Flußlauf, tatsächlich ist es jedoch nur eine die Stadt teilende Meeresbucht. Wir sitzen eine Zeitlang am Kai und beobachten das bunte Gewimmel auf dem Wasser. Viele Abras (Wassertaxis) tuckern hin und her und entlassen ihre Menschenfracht an den Anlegestellen; es sind nur die Kaistufen, die von allen in Windeseile erklettern werden. Die Abras selbst sind uralt und man sitzt außenrum ohne Lehne und mit Blick aufs Wasser. Nur der Fahrer steht in einer Bootsvertiefung und hofft dort innig, daß der rußende Dieselmotor nicht schlapp macht. Auch die meisten anderen Schiffe reif fürs Museum. Es sind im wesentlichen altersschwache Holzkähne mit weit nach oben gezogenem Bug. Sie dürften schon so einiges erlebt haben, denn sie sollen ihre Fracht sogar bis nach Persien, Pakistan oder Indien bringen. Mich hätte jedenfalls keiner zu einer Mitfahrt verleiten können. Der Blick auf die andere Seite bei der nunmehrigen Abendstimmung gefällt uns. Ein relativ flaches Häusermeer, das nur von den Minaretten überragt wird. Den Creek rauf allerdings dann die hypermoderne Skyline von Dubai. Wir wandern ein Stück die Uferstraße entlang und tauchen anschließend in das Straßengewirr des Textilmarktes ein. Gerne hätten wir uns jetzt in ein kleines Restaurant oder Kaffee gesetzt, doch das ist hier absolute Fehlanzeige. Und auch ein Bierchen ausgeschlossen. Ein kurzer Rundgang wird noch im nebenan liegenden, recht leeren Gewürzmarkt gemacht; dann geht`s wieder zurück zur Haltestelle. Mit einem flotten Pärchen aus Essen komme ich ins Gespräch. Sie hatten einen Erbstück-Brilli mitgebracht, den sie hier in einen Ring fassen ließen. Und auch weitern Schmuck haben sie erstanden, für - ich will es nicht glauben - 1.200,--DM. Wir verabreden uns für später in der Bar, da sie auf das Abendessen verzichten wollen; sie hätten schon in der Stadt was gegessen. Gabi und ich stürzen uns dagegen in die Arabische Nacht. Ein im Erker sitzendes Pärchen scheint hier die Flitterwochen zu verbringen. Nur Schampus wird geordert und sie himmelt ihn an, lauscht auf jedes seiner Worte und gibt Küßchen hier und da.


 

Die alte Festung in Fujairah-Stadt

Das ehemals bedeutende Fort im Gebirge

Dörfchen in der Gebirgsoase




     Schon von weitem hören wir die Sängerin, jetzt als energiegeladene Tina Turner. Die neuen Bekannten sitzen am Tresen und unterhalten sich … mit dem Scheich. Leider ohne seine Sulaika. Auch die beiden Hattinger erscheinen; wir verstehen`s. Wie ich zwischendurch von Petra erfahre, ist die blasse Sulaika mit den roten Lippen nicht die Frau des Scheichs, sondern seine Freundin. Es haut mich fast um, hatte ich von den Allahgläubigen doch bedingungslose Treue bis in den Tod erwartet.

     Ein Problem bleibt für mich allerdings noch zu lösen. Denn die Frauen eines Scheichs sind in den Emiraten nicht nur unumschränkte Herrscherinnen seines Heims, sondern schlimmer, auch die Finanzminister. Wie aber kann dann unser bedauernswerter Scheich dennoch sein Hotelzimmer mit der blassen Sulaika und zudem schon die zweite Runde für uns alle finanzieren, ohne Mißtrauen im Harem zu erwecken? Es kann eigentlich nur eine dringende Geschäftsreise sein, die der fleißige Scheich hierher unternommen hat. Und die vielen Biere auf der im Harem vorzulegenden Rechnung weisen denn eindeutig auf angebahnte, ausgezeichnete Geschäftskontakte mit dem Ausland hin. Sein Harem wird zufrieden sein. Auch wir wanken zufrieden in dem Bewußtsein, dem Scheich mit der Annahme der Runden einen großen Gefallen getan zu haben, ins Bett. Wir schlafen prächtig und es macht uns nichts mehr aus, daß wieder zwischen 1 und 4 Uhr die Klospülung abgestellt ist.

