Seite 1 vom Bericht der Insel Sal

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Reise auf die Kapverdischen Inseln im März 2003


 VIII

Olho Azul - Insel Sal



 bitte klicken Von Espargos geht unsere Fahrt nach Palmeira. Es ist eine kleine Ortschaft, jedoch mit einem recht wichtigen Hafen für die Ilha Sal. Der Weg dort hin ist öde, wie eben die ganze Insel. Unterwegs kein Baum, kein Strauch und auch keinerlei Grün. Peter weiß aber von einer kleinen Oase, mit Palmen und sogar einer Kapelle nebendran. Über einen Schotterweg werden die Palmen erreicht. Einheimische haben sich hier zum Picknick niedergelassen; doch uns ist nicht danach, da die Oase gleichzeitig ein ausgesuchtes Revier für Mücken ist. Wir wenden lieber und fahren rein nach Palmeira. Hier ist endlich mal was los. Die renovierte kleine Kirche wird eingeweiht und das ganze Dorf ist auf den Beinen. Es herrscht Volksfeststimmung.

 bitte klicken Trotz des Festes haben wir keine Parkplatzprobleme. Neben der Kirche stellen wir den Wagen ab und mischen uns unters Volk. Vor der Kirche findet der Gottesdienst statt, so dass die Gläubigen zugleich den Blick auf ihr in neuem Glanz erstrahlendes Gotteshaus haben. Es ist eine katholische Kirche. Die meisten Kapverdianer sind katholisch und offenbar auch gläubig, wie die Kirchen selbst im kleinsten Nest zeigen. Wohl ein Erbe aus der portugiesischen Zeit, auch wenn hier der Sklavenhandel blühte. Diesen Widerspruch werde ich wohl nie verstehen. Ein getaufter Sklave brachte sogar einem höheren Preis, da man davon ausging, dass er gehorsamer ist als die Anderen. Alle auf dem Fest sind gut, adrett und sauber gekleidet. Zu Trinken gibt's hier ebenfalls was und wer will, hört dem Pastor zu oder auch nicht.

 bitte klicken Durch wüstenhaftes, staubiges Gebiet geht die Fahrt weiter Richtung Ostküste. Die Straße nach Pedra de Lume ist sogar - man will es kaum glauben - geteert. Auch auf dieser Seite der Insel gibt es Strände. Aber man ist hier alleine, keine Menschenseele ist weit und breit zu sehen. Herrlichster Wellengang kommt herein und das Wasser ist glasklar.

 bitte klicken Der Ort Pedra de Lume ist auf der Teerstraße schnell erreicht. Er liegt direkt am Wasser und hat vielleicht 5 Häuser. Eins davon ist ein exklusiver Bungalow mit ummauertem, herrlichen Garten sowie Blütenpracht, das zweite Anwesen ein großes Haus mit Restauration auf der überdachten Veranda, der Rest kann vergessen werden. Da gerade Zeit zum Mittagessen ist, setzen wir uns auf die Veranda und bestellen dummerweise Spaghetti. Hinter uns wird - leider zu spät für eine Umbestellung - ein riesiger Hummer vom Feinsten serviert und kurz darauf zu allem Überfluß auch noch vor uns. Wir trösten uns damit, dass die Spaghettis viel leichter zu essen sind. Die Attraktion von Pedra de Lume ist neben dem Hummer - wie wir jetzt wissen - die ehemals so bedeutende und lukrative Salinenanlage inmitten eines riesigen Kraters. Vom Ort aus ist davon aber nichts zu sehen, lediglich die verrottete Endstation einer Lorenseilbahn für das Salz, das von hier aus nach Brasilien verschifft wurde.

