Seite 1 vom Bericht der Insel Sao Vicente

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Reise auf die Ilhas Cabo Verde im März 2003


 II

Insel Sao Vicente



 bitte klicken Dieses Monster aus Asche erhebt sich direkt hinter Calhau, es ist ein alter Vulkan. Einige Pfade führen sogar nach oben. Für die einheimischen Ausflügler wohl ein sportliches Ziel. Mit Baden dürfte hier aber nicht viel sein. Zwar wurde ein kleines Naturbecken mit offenem Ausgang zum Meer mit Leitern zum Einsteigen ins kühle Naß bestückt; angesichts der Brandung verzichten wir lieber drauf. - Auf der anderen Seite des Vulkans rücken ihm die Bagger zu Leibe; viele Löcher und Gruben zeugen davon. Offenbar eignet sich die Lavaasche als Baustoff oder Füllmaterial. Leicht zu beschaffen ist sie jedenfalls.

 bitte klicken Nicht weit von Calhau entfernt, nur um die Ecke des Vulkans, eröffnet sich dieses herrliche Bild. Der Praia da Ceilada do Calhau. Jetzt wird uns auch klar, weshalb man sich in Calhau einen Bungalow hinstellen konnte. Ein menschenleerer riesiger Strand, der nur mit wenigen Unterbrechungen sich bis nach Baia das Gatas hinzieht. Selbst auf die Berghänge wurde der feine, wunderbare Sand hier durch den ständigen Wind geweht. Und das Beeindruckendste: Eine unglaubliche Dünung. In vielen Staffeln hintereinander rollen die meterhohen, weit gezogenen Wellen heran, überschlagen sich und laufen in breiten Fronten über dem Strand aus. Glasklar ist das Wasser und es reizt hineingehen. Es wäre aber zu gefährlich, hören wir.

 bitte klicken Schön, dass wir reichlich Zeit haben. Keiner drängt; der Fahrer und zugleich Reiseleiter überlässt uns voll und ganz zu bestimmen, wo und wie lange wir jeweils bleiben wollen. Hier wollen wir natürlich ausgiebig bleiben. Die Insel Sao Vicente ist ja auch nicht so groß, dass wir uns sputen müßten. In einem Tag ist die Ilha bequem per Auto oder Taxi abgeklappert. Wir genießen daher diesen Strand, die Wellen und das wunderschöne Panorama auf die Vulkanlandschaft sowie den Monte Verde, dessen höchster Punkt - wie üblich - in Wolken steckt. Nach rechts hin am Ufer, dort wo unser Aschemonster einen breiten bis ins Meer reichenden Lavastrom ausgespuckt hat, taucht in regelmäßigen Abständen eine Wasserfontaine auf, die unseren Besuch erwartet. Durch den Druck der Brandung wird hier das Wasser durch ein Loch im Gestein von unten her noch oben gepresst. Allzu nahe kommen wir aber nicht ran, da plötzlich heranwehende Wasserschleier uns schnell stoppen; pitschnaß bedanken wir uns für das Spektakel.

 bitte klicken Um unser nächstes Ziel der Tagestour auf  Sao Vicente, den Monte Verde zu erreichen, müssen wir von Calhau wieder auf die andere Seite der Insel zurück bis nach Mindelo. Querverbindungen gibt's auf der Insel keine. Auf der Strecke Mindelo - Baia das Gatas zweigt - wie auf dem Bild zu sehen - die Straße auf den Monte Verde ab. Sie führt bis auf die Spitze des Berges und bietet Blicke über alle Ecken der Insel Sao Vicente. Eine Panoramafahrt für Genießer; weshalb wir ja auch hier sind ;-) Die Wolken auf der Höhe trüben allerdings - im wahrsten Sinne des Wortes - das Erlebnis und es wird frischer, je höher wir kommen. Die Telekommunikations Anlagen mit den vielen Antennen etc. auf dem Gipfel stecken voll in den Wolken und nur ab und an wird ein diesiger Blick nach unten frei. Also wieder etwas runter, um unter den Nebel zu kommen.