Ein sonniger Tag wartet erneut auf uns. Die beiden Essener (Petra und Udo) haben es sich nebenan bequem gemacht. Auch die Flitterwöchner sind in unserer Nähe und werden stetig von dem zwischen den Palmen herumfahrenden "Grashopper" mit Cocktails, Fritten usw. versorgt. Mit Blick durch die Palmwedeln aufs Meer erkundigt sich Petra gerade per Handy bei ihrem Vater, ob er denn das Pflanzengießen nicht vergesse. Salemaleikum nach Hause. Die beiden haben über ihre Firma ein saugünstiges Angebot für dies Hotel wahrnehmen können, allerdings ohne Halbpension. Es macht ihnen aber nichts aus, wie sie sagen. Abends essen sie deshalb "à la carte" ein übersichtliches Steak im Buffetraum. Udo holt sich zum würdigen Abschluß vom Desserttresen 2 Gläschen mit roter Grütze und weißem Sahnehäubchen. Der aufmerksame, sofort herbeigeeilte Kellner bedeutet ihm 8,50 DM pro Stück. Udo stochert in seiner Grütze, Petra läßt ihre vor Wut stehen.

     Wir freuen uns, Udo wird heute 50 und Gabi und ich sind die ersten, die ihm gratulieren können. Gemütlich räkelnd nimmt er dann per Handy die weiteren Gratulationen aus dem 4.750 km fernen Deutschland entgegen. Ein Cocktail wird von ihm spendiert und das Hotel macht die rote Grütze mit weißem Sahnehäubchen durch ein ganzes Sahnetörtchen (mit ausschließlicher Betonung auf Sahne) wieder gut. Es wird uns Vieren am Strand mit Kaffee serviert. Erstmalig lernen wir heute zufällig auch das französische Restaurant ganz oben kennen. Schuld ist der 4. Aufzug, der offenbar stets bis oben durchrauscht. Ein herrlicher Rundblick aus dieser Höhe. Noch einmal fahren wir nach Dubai rein, um auch die andere Creekseite und eine abenteuerliche Abra-Fahrt kennenzulernen. Zusammen mit den Essenern steigen wir am feudalen - der Köpassage vergleichbaren - Einkaufszentrum aus. Mit dem Taxi dann zum Hafengebiet. Berauscht hat mich diese Seite ebenfalls nicht, die Überfahrt mit dem uralten Abra über den Creek ist aber ganz lustig. Wir haben noch mehr als eine Stunde Zeit. Eine Sitzbank im Goldsuq wird gerade frei und jetzt lassen wir die anderen laufen. Es wird unerwartet eine der interessantesten Stunden der ganzen Reise. Menschen aus wirklich allen Ländern der Erde laufen hier rum. Fasziniert sehen wir eine tief in schwarz Verschleierte mit nur einem schmalen Augenschlitz, jedoch mit großer goldener Brille davor. Es wirkt unglaublich. Eine verschleierte Alte latscht mit bloßen Füßen vorbei, ihr drunter befindlicher Rock fegt dabei die Straße. Gewaltige, in bunteste Stoffe eingehüllte Afromammis schleppen haufenweise Plasiktüten davon. Ein indischer Sikh-Bube hat statt des dekorativen Turbans die ihm nur zustehende Wollmütze mit dem undekorativen Knötchen drauf übergezogen. Zusammen mit der Gasmaskenbrille hat er das typische Ohrfeigengesicht. Touristen unpassend in kurzen Hosen und Hemden. Weiße oder andersfarbige Kaftane, lang oder kürzer, mal mit unten rausschauender Hose oder auch nicht. Turbane in allen Farben und Formen, wenn auch heutzutage leider nicht mehr einzelnen Ländern zuordenbar. Auch Soldaten, oft aus dem Oman angeworben, kommen vorbei. Und Polizei in dickem Mercedes patrouilliert das Ganze. Wir hätten Stunden hier sitzen können.


