Seite 2 vom Bericht der Insel Fogo

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Seite 2 vom Bericht der Insel Sal







Reise auf die Kapverden Inseln im März 2003


 VII

Insel Sal - Santa Maria



 bitte klicken Ilha Sal hat uns wieder. Ca. 4 Stunden hat der Flug von Fogo nach hier gedauert, da in der Hauptstadt Praia auf Ilha Santiago Zwischenlandung und Umsteigen angesagt war. Erneut ein Kompliment: Pünklich wie die Uhr gingen beide Flieger. Wunderschön auch der Blick nach unten auf die Inseln Maio, Boa Vista und natürlich Sal mit seinen weiten Stränden und dem kargen Inselinneren. Durch die erste Übernachtung hatten wir ja schon einen kurzen Eindruck von Sal gewonnen. Der zweite Eindruck bringt allerdings auch nicht viel Besseres. Er ist ebenfalls enttäuschend für das, was man sich unter einer Urlaubsinsel so vorstellt. Keine Palmen, keine grandiose Landschaft, kein schmucker Ort in der Nähe zum flanieren, sehen und gesehen werden. Beim dritten Blick kann man Sal dann aber doch als Urlaubsziel akzeptieren. Den ersten Blick eines von Europa oder Amerika kommenden Touristen auf sein Feriendomizil Santa Maria kann man auf dem obigen Bild bewundern.

 bitte klicken Den Touristenort Santa Maria kann man nicht gerade schön nennen. Er ist aber das Zentrum des Tourismus auf Sal und zugleich auch für das gesamte kapverdische Archipel. Der Ort wirkt irgendwie unfertig, etwas trostlos und auch afrikanisch ungeordnet. Einen richtigen Ortskern mit buntem Leben sucht man vergeblich. Man tappt durch die Straßen und weiß eigentlich nicht so recht, was man hier soll. Einige Geschäfte gibt es natürlich, auch einige Hübsche sind dabei, aber letztlich findet man nichts Tolles. Souvenirläden gibt's in Santa Maria ebenfalls; sie bieten jedoch fast ausschließlich Handarbeiten (oder so Bezeichnete) und sonstigen Krimskrams aus dem nahen Senegal an. Eine ganze Kolonie von Senegalesen hat sich in Santa Maria niedergelassen und beherrscht den kleinen Souvenirmarkt. Überaus aufdringlich und frech sind die Händler dort, so dass wir schnell das Weite suchen.

 bitte klicken Obgleich Santa Maria wirklich nicht viel bietet, machen wir dennoch jeden Spätnachmittag, wenn es am Strand zu kühl wird, unseren kleinen Spaziergang in den Ort. Wo sollte man auch sonst hingehen? Allzu viele Möglichkeiten, sich gemütlich draußen hinzusetzen und seinen Kaffee oder sein Bier zu trinken, findet man leider nicht. Zwischen zwei Lokalen wird daher abgewechselt. Der Wind ist jedoch auch hier allgegenwärtig und ein Pullover muß schon dabei sein. Was uns besonders gefällt und wir auch täglich ausnutzen: Das Fläschchen Bier kostet um die 100 Escudos (ca. 1 Euro), im nicht gerade gemütlichen, riesigen Eßraum des Hotels dagegen 250. Letzteres sind wir einfach nicht bereit zu zahlen. Selbstverständlich hat Santa Maria diverse Eßlokale und sie sind zum Teil wirklich nett aufgemacht. So ganz billig sind sie jedoch nicht. Frischer Fisch und Meeresfrüchte sind hier natürlich der Renner.

 bitte klicken Draußen vor dem Lokal zu sitzen, finden wir in Santa Maria am Schönsten. So kann man ein bißchen vom Leben und Treiben der Einheimischen mit bekommen. Zum Beispiel - wie das Bild zeigt - eine Familie, die ihr Wasser noch von der öffentlichen Wasserstelle holen muß. Allzu viele Touristen aus den Hotels sind komischerweise nie zu sehen, fast alle bleiben offenbar nur im Hotelbereich. Wobei mir allerdings unklar ist, was sie dort treiben. Denn unser Hotel namens Novorizonte jedenfalls hat keinen Bereich, an dem es sich lohnen würde, mal gemütlich den Spätnachmittag bis zum Abend zu verbringen.

