Kap Verden
Archipel



Heutzutage wird nach Cape Verde geflogen
 

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Quelle der Karte:
Mit freundlicher Genehmigung von http://www.kapverde.net


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Etwa 1.500 km südlich von den Kanarischen Inseln liegen Kapverdische Inseln, die diesmal unser Urlaubsziel werden sollten. Dieser kleine Inselstaat, der 1975 von Portugal unabhängig wurde, heißt bei seinen Bewohnern Cabo Verde. Ob Kap Verde oder Kap Verden bzw. Kapverde oder auch Kapverden auf deutsch nun richtig ist, ist mir bis heute verborgen geblieben. Jedenfalls gibt's dort neun bewohnte Inseln, nämlich Sal, Sao Vicente, Santiago, Fogo, Boa Vista, Maio, Brava, Santo Antao sowie Sao Nicolau und einige unbewohnte Inseln dazu. Und die ersten vier Inseln standen auf unserem Programm, gebucht bei Neckermann für ca. 2.320 Euro pro Nase mit Halbpension und geflogen mit Condor von Frankfurt aus: Eine Woche Inselkarussell und eine Woche Badefreuden auf der Ilha Sal. Eine Reise vom 10.03. bis 25.03.2003
      Angenehme 6 Stunden dauert der Flug bis nach Sal. Eine flache, wüstenhafte Insel, die außer den Stränden eigentlich nichts zu bieten hat. Hier ist aber dennoch das touristische Zentrum von Kapverde bei dem kleinen Ort Santa Maria, da die anderen Inseln - bis auf Boa Vista - wenig oder fast keine Strände haben. Für uns bleibt unverständlich: Von den gut 100 Neckermännern machten nur Gabi und ich das Inselhüpfen. Darum wurden wir später auf Sal beneidet, denn die angebotenen Tagesausflüge auf andere Inseln waren teuer und 2 Wochen nur Santa Maria sind schon recht langweilig. Überschäumendes, tourisisches Leben wie z. B. auf den Kanaren mit Anmache, Sauferei etc. ist hier absolut nicht zu finden; für Kontakt suchende Singels also kein guter Ort. Hier liegt man in der Sonne, surft, wandert am Strand oder trinkt mal ein, zwei Bier in Santa Maria. Hotels mit "Alles Inklusive" gibt es zwar auch; der Trinkgenuß hält sich aber in Grenzen, da man auf sein Bier warten darf und gemütliche Ecken im Hotel (jedenfalls in Belorizonte/Novorizonte) nicht zu finden sind
      Unser Inselhüpfen (nach einer Übernachtung in Sal) geht als erstes nach Sao Vicente. Auf den Kapverden fliegt man, da die Fähren zu unregelmäßig gehen. Meine Ängste wegen der Flugzeuge waren unbegründet; alle Flieger machten einen sehr guten Eindruck und Ruck Zuck war die Insel Sao Vicente erreicht. Die Hafenstadt Mindelo ist hier das Zentrum. Ein angenehmes Städtchen, mit alten, bunten Kolonialhäusern im Hafenbereich. Schiffe laufen die Kapverden in heutiger Zeit aber kaum noch an. Eine Tagestour zeigt bequem die ganze Insel bis hinauf auf den Monte Verde. Von Mindelo ist es nur ein Katzensprung rüber zur Nachbarinsel Santo Antao, die wie ein Teil von Sao Vicente erscheint.
      Die Insel Santiago mit der Hauptstadt der Kapverden Praia ist unser nächstes Ziel. Praia wird auf unserer Fahrt quer durch die Ilha Santiago nur durchfahren, da die größte Stadt von Cabo Verde weder was bietet, noch schön ist. Das Zentrum von Santiago mit seinem schroffen Gebirge und den tiefen Tälern, der bunte Markt von Assomada sowie die Weiterfahrt in den Norden bis Tarrafal mit seinem schönen Strand begeistern hingegen. An der felsigen Ostküste von Santiago geht die Tagestour zurück nach Praia und weiter nach Cidade Velha, dem Ort, der traurige Berühmtheit als Umschlagplatz des Sklavenhandels in die neue Welt erlangt hat. Eine alte, große Festung der Portugiesen thront hoch über dem Dorf.
      Zwei Tage sind für die Ilha Fogo eingeplant. Hier befindet sich der 1995 letztmalig ausgebrochene Vulkan Pico de Fogo. Die ganze Insel Fogo ist aber der eigentliche Vulkan, aus dessem gewaltigen Urkrater sich der Pico do Fogo "nur" als weiterer ca. 1000 m hoher Kraterkegel erhebt. Ein unglaublicher Anblick diesem fast schwarzen, furchteinflößenden, steilen Ascheungeheuer gegenüber zu stehen. Für mich das beeindruckendste Erlebnis auf den Kapverden. Und unmittelbar am Fuße des Pico im Urkrater leben tatsächlich noch Menschen im Dorf Cha das Caldeiras. Der Weinanbau im Urkrater ist ihre Lebensgrundlage. Ihre optische Besonderheit: hell bis dunkelhäutig, jedoch mit blonden Haaren. Im hübschen Städtchen Sao Filipe wohnen wir hoch über dem Meer mit weitem Blick bis rüber zur Insel Brava. Von Sao Filipe hüpfen wir nach einer Woche wieder zurück nach Sal.
      Die Ilha Sal bietet landschaftlich zwar nicht viel, eine Durchquerung sollte aber schon sein, wenn man mal da ist. Wir haben dazu einen Wagen gemietet, da die im Hotel angebotene Tour nicht optimal sein soll. Die beiden Orte Espargos und Palmeira gibt es noch auf Sal. Von Letzterem führt eine Schotterpiste zum Olho Azul, dem Blauen Auge. Eigentlich nur ein tiefes, dunkles Loch im schwarzen Lavagestein und drunter eine Wasserhöhle. So jedenfalls morgens bis 11 Uhr und ab 13 Uhr nachmittags, in der Zeit, in der die Hotelgäste zur Besichtigung erscheinen. Kommt man dagegen - wie wir - zwischen 11 und 13 Uhr, steht die Sonne hoch und scheint hinab bis zum Wasser. Durch die Lichtbrechung ergibt sich jetzt im Wasser ein faszinierender, blauer Strahlenkranz, in dessen Mitte Steine im Wellengang himmelblau schimmern. Es wirkt wie ein strahlender Edelstein. Eine weitere Sehenswürdigkeit sind die Salinen - diverse mit Meerwasser überflutete Polder in verschiedenen Stadien der Verdunstung - innerhalb eines gewaltigen, kreisrunden Kraters. Im übrigen fährt man auf der Insel Sal durch ein kahles, staubiges und windiges Wüstengebiet mit einigen Bergen drin.
      Unser Fazit: Wer Kapverdische Inseln besuchen will, sollte unbedingt ein Inselhüpfen mit einplanen, da ein reiner Badeurlaub nur auf Ilha Sal im Vergleich zu anderen Badezielen wie z. B. die Kanaren, Balearen oder Malediven enttäuschend und wohl auch zu teuer wäre. Unsere Kombination fanden wir optimal und haben somit Cabo Verde in bester Erinnerung. - Ein gutes, ausführliches Reisehandbuch über die Inseln gibt's von Christina Gottschall und Sabine Heilig im Unterwegs Verlag

Weitere Infos und Reiseerinnerungen stehen unter den Bildern und unter 'Bericht'.


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