 

Das moderne Dubai

Kleine Moschee in Alt-Dubai

Abendstimmung am Creek




     Aber alles geht irgendwann mal vorbei. Auch unsere Reise nach Dubai. Die Rechnung des Jebel Ali Hotels ausschließlich für die Getränke fällt erfreulich geringer aus als eigentlich erwartet. Die Reisekosten dürften somit insgesamt bei ca. 10.000,--DM für uns beide gelegen haben. Das Taxi steht gegen 22.30 bereit, ein wehmütiger Blick zurück auf das warm angestrahlte Haupthaus, vorbei am Freihafen, dem kaum auszumachenden Berg Jebel Ali - unserem Hotelnamensgeber, den Hochhäusern und noch eine letzte Zigarette vorm Flughafengebäude. Unser Abfertigungsschalter öffnet dummerweise als einziger nicht; vor den anderen stehen viele Senegalesen mit gewaltigen Koffern und sonstigem Drum und Dran. Eine völlig aufgelöste dicke Senegalesin rennt mich fast noch um. Der Transitbereich ein einziges riesiges Nachtlager; unwürdig für Dubai. Einen Tisch ergattern wir dennoch mit wechselnder Besetzung u.a. drei russischen Mädchen, die kräftig eingekauft haben. Dann folgt ein Scheich mit Schwarzgewandeter, die Salat essen und das Grünzeug dabei auf dem ganzen Tisch verteilen. Er fordert mich sogar auf, mitzuessen, was ich aber dankend ablehne. Interessant, wie schnell so ein Vorhang fürs Essen auf- und zugehen kann. Nur beim Trinken konnte ich das blasse Gesicht genauer sehen. Gegen 2.30 heben wir endlich ab. Dubai grüßt noch ein letztes Mal mit seinem Lichtermeer. Über den Golf, den Iran mit Isfahan und Täbris, die äußerste Nord-Ostecke der Türkei, das Schwarze Meer, Rumänien und den Plattensee geht der Flug diesmal. Die Kaugummis bleiben wiederum in der Tasche. Um 10.00 Uhr morgens schließen wir müde die Wohnungstür auf, denken aber zurück an eine

wirklich wunderschöne, erholsame Urlaubsreise in den Emiraten.

 

 


 

Seite 5 vom Bericht Dubai

home  |  überblick  |    1   |    2   |    3   |    4   |    5   |    6    |  druckversion  |  fotos

Ende Bericht von Dubai

,

Emirate Arab Emirates Emirats Emirat Emiratos Emirato Reisebericht pics images pictures immagini imagens rapporto rapport récits de voyage voyages image, Report on a journey Reports Informes viajes viaje del recorrido retratos picture imagem immagine emirati information informationen Asien asia pic informations informacion informaciones VAE UAE informazioni informacao Viaggi Viaggio Viagem Viagens Journeys asie Oman Reisen Arabische Halbinsel peninsula bild arabia información ásia Arabien VAE UAE Sharjah Gulf golf arabian Oman Reiseberichte Bilder Rub al Khali Abu Dhabi Jumeirah photos photo fotos foto. afbeeldingen Burj al Arab hajar arabie city dubai imágenes grafika dibba musandam hormus strait dubai al ain scheich, scheichs Falken emiraty arabskie arab uniti. pics pictures images imagens immagini imágenes grafika bilder reiseberichte emirates emirats emiratos récit azja reisebericht abu dhabi sharjah jumeira jumaira khor fakkan burj al arab beach beaches dubai city buraimi Goldmarkt vereinigte arabische emirate creek gulf golf strand strände dibba musandam fujairah jumairah hajar dubai-stadt hili kamelmarkt kamelrennplatz jumairah.