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Seite 4 vom Bericht Dubai

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Seite 6 vom Bericht Dubai

 

 

 

 

Reise nach Dubai
 
- V - 
 

Flagge der VAE

 

     Der Sektempfang am Dienstag abend hindert uns, den Jachthafen aufzusuchen. Es wird zwischen den Pools ausschließlich Schampus mit diversen, leckren Häppchen serviert. Das Glas ist kaum leer und schon wird nachgeschenkt. Wer wollte, könnte sich hier mit Champagner glatt besaufen und das noch in allerbestem Rahmen unter Sternenhimmel.

     Heute, am Freitag, steht die Osttour auf dem Programm: Über Sharjah an den Indischen Ozean. Also erneut vorbei am Schießstand (auch das bietet unser Hotel) bis zur Hotelstraße am Jumeirah-Beach, in der wieder Gäste gesammelt werden. Auch zwei Scheichbrüder haben hier ihre beiden Paläste mit Palmenpark hingestellt. Eine der schönsten Moscheen, die ich je gesehen habe, grüßt uns. Über die 8-spurige Autobahn mit dichtem Verkehrsgetümmel wird Dubai gequert. Viele Luxuskarossen, fast ausschließlich deutscher Herkunft wie Mercedes, BMW und auch Audis in denen nur Kaftane sitzen, überholen uns; die niederen Klassen meist Japaner. Nur wenige Kilometer Wüstenfläche und Sharjah-Stadt beginnt bereits. (Hauptstadt und zugehöriges Emirat sind stets namensgleich.) Es sieht allerdings nicht anders aus als Dubai, also modern, großzügig und gesichtslos. Ein riesiger Kreisverkehr wird umrundet. Er ist von repräsentativen Gebäuden umgeben und in der Mitte steht ein in Stein gehauenes, geöffnetes Buch: natürlich der Koran. Gäste aus Sharjah und Ajman steigen zu, darunter ein schweizer Pärchen Ende 20 und vornehm in weißem Dress. Stopp am internationalen Flughafen von Sharjah, gerade mal 30 km von Dubai entfernt. Verrückt. Drei weiße Kuppeln, je eine für Ankunft, Abflug und Transit. Abflug ist unser Pissoir, denn alles rennt dorthin. Die feine Schweizerin als erste. Wie Gabi erzählt, zuckte sie allerdings beim Anblick der Toilette wie von der Tarantel gebissen zurück und stieß fassungslos aus: Was ist denn das? Es war schlicht eine normale, besonders hygienische Toilette ohne Sitz. Der Vortritt war Gabi grad recht. Wie's bei der Schweizerin weiterging, werde ich wohl nie erfahren. Jedenfalls war ihre blütenweiße Hose makellos geblieben. Bei der Ankunft im Hilton zur Mittagspause ist sie jedoch wieder die Erste.

     Hochinteressant, vor dem Gebäude einige Scheichs mit etlichen Falken. Wie wir hören, befindet sich in Dubai das weltweit einzige Falkenhospital. Aus allen Ländern der Erde kommen die Falkner hierher, um ihre kostbaren Vögel behandeln zu lassen; und es ist in den Emiraten für Fluggesellschaften Pflicht, die Vögel im Passagierraum mitfliegen zu lassen. Es sind schon tolle Tiere mit ihren weichen Gefieder - wie Gabi durch Streicheln feststellt - und den glasklaren, wachen Augen. Meist sind die Augen jedoch durch Häubchen bedeckt, um sie nicht aufzuregen. In früheren Zeiten waren die Vögel hier sogar fast lebenswichtig; sie versorgten die Beduinen in der Wüste mit Frischfleisch von Niederwild. Heute dienen sie allein dem Hobby. Die Halbwüste hat uns wieder. Eine große Oase wird durchquert, in der viel Obst und Gemüse gedeiht. Das absolut kahle, rötliche Hajargebirge naht und umgibt uns dann. Wir erreichen den mitten in den Bergen abgehaltenen, bunten Freitagsmarkt bei Masafi, der wirklich alles an Früchten und Grünzeug bietet. Das Gebirge fasziniert mich in seiner Kahlheit und der schroffen, kantigen Gesteinsart. Ein Halt wird eingelegt, um uns einen Blick in eins der tiefen Waditäler zu gestatten. Die Höhe der umliegende Berge kann ich allerdings überhaupt nicht abschätzen. Die maximale Höhe des Gebirges soll bei ca. 1800 m liegen.