 bitte klicken Hier der Blick vom Monte Verde über die Berglandschaft bis zur Inselhauptstadt Mindelo und weiter auf die Insel Santo Antao ganz im Hintergrund. Die Kahlheit der Insel zeigt sich deutlich auf dem Bild. Grün ist nirgends zu sehen. Dennoch Monte Verde heißt zu deutsch Grüner Berg. Die Bezeichnung stammt aus früherer Zeit, in der hier tatsächlich an den Hängen bis zum Gipfel hinauf Ackerbau möglich war, sogar bis ins letzte Jahrhundert hinein. Die vielen noch heute zu sehenden Terrassen am Monte Verde zeugen davon. Aus welchen Gründen der Regen im Laufe der Zeit immer weniger geworden ist, bleibt auch für die Kapverden unklar. Viel Feuchtigkeit gab's auf den Inseln jedoch nie, jedenfalls nicht seit der Entdeckung durch die Portugiesen Mitte des 15. Jahrhunderts. Vielleicht ist dies auch der Grund, weshalb die Kapverden zuvor nicht besiedelt waren.

 bitte klicken Den genügsamen Agaven reicht offenbar der Tau und die Feuchtigkeit der Wolken zum Überleben, denn man trifft sie hier oben auf dem Monte Verde weit häufiger als sonst auf Sao Vicente. - Der Blick von dieser Stelle geht hinunter ins Tal mit der Straße von Mindelo nach Calhau, das wir heute ja schon zwei Mal abgefahren sind. - Andere Touristen haben wir selbst auf diesem tollen Aussichtspunkt, für uns der Schönste der ganzen Insel, nicht getroffen. Einige gibt es aber, wie wir im Hotel und auch dem Nachbarhotel feststellen konnten. Selbst Gruppen sind dabei, die den Namen zu Recht tragen. Vor allem eine holländische Gruppe mit ca. 20 Personen, die wir allerdings nur an den beiden Abendessen zu Gesicht bekommen.

 bitte klicken Auf dem Bild der stimmungsvolle Blick vom Monte Verde hinunter zu den Stränden um Calhau. Nun, diese waren uns jetzt schon bekannt, wenn auch aus anderer Perspektive. Die arme holländische Gruppe hat sie nicht kennen gelernt. Jedenfalls nicht das ältere Ehepaar, mit dem wir Kontakt bekommen. Sie haben viel geschlafen auf Sao Vicente. Ihre Gruppe ist arg gebeutelt, erzählen sie. Obgleich sich keine Nachtschwärmer zu dieser Gruppe zusammen gefunden haben, hüpft die Gruppe ausschließlich um oder nach Mitternacht von Insel zu Insel. Deshalb also auch ihr langes und ausgiebiges Abendessen mit den gepackten Koffern vorm Eßraum. 30 Min. Flug werden es heute sein und wenn alles gut geht, sind sie gegen 3 Uhr früh schon im Bett. Von der Insel Santiago waren sie gestern um 2 Uhr morgens nach 50 minütigem Flug auf Sao Vicente gelandet und vor 5 Tagen nach dem Flug von Holland versehentlich schon um 22 Uhr auf Sal in ein Hotel gebracht worden, das aber umgehend wegen des ersten Hüpfers von Sal nach Santiago wieder geräumt werden mußte; der Flieger hob nämlich bereits in selbiger Nacht um 1 Uhr zu seinem 40 min Flug ab. Wohlbehalten hatten sie ihr Hotel in Praia so gegen halb 4 erreicht. Ihren Reiseveranstalter wollen sie niemals wieder buchen; das nächtliche Treiben war dem Prospekt nicht zu entnehmen.