 bitte klicken Die großen Hotelanlagen, meist mit niedrigem Haupthaus und den Bungalows in Richtung Strand, liegen westlich von Santa Maria. Die Zugangsstraße verläuft hinter den Hotels angrenzend an die Öde. Schon ernüchternd wenn man das erste Mal sein Hotel anfährt. Nun, wir kommen das zweite Mal nach dem Inselhüpfen an und wundern uns nicht mehr. Die Rezeption kennen wir auch schon und noch wichtiger, wir kennen bereits die Lage der Bungalows im Bereich des Hotels. Das Ritual für Einzelreisende spult sich natürlich wie gehabt ab. Mit freundlichster Mine wird uns einer der Bungalows direkt am Bretterzaun zum Nachbarhotel zugeteilt. Auf der Karte lasse ich mir zeigen, wo das Häuschen denn so liegt und zeige lächelnd auf einen Bereich im mittleren Teil. In perfektem Portugiesisch meine ich zudem: Um quarto aqui, por favor. Die Dame staunt und strahlt mich verstehend an. Eine bem Lage stimmt sie zu und es wird das Quarto 684. Wir können auspacken und uns einen Cognac genehmigen. Die Badewoche auf Sal steht an.

 bitte klicken Der Strand vor dem Hotel ist wirklich riesig. Gut 100 m breit dürfte er sein und seine Länge - wir haben es nicht bis zum Ende geschafft. Schöner feiner Sand ist es auch, der sich hier ausbreitet; er ist eines Urlaubes schon würdig. Eine schmale, jedoch lange und beleuchtete Promenade trennt den Strand von den Hotels ab und ist der Rennsteig für die Wanderung ins Städtchen Santa Maria. Also geht's vom Hotel über die Promenade ans Wasser, was wir auch gleich am nächsten Morgen machen. Der Blick übers blau-grüne Meer ist wunderbar und das Wasser glasklar. Schöner geht es nicht. Nach links der Blick hinüber auf Santa Maria, nach rechts auf den sich dahinziehenden breiten Strand und in der Ferne auf die beiden herausragenden Masten einer gestrandeten Segeljacht.

 bitte klicken Es ist schon einiger Betrieb hier vorne. Erstaunlich nur, dass fast alle ohne Sonnenschirm auf den Pritschen liegen, obgleich ein Stück weiter doch genügend vorhanden sind. Das Geheimnis klärt sich für uns aber umgehend auf. 10 Euro will man für den Sonnenschirm und die beiden Liegen von uns pro Tag kassieren. Es ist aber nicht das Hotel, das so unverschämt ist, sondern ein Fremdanbieter; das Hotel bietet nämlich überhaupt keine Sonnenschirme oder sonstigen Sonnenschutz an. Ein absolutes Unding für ein solches Hotel. Angesichts der kräftigen Sonneneinstrahlung auf Sal, müßte dieser Service nun wirklich zwingend sein. Zumindet für einen akzeptablen Obulus. Da auch wir für 10 Euro pro Tag jedenfalls keinen Sonnenschirm kaufen werden, steht nunmehr das Braten in der Sonne an. Zu heiß wird einem am Strand aber nicht; dafür sorgt schon der kräftige und ständig wehende Wind. Gefährlich für den, der nicht genauestens aufpaßt, wie lange er schon in der Sonne liegt.