 

Quer durchs Hajargebirge

Auf dem täglichen Freitagsmarkt von Masafi

Blick in ein tiefes Wadi

Stop an einem Aussichtspunkt




     Der Flußlauf, dem wir folgen, hat sich tief eingeschnitten, fast senkrechte Wände. Und er muß immer noch Feuchtigkeit führen, denn die Kronen von Palmen lugen sogar heraus. Teilweise wird noch Wasser nach oben gepumpt, um höhere Felder zu bewässern. In der Ferne taucht der mediterran anmutende Fischerort Dibba am blauen Indischen Ozean auf. Historisch bedeutend ist er, weil hier 633 die letzte Schlacht geschlagen wurde, mit der die islamische Eroberung der Arabischen Halbinsel abgeschlossen wurde. Ein Kuriosum zudem, das Dörfchen ist dreigeteilt, je ein Teil gehört zu Fujairah, Sharjah und zum ausländischen Staat Oman. Der nördlichste Zipfel der Halbinselecke mitsamt des wichtigen Ausgangs aus dem Persischen Golf, der Seestraße von Hormus, ist ebenfalls omanisches Staatsgebiet. Dieser gebirgige Zipfel heißt "Musandam" und beherbergt nur einige kleinere Dörfchen. Liebend gerne hätte ich dorthin einen Abstecher gemacht, denn die Berge wirken gewaltig. Wir aber fahren jetzt südwärts weiter, ohne Dibba zu besuchen. In großer Entfernung auf dem Meer ankern massenhaft Schiffe, vorwiegend Tanker. Ich zähle über 50 Schiffe. Jedoch nur eins sehe ich während der ganzen Zeit in den Hafen einlaufen. Eine Öl-Pipeline wurde aus Sicherheitsgründen während der 80-ger Jahre (wegen der Probleme im Iran und Irak) vom Golf durch das Gebirge nach hierher gebaut.

     Nächster Stopp bei Badiyah an der ältesten Moschee der Emirate, über 300 Jahre alt. Unmittelbar dahinter auf einem Hügel noch 2 erhaltene Beobachtungstürme aus portugiesischer Zeit. Die Moschee, klein, weiß gekalkt und ohne Minarett. Außer mir genießen nur zwei weitere Gäste den herrlichen Rundumblick vom Turm übers Meer bis ins Gebirge. Gabi kommt noch hinzu. Die anderen sind wohl zu alt, zu faul oder zu fein, um hochzukrabbeln. Übliche Touristen in den VAE sind denn auch Herrschaften von 40 an aufwärts. Khor Fakkan mit seinem wunderschönen, riesigen Strand gehört als Exklave wiederum zu Sharjah und hat dementsprechend einen grünen Straßenmittelstreifen. Fujairah selbst dagegen ist arm und lebt im wesentlichen vom Fischfang, Datteln, Zitrusfrüchten, Gemüse und Tabak sowie als landschaftlich schönstes Emirat auch vom Tourismus. Viele Reiche aus den anderen Emiraten haben ihre Freizeitvillen hier gebaut. Außergewöhnlich, manche Häuser sind exakt doppelt erstellt und von nur einer einzigen Mauer umgeben. Sie gehören den Scheichs, die 2 Frauen ihr Eigen nennen. Es können aber auch 4 sein. Unabdingbare Voraussetzung nach dem Islam ist jedoch, daß alle Frauen in allem absolut gleich behandelt werden, insbesondere auch im Gefühlsleben. Das scheint wohl das Problem, da die meisten Männer heute nur eine Frau haben. Auf meinem Hochsitz werde ich von den Lautsprechern einer Moschee beschallt. Es ist aber nicht der Muezzin, der zum Gebet ruft, sondern ein eigenartiger Zwiegesang. Unpassend auch die Zeit, denn der Allahdiener ruft bei Sonnenauf- und Untergang sowie Mittags und Nachmittags. (In Luxor darüberhinaus auch nachts um 4 Uhr, wie ich 1984 kerzengerade aufgeschreckt aushalten mußte. Die nebenan liegende Moschee hatte ihren Lautsprecher genau auf mein Zimmerfenster ausgerichtet.)