 bitte klicken So recht vorstellen kann ich mir die Salinas von Pedra de Lume nicht. Von dem Hügel, den wir hinter der Endstation der Drahtseilbahn besteigen, ist noch nichts von den Salinen zu sehen. Die Richtung aus der das Salz ehemals kam, zeigen jedoch die Masten mit den noch herunterhängenden Drahtseilen an. In den zwanziger Jahren war hier bereits Schluß. Mit dem Auto fahren wir den gegenüber liegenden Hügel hinauf. Ein Tunnel wurde hier durch den Berg getrieben und der Blick hindurch ist faszinierend. Man schaut in einen riesigen Krater hinein, an dessen ebener Sohle große Felder in verschiedenen Färbungen liegen. Die meisten schon weiß vom ausgeschiedenen Salz, andere noch in rötlicher oder in bläulicher Farbe, je nach Stand der Verdunstung des Wassers. Und außen herum der fast kreisrunde Kraterwulst, durch den der Tunnel geführt hat. Der Kraterboden liegt offenbar unterhalb des Meeresspiegels, so dass das Salzwasser dosiert hereingeleitet werden kann. Eine wirklich sehenswerte Anlage.

 bitte klicken Natürlich wandern wir auch hinunter zum Kraterboden, um das ausgeflockte Salz aus der Nähe zu sehen. Wer will, kann auch ein hübsches Bad nehmen und dabei Zeitung lesen. Untergehen würde man hier nicht. Wir lassen es aber lieber, denn mit einer Salzkruste am Körper ist das Autofahren nicht so toll. So ganz eingestellt ist die Anlage im Krater aber wohl doch nicht. Ansonsten wäre unverständlich, dass verschiedene Stadien der Verdunstung nach so langer Zeit noch zu sehen sind. Nur für Touristenzwecke wird man den Aufwand jedoch kaum betreiben.

 bitte klicken Zwei Dinge bleiben für uns auf Sal noch zu besichtigen; dann kennen wir schon die ganze Insel. Von Palmeira führt eine Schotterpiste, die allerdings nicht so leicht zu finden ist, am Meer entlang nach Buracona und dem Olho Azul. Eine wirklich öde Landschaft hier. Dennoch einige Autos stehen an der Lavaküste und die Insassen scheinen zu baden oder zu schnorcheln, denn zu sehen sind sie nicht. Dort wo die meisten Autos parken, muß wohl auch unser Ziel sein. Ja, Buracona ist es und schon von weiterm dröhnt uns laute Pop-Musik entgegen.

 bitte klicken Ein bißchen größer hätte ich mir das Naturschwimmbecken von Buracona schon vorgestellt. Aber Sal ist eben arm an Sehenswürdigkeiten und so muß selbst dieses kleine Naturbecken als touristischer Besichtigungsort dienen. Für die Einheimischen ist es jedenfalls eine Gaudi, hier zu sein. Es sind im wesentlichen Jugendliche, die sich beim Baden austoben und der Ort scheint mir so eine Art Heiratsmarkt zu sein. Recht knackige Figuren sind dabei. Für die heiße Musik sorgt ein Monster von Lautsprecher, und - ganz clever - die gesamte Musikanlage wird von einem ratternden Dieselmotor am Leben gehalten. Das Rattern hört man allerdings nur ganz in seiner Nähe.

 bitte klicken Die Brandung ist heute nicht sehr stark. Dennoch schwappen die Wellen hoch bis ins hintere Schwimmbecken. Bei stärkerer Brandung dürfte so einiges im Badezimmer los sein. Glitschig ist es unten und man muß aufpassen, dass die Wellen einen nicht erwischen. Eine Unmenge an kleinen Quallen schwimmt zudem im Wasser. Sie sind wunderschön anzusehen mit dem roten Blutring im milchigen Körper. Links oben, unmittelbar neben diesem Badekessel, gibt's ein ovales, ca. 3 m breites Loch in diesem Lavagestein. Es ist nicht umzäunt, nicht markiert, nicht abgetrennt und wer unvorsichtig ist, fällt hinein. Es ist ein geheimnisvolles Loch und es birgt einen Schatz von unglaublicher Schönheit.