 bitte klicken Gott sei Dank vertragen Gabi und ich Sonne recht gut, zumal nach einer Woche Inselhüpfen. Sonst hätte es schlecht ausgesehen. Am großen Pool des Hotels praktisch auch kein Sonnenschutz. Die wenigen Plätze unter Dach sind - wie kann es anders sein - natürlich dauerbelegt. Das Zimmer oder Restaurant wäre noch übrig geblieben, aber dafür fliegt man nicht nach Sal. Genug der Nörgelei. Um uns herum am Strand nur Ehepaare - sofern sie es denn sind -, jüngere und ältere und wenige Familien. Einzelreisende sind mir im Hotel dagegen nicht aufgefallen, wohl aber Frauen oder Männer, die offenbar schon zusammen angereist sind. Ein Paradies für Singels ist Sal mit absoluter Sicherheit nicht, es sei denn, sie wollen sich mal richtig alleine ausschlafen. Sal ist aber auch kein Paradies für die Schwarzen, die so häufig am Strand entlang laufen, um dies und das zu verkaufen. Denn die hiesigen Hunde, deren Revier eben dieser Strand ist, wissen genau zwischen schwarz und weiß zu unterscheiden. Und Schwarz mögen sie nun mal nicht. Deshalb wird jeder sich nähernde Schwarze sofort vom Rudel in Empfang genommen, fürchterlich beschimpft und angeknurrt. Ein Schauspiel, zumal der Händler vor den Augen der Touristen die Hunde schlecht treten kann; es wäre miserabel für sein Geschäft.

 bitte klicken Am breiten Strand entlang zu wandern ist wunderbar. Nach der linken Seite kommt man nach ca. 300 m zum Pier von Santa Maria. Dort legen jeden Tag um die Mittagszeit die kleinen, zurückkehrenden Fischerboote an, um ihren Fang vor aller Augen auszuweiden und dann fort zu tragen. Thunfische sind es hauptsächlich, einige Baracudas und sonstige mir nicht bekannte Fische. Interessant ist aber auch das Pier. Aus Holz ist es errichtet, mit alten, morschen Brettern drauf. Teils fehlen sie jedoch schon oder wurden notdürftig repariert. Will man nicht gleich ins Wasser fallen, heißt es wirklich vorsichtig zu sein. Dennoch jeder geht drauf. Nach der anderen Richtung ist der Strand endlos. Aber nur wenige verirren sich weiter nach hinten. An der gestrandeten Yacht wird meist umgekehrt. Die Yacht muß ein tolles Ding gewesen sein. Besoffen sind sie hier auf Grund gelaufen und kamen nicht mehr weg. Es versandet mit den beiden hochragenden Masten immer tiefer und ist mittlerweile fast zu einem Wahrzeichen von Santa Maria geworden.

 bitte klicken Hinter dem breiten Strand beginnt sofort die Öde. Nur wenige Pflanzen können sich hier halten. Aber es gibt sie auch. Wovon sie leben, ist mir unklar. Denn nur selten regnet es auf Sal. Es ist die trockendste Insel der Kapverden und deshalb hat sie echten Wüstencharakter. Zwar brauen sich über Sal schon desöfteren Wolken auf, die auf Regen hin deuten, doch der Wind treibt sie weiter. Uns Touristen ist es recht, denn so können wir den ganzen Tag am Strand liegen bleiben und brauchen uns nicht in den Bungalow zurückziehen. Die Bungalows vom Hotel Novorizonte sind übrigens gut und bieten alles. Auch der Fernsehapparat fehlt nicht und die wichtigsten deutsche Programme können empfangen werden. Damit sind wir selbst in diesem abgeschiedenen Winkel der Erde immer bestens über den Krieg im Irak informiert. Schon faszinierend. Und Bedenken wegen eventueller Terroranschläge brauchen wir auf Cabo Verde mit Sicherheit nicht zu haben. Denn welcher Terrorist kennt schon die kapverdischen Inseln. Dies war ja mit ein Grund für uns, den Urlaub gerade hier zu verbringen :-)