     Die Mittagspause wird in Fujairah-Stadt gemacht. Das kleine Hilton hat einen häßlichen, schwärzlichen Strand und Gabi und ich sind froh, daß die wieder mal lange Pause beendet wird. Draußen windet es jetzt heftig; auch Sand wird angeweht. Die Stadt bietet - wie üblich in den Emiraten - nichts. Ein einziges enormes Hochhaus steht noch im Rohbau. Wir halten an einer alten, kleinen Festung, die gerade renoviert wird. Außenrum sind noch die Grundmauern der ehemaligen Lehmhäuser erkennbar. Auf der Autobahn geht's zurück ins Gebirge. Links ein Stausee, jedoch ohne Wasser. Als nächstes ein Halt in einem großen Tal mit wunderschön gelegener, dattelpalmenbewachsener Oase. Ein Fort mittendrin bewachte in früheren Zeiten diesen einzigen Durchgang durchs sonst unzugängliche Gebirge. Auch hier der Flußlauf tief eingegraben. Denn wenn's mal regnet, dann ist Holland in Not und das Wadi wird tödlich. Die Rundfahrt endet im wahrsten Sinne des Wortes wieder am Freitagsmarkt. Der Rest der Reise ist schon bekannt, bis auf den Umstand, daß unserer Fahrer in Sharjah diesmal 5 Runden um das steinerne Koranbuch kurvt.

     Wir kommen diesmal als Letzte ins Hotel, jedoch noch pünklich zur Happyhour. Das uns schon bekannte Pärchen bestellt sich wiederum kurz von 19 Uhr das zweite Bier und ißt erneut hier am Hafen. Eine solche Kasteiung kann - wir haben uns tiefe Gedanken gemacht - eigentlich nur dadurch verständlich werden, daß keine Halbpension gebucht worden ist. Sie tun uns bitter leid und wir grüßen sie ab jetzt. Nebenan sitzen zwei in Schwarz umhüllte Matronen, leider jedoch ohne Schleier. Bei ihren wenig sympatischen Gesichtern wäre uns ein Vorhang durchaus lieber gewesen. Die Bewertung der Gesichtsschleier jedenfalls sehen wir nunmehr erheblich differenzierter. Eine völlig gelangweilte, junge Asiatin ist dazu verdammt, auf die drei frechen Gören der Herrschaft aufzupassen. Sie muß offenbar immer bei ihnen bleiben und sogar Tischtennis spielen. Jeweils Aufschlag und der andere läuft dem auf dem Boden davonhüpfenden Ball hinterher; die eine Seite freudig kreischend, die andere immer langsamer werdend. Beim Abmarsch bekommt das Kindermädchen noch die vollen Plastiktüten in die Hand gedrückt und muß mit den Kindern vorweg laufen, während die Herrschaft behäbig folgt. Auch wir gehen zurück; diesmal ein schwarzes Kätzchen, das schnell zwischen unseren Beinen durch die Tür witscht, von einer zweiten dann aber aufgehalten wird. In der Eingangshalle treffen wir die beiden Chemnitzer, die gerade eine Goldkette für 1.200,--DM erstanden haben. Sie ist wahnsinnig stolz drauf, läßt das Geschmeide durch die Hände gleiten und zeigt, daß aus der Kette noch ein Armband abgekoppelt werden kann. Wir bewundern alles gebührend und denken, im teuren Hotelshop hätten wir es nicht gekauft. Im wieder bestens hergerichteten Zimmer neue Post, neue Leckereien und die obligatorische Wasserflasche, von der schon 4 angesammelt sind.



