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Seite 3 vom Bericht Dubai

 

 

 

 

Reise nach Dubai
 
- II - 
 

Flagge der VAE

 


      Über 4-, 6- und 8-spurige in volles Licht getauchte Straßen geht's durch das Zentrum von Dubai. Autobahnen zweigen ab oder münden ein, Unterführungen werden durchfahren und Brücken genommen. Eine schon gewaltige und beeindruckende Infrastruktur bietet sich uns. Und alles hellstens erleuchtet. Man merkt, Energie ist hier absolut kein Thema. Und Geld ist reichlich vorhanden. Glitzernde, schlanke mit verschieden-farbigen Glasfassaden verkleidete Hochhäuser bis hin zu Wolkenkratzern reihen sich aneinander. Und es scheint, alles ist neu und teilweise wohl noch gar nicht benutzt. Unser Fahrer rauscht dahin, überholt links und auch rechts, offenbar ist beides erlaubt. Mal fährt er besonders schnell, läßt sich dann aber wieder zurückfallen und die gerade überholten Autos überholen nunmehr uns. Einen Sinn entdecke ich in seiner Fahrweise aber nicht. Die Straßenbeschilderung ist stets zweifach gehalten, einmal in arabischer Schrift und zum anderen in Englisch. Wir befinden uns auf der achtspurigen Ausfallstraße und Autobahn nach Abu Dhabi wie ich dadurch feststelle. Die Häuser werden niedriger, gewerbliche Gebiete ziehen vorbei und die ersten Blicke öffnen sich linksseitig in trostloses, kahles Halbwüstenland. Rechter Hand scheint das Lichtergewimmel aber nicht mehr aufhören zu wollen, obgleich wir sicher schon an die 15 km gefahren sind. Ein durchsichtig blau und teilweise violett angestrahltes gewaltiges, jedoch eigenartiges Gebilde wird in der Ferne sichtbar. Beim Näherkommen wird mir klar, das kann eigentlich nur das hypermoderne, erst im vergangenen Dezember fertiggestellte Super-Luxushotel in der Form eines Dhau-Segels sein. Es sei im Fernsehen ausführlich gezeigt worden, wußte unser Hausnachbar Vogler gerade 2 Tage vor unserer Abreise zu berichten. "Ich schau mir`s lieber in Natura an", konnte ich - ohne dabei rot zu werden oder als überheblich zu erscheinen - denn darauf antworten. Es ist wirklich eine mehr als eigenwillige Konstruktion die dort einige hundert Meter entfernt vorbeizieht und Gabi hat exakt denselben Gedanken wie ich: Es sieht eher wie ein riesiges Insekt aus. Das rechte Lichtermeer, das unmittelbar ab unserer Straße beginnt, wird noch beeindruckender, nach links nur dunkle Wüste. Unser Taxi fährt mit ca. 150 km/h auf der weiterhin hell erleuchteten Autobahn bis ein Abfahrtsschild mit Jebel Ali Hotel & Golf Resort auftaucht. Es markiert zugleich das abrupte Ende des Lichtermeeres. In der Ferne schimmert jetzt im Dunkel - wirklich wie aus Tausendundeiner Nacht - ein in rötlichgelbes Licht getauchtes Märchenschloß; so sieht`s jedenfalls aus. Wir halten genau drauf zu, durchfahren ein pompöses Eingangstor, den sich öffnenden herrlichen Palmenpark bis der Eingang unseres Hotels hinter künstlich angelegten Hügeln erscheint. Genau eine Stunde hat die rasante Fahrt gedauert, wie ich mir für die Rückfahrt merke. 92 Dirham steht auf dem Taxameter. 30 $ bedeutet uns der herbeigeeilte Portier und nicht mehr.

     Die Hoteltüren werden weit aufgerissen und Gabi und ich stehen in der großzügigen mit gewaltigen Ledersesseln ausgestatteten Eingangshalle und dem lustwandelnden Publikum. Es ist genau 20.58 Uhr wie ich später aus der Hotelrechnung entnehmen werde. Die Formalitäten sind schnell erledigt: Zimmer 138. Das gefällt mir nicht so recht - I Etage. Einer der mit dickem Teppichboden auslegten, feudalen Aufzüge bringt uns hinauf. Erstes Zimmer rechts 134, 136 dann 138. Das gefällt mir noch weniger. Das Zimmer ist jedoch gediegen und mit gutem Interieur ausgestattet. Wichtiger erscheint mir dennoch ein erster schneller Blick nach draußen. Also Vorhang auf und … direkt unter unserem kleinen Balkon breitet sich die weite, grobe Betondachfläche der Hotelhalle aus und rechts erscheint eine vorspringende, hohe - wenn auch warm angestrahlte - Hauswand, in deren Nischen friedlich die Tauben sitzen. Wir brauchen erstmal einen Schluck Cognac. Gabi meint dabei, wir sollten es so belassen, da wir ohnehin meist am Strand sitzen werden. Ich geh nochmals raus. Das soll das Land von Sindbad dem Seefahrer und Aladin mit seiner Wunderlampe sein? Statt eines aufregenden Blickes auf den Riesenvogel Greiff nur friedlich schlummernde Tauben und statt Wüstensand und Meer zu meinen Füßen, weithin ausgegossener Beton garniert mit haufenweise Taubendreck? Nein und abermals nein !! Erboßt fahre ich wieder runter und verlange kompromißlos ein neues Zimmer. Das sei allerdings erst morgen möglich, da heute alles ausgebucht sei, wurde mir bedauernd erklärt. Ein weiterer Schluck Osborn ist fällig.