 bitte klicken Dies ist das geheimnisvolle Loch im Lavafels. Ich schau hinein und will nicht glauben, was ich sehe. Der Atem stockt einem wirklich. Faszinierend und von überirdischer Schönheit. Ein wahres Märchen. Vorstellen konnte ich es mir nicht. Die Erzählungen der anderen auf Sal, die dieses Wunder schon gesehen hatten, waren einfach zu blass, um auf diesen Anblick vorzubereiten. Vielleicht waren sie aber auch nicht so begeistert wie ich. Für mich jedenfalls ist es ein Erlebnis von ganz besonderem Rang. Eins der wirklichen Highlights, die ich auf den vielen Reisen bisher gesehen habe. Erstaunlich, dass es so unbekannt ist. Denn bis zum Besuch der Kapverden hatte ich davon noch nichts gehört. Das Wunder heißt Olho Azul oder zu deutsch das Blaue Auge.

 bitte klicken Das Blaue Auge entsteht jedoch nur, wenn die Sonne durch das Loch bis auf den Grund der Höhle hinunter scheinen kann. Und das ist lediglich der Fall in der Zeit von 11.00 bis 13.00 Uhr Mittags. Davor und danach sieht man bloß in ein dunkles, völlig nichtssagendes Loch. Was mir bei unserem Besuch allerdings noch nicht bekannt ist und mir noch heute etwas mulmig macht, ist der Umstand, dass es sich um eine große und tiefe Wasserhöhle handelt, in die man hinunter schaut. Das erkennt man nämlich nicht. Nachträglich weiß ich wirklich nicht, ob ich mich für die Photos bei Kenntnis so weit nach vorne gebeugt hätte. Denn irgend einen Halt findet man hier nicht. Aber nur wenn man sich weit genug vorwagt, erscheint das Olho Azul in voller Größe und in vollem Glanz, wie auf diesem Bild.

 bitte klicken Nun, ich bin nicht hinunter gefallen und freue mich jetzt für diese Aufnahmen. Kaum zu glauben ist schon der Anblick des Olho Azul von oben her. Welche Faszination muß das Blaue Auge einem Taucher erst bieten: In der dunklen Wasserhöhle dieser mächtige blaue Strahl. Leider habe ich ihn selber nie gesehen. Dieses tolle Bild habe ich aus dem Internet gefischt. Von wem es stammt, ist nicht heraus zu bekommen. Es kursiert aber in verschiedenen Auflösungen und auch gespiegelt im Internet. Ich verwerte es somit auch, ohne auf den Urheber hinweisen zu können. Zur Vervollständigung des Bildes über dieses Naturwunder von Sal meine ich, es machen zu dürfen; der Autor wird mir wohl verzeihen. Wenn aber nicht, dann möge er sich bitte bei mir melden

 bitte klicken Immer wieder schaue ich mir das Olho Azul an. Wie ein Haufen gleißender Edelsteine sieht es aus. Und Steine sind es unten tatsächlich, wenn auch große Felsbrocken. Irgendwann reiße ich mich dann doch von diesem Anblick des Olhoazul los; wir wollen weiter. Im Hotel schwärme ich natürlich von dem Blauen Auge. Ärgerlich für diejenigen, die mit der Hoteltour zwar vor dem Loch standen, aber halt zu einer falschen Zeit. Das Mittagessen und der Souvenirshop waren wichtiger. Nochmals privat hinfahren wollten sie jedoch nicht. Bei 'All Inklusive', neuerdings gibt's das auf Sal auch, geht man eben nicht so ohne weiteres aus dem Hotel, da man was Bezahltes versäumen könnte ;-)

 bitte klicken Die zwei Wochen Urlaub auf den kapverdischen Inseln gehen zu Ende. Sie haben uns gefallen und die an Cabo Verde gestellten Erwartungen wurden erfüllt. Unsere Vorstellungen von den Inseln waren allerdings von vorn herein nicht zu hoch geschraubt, da uns klar war, dass es sich um ein trockenes und armes Archipel handelt. Entscheidend für einen gelungenen Aufenthalt auf den Kapverden ist mit Sicherheit das Inselhüpfen. Drei, vier Inseln sollten es schon sein, um einen Eindruck von dem kleinen Land zu bekommen. Denn gerade die Haupttouristeninsel Sal bietet eigentlich am wenigsten und ist die Uninteressanteste der von uns besuchten vier Inseln auf Cabo Verde.

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