 

Blick auf den Indischen Ozean

Der untere portugiesische Beobachtungsposten

Blick über eine Palmenplantage bis zum Hajargebirge

Strand von Khor Fakkan





     Große Probleme sehe ich heute allerdings noch auf mich zukommen, denn Italienischer Abend ist angesagt. Wo soll ich bloß die so sehr geliebten, aber doch so sättigenden Spaghettis unterbringen? Aber irgendwie habe ich das Problem gelöst. Erstmalig erscheint auch ein Scheich mit schwarzgewandeter Frau. Keusch zu Boden blickend (so daß ich ihr Gesicht leider nicht recht sehen kann) und in gehörigem Abstand folgt sie dem weißen Kaftan bis in die letzte Ecke des Raumes. Sie ist schlank, offenbar sehr jung, hat einen ausgesprochen blassen Teint, jedoch rot geschminkte Lippen. Er, ein gut aussehender Mann - wie Gabi sagt - in reifem Alter. Die Essenshäppchen vom Buffet bringt er ihr, so daß ich sie wieder nicht sehen kann. Mit einem Ruhrpottehepaar sind wir noch zu einem Bier verabredet und warten in der Halle auf die beiden. Gerade kommt ein neues Pärchen mit drei Koffern an. Die Zimmerzuteilung an der Rezeption dauert. Mir schwant, ich sehe zwei heiße Anwärter auf Zimmer 138. Die Bar hatten wir bisher immer gemieden, da es zu laut daraus tönte. Eine kleine, stämmige auf hohen Sohlen stampfende Philippinosängerin gibt hier ihr bestes und hinter ihr - ich dachte stets es sei eine ganze Band - nur einer, der die Elektronik bedient. Ich staune nicht schlecht; das Scheichpärchen kommt ebenfalls, verzieht sich zu meinem Leidwesen aber gleich in die entgegengesetzte Ecke. Die beiden Hattinger bekunden ärgerlich, daß ihr Zimmer exakt über uns liege und sie deshalb bis 24 Uhr immer hier unten blieben; an Schlaf sei vorher nämlich nicht zu denken. Also auch Zimmer 163 rechne ich schnell durch und sinniere: Für die ganze Rezeption müßte es wohl immer einen besonderen Nervenkitzel darstellen, wenn bei Zimmerknappheit mit Pokermiene 138 oder 163 vergeben wird: Kommt nun eine wilde, bösartige Reaktion oder nicht? Und die Spannung dürfte unerträglich werden, je länger die Zeit ab der Zuteilung andauert.

     Am Strand ist es wieder herrlich; wir genießen. Ich lese die Zeitung und schmökere in den beiden Büchlein über die Emirate. Daß die VAE keine Demokratie ist, war mir schon klar geworden. Hier bestimmen allein die 7 gleichberechtigten Scheichs. Besonders gleich allerdings der Scheich von Abu Dhabi, da er der größte Geldgeber innerhalb der VAE ist. Das Volk wird hingegen ruhig gehalten durch entsprechende Wohltaten. Ärmere Emiratis sowie unverheiratete Frauen ab 40 erhalten z.B. freies Wohnen, Strom und Wasser. Die Scheichs sollen aber beliebt sein. Das Alkoholverbot in Sharjah ginge auf die Saudis zurück. Das Emirat hatte sich nämlich beim Ausbau seiner touristischen Infrastruktur übernommen und Saudi Arabien war nur zur Hilfe bereit, unter der Auflage eines Alkoholverbotes. Hierdurch dürfte wohl der Teufel mit dem Beelzebub ausgetrieben worden sein. Ich bemerke eine Mutter, die immer verzweifelter ihre beiden Kinder - auch auf`s Meer schauend - sucht. Ich erlöse sie und zeige auf die zwei gegeneinander gestellten Sonnenschirme, unter denen sich die Kinder verkrochen haben; dem Spiel der Kinder hatte ich lange zugeschaut. Immer wieder tönt die Melodie von irgendwelchen Handys am Strand; es wird offenbar kräftig nach Hause telefoniert. Gegen 4 Uhr kommt wie üblich Wind auf und es wird merklich kühl. Der liegende Sonnenschirm dient ab jetzt als Windfang. Spätestens um 5 Uhr wird regelmäßig das Feld geräumt und die warme Dusche wartet. Heftiges Pfauengeschrei draußen. Es ist Fütterungszeit. Die heranrennenden Pfauen nehmen kein Ende, es sind mindestens 40 bis 50, wie ich erstaunt feststelle. Selbst vollgefressen schwingen sie sich anschließend noch auf die dichten Büsche und können dort sogar stehen.

- F o r t s e t z u n g - VI -

 


 

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