      Wir wollen uns jetzt aber nicht weiter ärgern, machen uns lieber frisch und gehen nach unten, um einen ersten Eindruck von unserer neuen Umgebung zu bekommen. Die Halle ist wirklich eines 5-Sterne Hotels würdig mit den diversen Gold- und sonstigen Shops. Wir gehen noch eine Etage tiefer, um nach draußen zu gelangen. Eine weite, äußerst gepflegte Rasenanlage mit hunderten von Liegestühlen und herrlichen Palmen liegt vor uns. Und dahinter der schneeweiße, breite Strand und das dunkle Meer. Alles auch hier wunderschön beleuchtet. Nach rechts hin ein Jachthafen mit hinausragender Mole. Wir wandern mit Genuß durch die Anlage bis zum Strand vor. Das Rauschen des Meeres betört und wir atmen kräftig durch angesichts des Schönen um uns herum. Auch der rückwärtige Blick auf das warm beleuchtete, herrschaftliche und ausladende Hotelgebäude begeistert uns. Drei tolle, auf verschieden Ebenen angelegte Pools sind vorhanden mit kleinen plätschernden Bächlein dazwischen. Sogar Zierfische schwimmen drin. Uns wird klar: Eine bessere Wahl hätten wir wirklich nicht treffen können.

      Zurück in der Halle frage ich nach dem Essraum für unsere Halbpension. Wir könnten in allen 5 Restaurants des Hauses essen oder schräg gegenüber zum Buffet gehen; die Halbpension würde zum gebuchten Tarif angerechnet. Also ab zum Buffet. Wir werden sofort von einer zierlichen Asiatin in rotem Sari empfangen: "smoki or no smoki ?" haucht sie weich. Smoki. Sie stöckelt vorweg an zwei langen Buffettresen vorbei, die unsere Herzen (weiß Gott) höher schlagen lassen ob der herrlichsten Farben, der unglaublichen Fülle und der phantastischen Dekorationen in und um die dicht beladenen Silbertabletts. Unser zugewiesener Tisch steht zudem bestens in einem kleinen Vorbau des Raumes mit voller Fensterbreite und einem märchenhaften Blick durch die Palmen bis hin aufs Meer. Die Serviette bekomme ich noch auf den Schoß gelegt und ein sofort herbeigeeilter Kellner fragt nach unseren Getränkewünschen. Die Karte enthält alles, was das Herz begehrt. Ich bestelle jedoch ein schönes, großes Bier; Gabi schließt sich an. Und dann beginnt der Schmaus. Wieviel Teller ich verbrauche, weiß ich nicht mehr. Jedenfalls geht's von Lachs über Hummerschwänze, Austern, Krabben, Skampis, geräucherten Entenscheiben, verschiedenfarbige Sößchen bis hin zu Schinkenröllchen, Salat- und Gemüseplatten sowie Käse in allen Variationen. Vielleicht noch ein Häppchen von den leckeren, winzigen Fleischspießchen? Es geht eigentlich nichts mehr. Aber da ist doch noch das so mühevoll, fleißig und farbenprächtig hergerichtete Dessertbuffet. Man darf es einfach nicht auslassen, es wäre wirklich ungerecht. Ein zweites Bierchen bringt irgendwann den würdigen Abschluß in unserem Magen, bevor wir endgültig, endgültig beide kapitulieren.


 

Der Kamelrennplatz von Dubai-Stadt

Das höchste Luxus-Hotel der Welt

Die Kamele verlassen die Bahn

Ja, wo laufen sie denn?!

 


      Gabi und ich schaun uns an und wir wissen jetzt mit Bestimmtheit: Hier sind wir wahrlich richtig. Die Rechnung kommt…die Augen werden - trotz der Müdigkeit - wieder groß. Ich schlucke, ein Bier ca. 10,--DM. Und dann ist noch das Buffet ausgewiesen. Ich schlucke nochmals. Rund 220,--DM ergibt unsere mühevolle Umrechnung. Mein Hinweis auf die Halbpension wird mit einem freundlichen "no problem" beantwortet, es würde später verrechnet werden. Ich nehme mir allerdings strikt vor, schnellstens unsere Reiseleitung zu konsultieren, bevor ich nochmals das so überaus leckere Abendbuffet ansteuern werde. - Die Tauben schaue ich mir vor dem Schlafengehen nicht mehr an; ich ignoriere sie.

