Seite 2 vom Bericht der Insel Sao Vicente

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Seite 2 vom Bericht der Insel Santiago







Reise auf die Kapverden Inseln im März 2003


 III

Insel Santiago - Praia



 bitte klicken Ein Stündchen Aufenthalt haben wir noch in der kleinen Abflughalle bei San Pedro auf der Insel Sao Vicente. Passagiere kommen genügend, darunter eine wuchtige, offenbar aber wohlhabende Einheimische und ein Mann, der einen Kurzen nach dem anderen schluckt, immer redseliger wird und jedem Neuigkeiten mitteilen will. Ausgebucht sind die Flieger aber wohl nie. Ein Bonbon wird von der hübschen Stewardess serviert und schon können wir uns auf die Landung in der größten Stadt auf Kapverde, Praia vorbereiten. Die Hauptstadt und der Flughafen liegen am Meer, wie es sich auf einer Insel auch gehört. Etwas bedrängt wird man von Halbwüchsigen, die als Kofferträger ein paar Escudos verdienen wollen.
      Unser Taxifahrer wartet schon. Es klappt also alles bestens bei unserem Inselhüpfen. In rasanter Fahrt auf breiter, neuer und sogar geteerter Straße geht's zum Hotel. Wir bekommen unser Zimmer zugewiesen und wandern durch eine einzige Baustelle. Nur ein Trakt ist offenbar intakt. Das Zimmer ist allerdings gediegen mit seiner kleinen Veranda. Störend nur der häßliche Bretterzaun nebenan und die aus der Erde ragenden dicken Schläuche direkt vor uns. Es ist jetzt aber Nacht und morgen sind wir den ganzen Tag unterwegs. Wir akzeptieren die Aussicht für Einzelreisende.

 bitte klicken Unsere blutjunge Reiseleiterin und der Fahrer von gestern erscheinen pünktlich zur Verabredung mit der Reisegruppe von Gabi und mir. Ganz Ilha Santiago, die größte Insel von Kapverde, soll heute abgeklappert werden. Wie wir jetzt erst feststellen, das Hotel liegt direkt am Meer. Und in der Nähe der Küste, wenn auch erhöht geht die Fahrt erst mal nach Cidade Velha. Absolut kahl und rötlich ist die gesamte Strecke und schon von weitem ist das kantige Fort aus alter portugiesischer Zeit zu sehen. Ein recht großes Bauwerk hoch über Cidade Velha und dem tief eingeschnitten Tal um die Ecke. Das Erstaunlichste, die Schlucht ist wunderschön grün und eine Augenweide in dieser Öde. Das Fort selbst ist bestens erhalten, vielleicht aber auch renoviert worden. Sogar einige Kanonen stehen hier noch rum und bewachen weiterhin das kleine Dörfchen Cidade Velha unten am Meer. Eine traurige Geschichte kann dies Fort von der 'Alten Stadt' - wie Cidade Velha auf deutsch heißt - erzählen und es hat selbst bösen Anteil daran gehabt.

 bitte klicken Früher hatte Cidade Velha den Namen Ribeira Grande und war eine wichtige Drehscheibe des Sklavenhandels. Von Afrika wurden die Unglücklichen hier bis zu ihrer Weiterverfachtung nach Amerika quasi zwischengelagert. Alte Gebäude zeugen noch davon sowie eine Säule namens Pelourinho, die als Pranger diente. Und die Schlucht nebenan war ein Naturgefängnis, aus dem es kein Entrinnen gab. Schon 1495 wurde am Taleingang eine bis heute erhaltene Kirche errichtet. Der Sklavenhandel störte die Igregia Nossa Senhora do Rosario wenig, trug sie doch mit ihren Taufen der Sklaven noch dazu bei, dass höhere Preise für die Sklaven erzielt werden konnten. Vor der Kirche kann zudem der Grabstein des katholischen Priesters Gomez Ferreira besichtigt werden, der 47 Kinder gehabt haben soll. In heutiger Zeit ist das Dörfchen mit dem vielen Grün ganz hübsch anzusehen, ansonsten bietet es aber nicht viel.