 bitte klicken Unser holländischer Tischnachbar erzählt aber auch einiges von Praia, der Hauptstadt der Kapverden. Sie soll die fürchterlichste Stadt sein, die er jemals in seinem Leben kennengelernt hat. Kein Baum, kein Strauch, kein Grün. 'Stellen Sie sich vor: kein Grün, keinerlei Grün in der ganzen Stadt. Fürchterlich, fürchterlich ...'. Er kann sich kaum beruhigen, denn so unglaublich fürchterlich darf eine Stadt einfach nicht sein. Wir sind schon gespannt auf diese so fürchterliche Stadt, denn schon morgen werden wir dort sein. Für die Flugverhältnisse von Gabis und meiner Gruppe sogar mitten in der Nacht, nämlich gegen 22.30 Uhr. Unser Holländer zeigt nur ein müdes Lächeln und schaut dabei auf die Uhr. Um 23 Uhr wird seine Gruppe zum Flugplatz gebracht.

 bitte klicken Nach dieser Seite geht der Blick über die steinigen Terrassen des Monte Verde hinunter zum Ort und zur Bucht Baia das Gatas. Es ist ein wichtiger Ort für die Bevölkerung der Kapverden, da hier jährlich im August bei Vollmond ein Festival der Musik stattfindet. Alles was Rang und Namen hat, insbesondere aus der hiesigen Kulturszene, findet sich hier ein. Auch aus der ganzen Welt reisen Kapverdianer an, die im Ausland ihr Glück suchen oder auch gefunden haben oder dort arbeiten. Vor allem kommen natürlich die Musiker und Sänger, die in Amerika oder Europa Erfolg hatten, denn das zählt hier besonders. Ein Beispiel ist die auch in Deutschland bekannt gewordene Sängerin Cesaria Evora, die in Mindelo zu Hause ist. Eine große Bühne wurde für das Festival direkt am Strand errichtet.

 bitte klicken Baia das Gatas wollen wir selbstverständlich auch aus der Nähe sehen und fahren deshalb hinunter. Stimmungsvoll mag es hier tatsächlich bei Musik, Vollmond und dem herrlichen Wellengang sein. Am Tag und während der Woche ist in Baia das Gatas aber absolut tote Hose. Gerade mal einem Hund und einem einsamen Mann auf der kleinen Mole begegnen wir und weiter entfernt steht noch ein Auto am lavasteinigen Ufer; das hinter dem Gestein verborgene Päarchen fühlt sich offenbar in dieser Einsamkeit dennoch verfolgt, da sie immer wieder mal zu uns herüberschauen. Wir bleiben jedoch an der Tribüne und dem hier vorhandenen Sandstrand, blicken nach Calhau mit seinem jetzt klein wirkenden Aschevulkan sowie bis zur Ilha Santa Luzia im der Ferne.

 bitte klicken Nach so viel Kultur und Festivität in Baia das Gatas geht's an der Handvoll Häuser und der still gelegten Fischfabrik auf gleicher Strecke wieder zurück in Richtung der Kulturhauptstadt von Cabo Verde. So nennt sich Mindelo nämlich auch. Denn die meisten Künstler von Cabo Verde leben in dieser Stadt und sogar kleinere Museen soll es geben. Unser Führer will uns vor der endgültigen Rückfahrt aber noch den kleinen Ort Salamansa zeigen. Ein gemütliches Örtchen durch das ich einfach mal laufen will. Freundlich sind die Leute und manche möchten sogar fotografiert werden.

 bitte klicken Hier am Hafen ist der Sonnenuntergang und die Dämmerung am Schönsten. Selbst das abgebrochene Pier und die beiden Schiffwracks im Hafen haben jetzt Kontur bekommen und passen sich ins Gesamtbild ein. - Wir müssen Abschied nehmen von Mindelo und der Insel Sao Vicente. Unser Flieger geht um 21.30 Uhr. Ja, es hat uns auf der Insel gefallen und wir wollten das hier Gesehene und Erlebte nicht missen. Nun aber wartet die Insel Santiago mit der Hauptstadt Praia auf uns. Wir sind schon gespannt, ob Praia wirklich so hässlich und ohne jedes Grün ist.

Fortsetzung: Insel Santiago


 



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