      Wir wachen erst gegen 9.00 Uhr auf und das wird für die nächsten zwei Wochen auch so bleiben. Ein Briefchen ist unter der Tür hindurchgeschoben und enthält freundliche Willkommensgrüße vom Manager "soundso". Ebenfalls liegt - wie auch an allen weiteren Tagen - ein Tagesplan über die Freizeitaktivitäten des Hauses sowie über die Happy-Hours der diversen Restaurants bei. Selbst der tägliche Goldpreis ist ausgewiesen. Es klingelt; der Roomboy stellt sich vor und überreicht die englische Tageszeitung von Dubai. Bevor wir runtergehen, genehmige ich mir noch schnell eins der leckern, im Zimmer auf Zuspruch wartenden Plätzchen. An der Rezeption erkundige ich mich als erstes nach dem neuen Zimmer. Ausweichend wird allerdings geantwortet und von Problemen mit kommenden Gruppen gesprochen. Ich sage dem Herrn klipp und klar: Ich gehe nunmehr frühstücken und danach erhalte ich ein neues Zimmer oder ich möchte umgehend den Chef des Hauses sprechen.

      Der Empfang im Eßraum ist Ritual wie gestern Abend. "Smoki or no smoki" mit anschließendem Vorbeimarsch an den wieder überquellenden Tresen bis zur hinteren Sektion. Die schöne Nische ist diesmal allerdings schon belegt. Dampfender Kaffee wird umgehend eingegossen und Gabi und ich gehen auf Besichtigungstour. Man muß den Anblick auch des Frühstücksbuffets erst mal genießen. Dann werden wieder die diversen Häppchen sorgfältigst ausgesucht und peinlich darauf geachtet, daß nicht zu große Stücke auf dem Teller landen. Denn hier nur wenige, aber größere Happen zu nehmen, wäre schlicht dümmste Torheit. Es sticht einem fast ins Herz, das doch so herrliche Ensemble zerstören zu müssen; aber es muß einfach sein! Kleiner Joghurt mit Erdbeere und Mangosaft, Früchtehäppchen nach Farbe ausgewählt, frisch in kleiner Pfanne zubereitetes Rührei mit Speck, Käsevariation mit winzigem Brötchen, dazu als Abrundung diverse Wurstscheibchen, jedoch ohne Brötchen. Zu allem, vor allem zwischendurch, dürfen aber auch die vielen sonstigen kleinen, leckeren Schweinereien keinesfalls fehlen. Abschließend - wenn auch ganz erheblich später - dann noch ein obligatorischer Besuch am Nachtischsbuffet zwecks winziger farbiger Törtchen, eingelegter Früchte und roter Grütze mit weißem Sahnehäubchen. Das Aufstehen fällt schwer, aber Strand und Meer locken.

      Zunächst jedoch die Pflicht. Der Spezi von vorhin hat sich offenbar aus dem Staub gemacht. Eine jüngere Frau hat dafür Platz genommen, auf die Gabi mich gleich aufmerksam macht. Sie spricht perfekt deutsch, ist wohl auch eine Deutsche. Der Computer wird befragt und ich höre: Ja, 316 wird frei. Die Zahl klingt wie fröhliches Vogelgezwitscher in meinen Ohren, bedeutet sie doch: III Etage, linker Trakt, Mitte. Ich erkläre mich sofort einverstanden. Allerdings müßten wir uns noch bis 12.00 Checkout-Time gedulden. Mit dem Versprechen, daß die Reservierung sicher sei und meiner Drohung, daß ich um Punkt 12.00 Uhr hier stehen werde, gehen wir mit frischem Elan und Freude nach draußen. Jeder erhält noch ein großes Handtuch; zwei Liegestühle nahe am Strand werden ausgesucht. Wir legen uns drauf, beginnen uns zu strecken, zu aalen und gemütlich zu räkeln ob der herrlichen Umgebung und der warmen Sonne, seufzen tief durch und fangen vor Vergnügen an zu jammern, wie hart doch das Leben im Allgemeinen und auch im Speziellen so ist… Nach einem späteren kleinen Rundgang am Strand geht's zurück zur Rezeption. "316 ist jetzt frei" hören wir mit Wohlgefallen. 138 räumen wir umgehend und fahren die 2 Etagen mit vollem Gepäck nach oben. Auf den Boy wollen wir nicht warten. Die Karte wird ins Schloß gesteckt und die Tür springt auf. Lichtdurchflutet und freundlich wartet das Zimmer, der Vorhang steht weit offen. Eilig geht's auf den kleinen Balkon und mein Herz wird weit; der Blick geht vom Wüstenhorizont über die grüne, hügelige Golfanlage garniert mit Palmen, dem nahen Palmenpark bis zur Blütenpracht direkt vorm Haus. Rechts wird noch ein kleiner Ausschnitt des blauen Meeres sichtbar und unten schlägt gerade ein Pfau vor Freude ein Rad und läßt seinen gezogenen Schrei erschallen "iau" (mit Betonung auf au). Ja, das isses. Gabi und ich strahlen. Zwei Wochen Urlaub stehen vor uns.

- F o r t s e t z u n g - III -

 


 

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