 bitte klicken Zurück von Cidade Velha kommen wir jetzt quer durch die Hauptstadt der kapverdischen Inseln Praia. Es ist wirklich keine schöne Stadt, durch die wir fahren. Nichts sehen wir, was uns veranlassen könnte, einen Stop einzulegen. Hier ist die Unterstadt, gegen Abend werden wir noch die Oberstadt, einen höher gelegenen und besseren Stadtteil, kennen lernen, bzw. ebenfalls nur durchfahren. So ganz ohne Grün, wie unser Holländer berichtet hatte, ist Praia aber nicht, wie wir feststellen. In wirklicher Erinnerung von Praia wird mir nur ein trockener Flußlauf bleiben, der offenbar als Müllkippe bis zum nächsten Regen dient. Diese Unsauberkeit haben wir ansonsten auf Cabo Verde nirgends gesehen. Praia war mir denn auch kein Photo wert.

 bitte klicken Die Insel Santiago hat eine Größe von 991 Quadratkilometern, ist 55 km lang und nicht mehr als 29 km breit. Also gut überschaubar und an einem Tag problemlos zu bereisen. Zwei ordentliche Gebirgszüge quer durch die ganze Insel hat Santiago auch und auf dem obigen Bild ist die höchste Erhebung mit 1.392 m zu sehen. Offensichtlich streiten sich die Geschlechter bei diesem Berg, denn er nennt sich Pico do Antonio, aber auch Pico da Antonia. Vulkanisch ist diese Ilha, wie alle anderen Inseln von Cabo Verde auch. Recht schroff gehts im Inselinneren zu und im Laufe der Zeit hat die Erosion tiefe Täler ausgefressen, die jetzt von uns überwunden werden wollen.

 bitte klicken Die Berge reichen nicht bis an die Hauptstadt heran. Hinter Praia geht's allerdings auch aufwärts und zwar auf eine Hochebene, von der man dann das Panorama auf die unterhalb liegende Stadt hat. Von hier oben sieht Praia mit dem Meer im Hintergrund nun recht ordentlich aus. Der Eingang in die Berge ist schnell erreicht und man merkt sofort, dass feuchteres Gebiet beginnt. Zwar sind zur Zeit auch hier die Berghänge gelb und vertrocknet, aber es ist Land, das bestellt wird. Sogar Bäume und Büsche können sich hier halten. Und im Talgrund, wo sich die Feuchtigkeit sammelt, sieht man hier und dort Gemüsebeete und grüne Pflanzungen. Es erfreut das Auge. Die erste Ortschaft wird erreicht; es ist Sao Domingos mit einem Souvenirshop und kleiner Weberei nebendran.

 bitte klicken Natürlich hält unser Auto an diesem Shop, um der Gruppe Gelegenheit zum Einkaufen zu geben. Es sind sicher recht schöne Handarbeiten dabei, doch was sollen wir damit zu Hause. Große Vasen aus Ton wären das Richtige; sie sind aber leider zu unhandlich und zu schwer, um sie mit zu nehmen. Mehr Freude macht mir die Weberei nebenan. Zwei wirklich hübsche und propere Mädchen werkeln hier. Eine mit dunkler und eine mit heller Hautfarbe und beide adrett gekleidet. Auch sie freuen sich über unseren Besuch. Ausführlich schaue ich ihren Tätigkeiten zu und bewundere mit Kopfnicken ihre Handfertigkeit und Schnelligkeit. Der Beruf scheint ihnen Spaß zu machen, denn von beiden geht ein zufriedenes Strahlen aus. An mir wird's leider nicht gelegen haben. Adios Sao Domingos.

 bitte klicken Auf gepflasteter Straße kommen wir immer tiefer ins Gebirge hinein. Rauf und runter sowie kurvenreich fährt unsere Zweier-Gruppe mit Fahrer und Reiseleiterin in einem recht neuen PKW. Die Berge werden wuchtig und bizarrer. Wir nähern uns der Ortschaft Sao Jorge dos Orgaos. Bei genügender Phantasie könnte man die Form der Bergkuppen auch mit Orgelpfeifen vergleichen. So haben's jedenfalls die Einheimischen durch die Namensgebung des Ortes gemacht. Von der Hauptstrße zweigt man in das Tal von Sao Jorge dos Orgaos ab und ist erstaunt: So viel Grün haben wir schon lange nicht mehr gesehen. Selbst ein kleiner botanischer Garten existiert hier und sogar ein Forschungsinstitut für Landwirtschaft. Na, also.