 bitte klicken Die Kapverdischen Inseln. Wer kennt sie schon in Deutschland? Den Namen gehört haben sicher schon viele. Aber wo die Inseln nun liegen ist fast schon eine Millionenfrage. Für mich war dieses Archipel schon seit Jahren als Ziel ausgemacht. Die Fliegerei war bislang der eigentliche Hindernisgrund, da ich Bedenken an der Qualität der Flugzeuge in diesem armen Land hatte. Ein Irrtum, wie wir feststellen konnten. Geplant war diesmal ein kostengünstiger Urlaub, da die hinter uns liegende Wohnungsrenovierung teuer genug war. Ein noch unbekannter Flecken Erde mußte es aber schon sein. Und vor allem sicher sollte das Ziel angesichts des drohenden Irakkonfliktes sein. Das verlorene Archipel jenseits von Afrika bot sich einfach an und fraß sich in unseren Köpfen fest. Zumal ich wußte, dass Condor, zu der ich Vertrauen habe, dort hinfliegt. Im First Reisebüro am Belsenplatz werde ich wieder bestens bedient. Exakt so, wie wir es uns vorstellen, können wir es auch haben. Gedanken macht uns nur der Preis, denn gar so teuer haben wir es nicht erwartet. Die Entscheidung ist unausgesprochen aber schon längst gefallen.

 bitte klicken Natürlich wollen wir die Insel Sal nicht nur um Santa Maria kennen lernen, wie es aber so einige im Hotel - trotz zwei Wochen Aufenthalt - tatsächlich machen. Unsere neuen Bekannten aus Fogo - alle trifft man auf Sal wieder, auch die sechs Sonnenbrände vom Pico de Fogo und sogar das gut ausgeschlafene, holländische Ehepaar von Sao Vicente - raten vom Tagesausflug des Hotels über die Insel ab; das Blaue Auge würde zu falscher Zeit angefahren und viel Zeit sitze man in irgendeinem Lokal oder Shop. Ein privat gemietetes Allrad sei besser und sie würden die Tour mit uns auch das dritte Mal machen. Beim leckeren Abendessen mit Langusten und gutem Wein in einem nahen Restaurant direkt am Strand wird der Bund geschlossen. Wir wollen uns jetzt jeden Tag treffen und auch in Deutschland weiter in Kontakt bleiben. Eine neue Flasche Wein muß her.

 bitte klicken Wenn auch etwas verspätet, wir bekommen unser Allradfahrzeug für die Tour durch Sal. Wir sind schließlich ja auch nicht in Schwarzafrika, wo fast alles problematisch ist und Zeit nur eine untergeordnete Rolle spielt. Nein, Kapverde ist für mich nicht afrikanisch. Es sind aktivere Menschen, die nicht nur so in den Tag hineinleben und den lieben Gott einen guten Mann sein lassen. In Cabo Verde läuft es - so mein ich - ganz gut. Man hat niemals den Eindruck, in einem vergammelten oder lebensuntüchtigen Land zu sein. Die Inseln und ihre Menschen bieten ein sehr freundliches Bild. Ich glaube, Kapverde ist insgesamt wesentlich mehr europäisch als afrikanisch einzuordnen, obgleich es nur 500 km von der afrikanischen Westküste entfernt liegt.

 bitte klicken Da weder Gabi noch ich unseren Führerschein, geschweige denn den hier nötigen internationalen Führerschein, dabei haben, fährt Peter den Wagen. Er kennt sich hier ja auch schon gut aus. Verfahren kann man sich auf der kleinen Insel Sal natürlich nicht und die wenigen Straßen führen stets über das Zentralstädtchen Espargos direkt am Flughafen. Als erstes wird daher auch Espargos von uns angelaufen. Viel zu sehen gibt es jedoch nicht. In der Kirche wird gerade ein Gottesdienst abgehalten. Viele Kinder sind dabei, die sich aber mehr für uns interessieren, als für das Christliche. Einen Kaffee wollen wir trinken, doch kein Lokal ist geöffnet. Es ist Sonntag. Ein Flieger schwebt gerade über uns ein und bringt neue Gäste aus Europa. Der Flughafen und der Tourismus sind die wesentlichen Arbeitgeber hier auf der Insel. In früheren Jahren war der Flughafen besonders für Südafrika als Zwischenlandeplatz wichtig, da wegen der dortigen Apartheitspolitik nicht über Afrika geflogen werden konnte. Auch die Russen hatten hier einen Stützpunkt; ein von ihnen errichtetes Hotel in Santa Maria zeugt noch davon.

Fortsetzung: Insel Sal


 



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