 bitte klicken Schon recht beeindruckend ist die Bergsilhouette der Orgelpfeifen um die Ortschaft Sao Jorge dos Orgaos, wie das Bild zeigt. Ein bißchen wandern Gabi und ich auch im Ort herum, denn es ist hübsch hier. Bis weit hoch in die Berge liegen kleine Häuser überall verstreut und lange Wege müssen die Hiesigen bergauf und bergab wandern, wollen sie mal im Ort einkaufen gehen oder gar den botanischen Garten besuchen. Denn Straßen in die Höhe existieren keine, hier geht alles zu Fuß. Herrliche Wanderpfade soll die Gegend von Sao Jorge dos Orgaos auch für Touristen bieten.

 bitte klicken Die Straße durch diese Bergwelt ist wirklich erstaunlich gut und man kommt bestens voran. Um jede Biegung eröffnen sich neue und schöne Blicke. Mal hinab in tiefe Täler, mal mit Sicht weit über die abfallende Insel bis hin zum blauen Meer und nach der anderen Richtung auf die bizarre Bergkette des Inselinneren. Auch einzelne Bergkuppen tauchen immer wieder auf, die eigenartige Formen haben und die Phantasie beflügeln. Hübsch gelegen ist auch das Dörfchen Picos auf einem Bergkamm, dessen Ende ein markanter Felsturm mit kleiner Kirche vorndran zieren. Ein Blick, den ich nicht vergessen habe.

 bitte klicken Auch wir fahren hoch oben auf einem Bergkamm. Nach der linken Seite geht der Blick hinüber nach Picos und nach der rechten Seite tief hinab in dies Tal, das das Bild zeigt. Wie Spielzeug wirken die Häuser, Bäume und Straßen. An diesem Aussichtspunkt treffen wir übrigens erstmalig auf Santiago andere Touristen, die zu zweit oder zu dritt mit Leihwagen unterwegs sind. Und es dürften die einzigen sein, denen wir begegnen. Denn die Gäste im Hotel mit ihrem Aktenköfferchen sehen mir mehr nach Geschäftsreisenden aus. Mir scheint, dass es auf dieser Insel nur sehr wenige Touristen gibt.

 bitte klicken Fließend Wasser werden diese Bergbauern sicher nicht haben. Meist gibt es aber irgendwo Zentralstellen, die durch Tankwagen mit Wasser beliefert werden und man holt sich dort mit Eimern das benötigte Naß. Duschen gibt's auf Cabo Verde dagegen nur für die Wenigsten. Zum Beispiel für mich, wie mir in besonderer Erinnerung geblieben ist. Während meines Duschvergnügens in Praia wechselte das warme Wasser plötzlich in heißes Wasser mit der Folge, dass ich in der Badewanne ausrutschte. Der Duschvorhang wurde meine Rettung. Dran festgeklammert kamen wir beide in Zeitlupe hernieder, wobei sich der Stoff barmherzig über mich legte, die freche Stange jedoch drauffiel. Mit den Beinen noch in der Badewanne, mit dem Rest verhüllt, aber außerhalb sitzend, konnte Gabi - trotz des Ernstes der Lage - nur lachen, als sie durch das Getöse ins Badezimmer herein stürmte und mich als Gespenst sah. Gott sei Dank ist nichts weiter passiert.

 bitte klicken Es ist eine schöne und für uns zudem herrlich gemütliche Fahrt durch das bergige Land. Stops werden gemacht, wo immer ich möchte, die Sonne scheint und die Temperatur hier im Inselinneren ist optimal. Eine Höhe wird wieder erklommen und der zentrale Ort des Hochlandes Assomada liegt vor uns. Sogar einen Aussichtspunkt mit großem Kreuz gibt es hier, an dem Halt gemacht wird. Es bietet sich dieser Blick auf die Stadt nach der einen Seite und die Sicht auf die Gebirgskette nach der anderen Seite, wie das Folgebild zeigt.

 bitte klicken Eine für hiesige Verhältnisse schon recht große Stadt ist Assomada. Außer dem Markt bietet sie aber nicht sehr viel. Erstaunlich ist die Masse an neuen Häuser, die hier errichtet werden. Dies obgleich nach meinem Eindruck schon ein erheblicher Teil der fertigen Häuser leer steht oder wie Bauruinen aussehen. Wir fahren bis ins Zentrum der Stadt und halten am Markt.

Fortsetzung: Insel Santiago


 



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