Seite 1 vom Bericht der Insel Santiago

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Reise auf die Islands of Cape Verde im März 2003


 IV

Tarrafal - Insel Santiago



 bitte klicken Die Märkte sind in allen Ländern mit das Interessanteste, sofern es noch welche gibt. Hier ist Leben, hier ist Treiben, hier ist das Zentrum. So auch in Assomada. Obgleich sich der Autoverkehr auf Cabo Verde in Grenzen hält, am Mark stauen sich die Autos. Dennoch Dieselgestank gibt es hier im Gegensatz zu vielen Dritte Welt Ländern kaum; Autos sind auf den Kapverden fast alle neueren Datums. Die Schilder der Autos weisen keine Städte oder Regionen aus, sondern ausschließlich die jeweilige Insel, auf der der Wagen zugelassen ist. Das Kennzeichen von Santiago ist somit ST, von Sao Vicente SV etc. Offenbar hüpfen aber auch die Autos von Insel zu Insel, wie man aus den Kennzeichen ersehen kann.

 bitte klicken Der überdachte Markt von Assomada ist heute leider nicht so stark belebt. Offenbar sind wir schon etwas zu spät dran. Trotzdem ist alles noch zu haben: Vor allem Grünzeug wie Erbsen, Bohnen, Salate, Mais, Kartoffeln, aber auch Fleisch, Hühner und natürlich Fisch, der Reichtum der Kapverden. Ein riesiger Thunfisch wird von einer Frau gerade angeschleppt. Auf dem Kopf selbstverständlich, wie sollte er sonst getragen werden. Und selbstverständlich von einer Frau, für Männer ist eine solche Arbeit offenbar nicht das Richtige. Schon aus der hiesigen Sprache ist dies abzuleiten. Denn die Werktage sind alle weiblicher Natur, nur Sabado und Domingo, also Samstag und Sonntag sind männlich. Und heute ist Werktag. Auf dem Markt trifft man somit hauptsächlich arbeitende Frauen.

 bitte klicken Im Gegensatz zu den anderen Inseln sind die Menschen auf Santiago auffällig schwärzer und negroider. Offenbar ist dies noch eine Folge aus der Zeit der Sklaverei, in der die Insel Santiago einer der wichtigsten Umschlagplätze des Sklavenhandels für Amerika war. Dennoch ist erkennbar, dass es sich bei diesen Menschen nicht mehr um reinrassische Schwarze aus Afrika handelt. Das kleine schwarze Mädchen auf dem Bild haben wir auf dem Markt von Assomada getroffen. Es ist sicherlich das Prinzesschen der ganzen Sippe und kommt aus wohlhabendem Haus. Denn derartig schmuck und betüttelt habe ich ein schwarzes Kleinkind noch nie gesehen. Schlechte Erfahrungen hat es in seinem kleinen Leben jedenfalls noch nicht gesammelt; mit wahrer Begeisterung strahlt es selbst uns Fremde an und greift nach Gabis Hand.

 bitte klicken Nach der Unabhängigkeit der kapverdischen Inseln von Portugal 1975 wurde im September 1980 die erste Verfassung angenommen. Bis 1990 herrschte die sozialistisch orientierte Einheitspartei PAICV, die das Land natürlich nicht voran brachte. Erst mit dem Zusammenbruch des Kommunismus wurde ein Mehrparteiensystem geschaffen. Diese Demokratie steckt aber noch tief in den Kinderschuhen. Durchaus normal für die kapverdischen Politiker ist die Verknüpfung von politischer Macht mit ihren privaten Interessen; dies wird von den Regierenden nicht einmal geleugnet. Man ist erstaunt über eine solche Ehrlichkeit bei Politikern. - Auf dem obigen Bild ist allerdings keine Vollversammlung dieser jungen Demokratie zu sehen, sondern es sind Markweiber von Assomada, die offenbar auf freie Plätze in der öffentlichen Wäscherei warten. Die Werbung für Parteien auf der blauen Wand ist schon Vergangenheit.

 bitte klicken Wir verlassen Assomada und fahren weiter Richtung Norden gen Tarrafal. Durch eine Hochebene geht es hier, die ab und an von markanten Bergen durchsetzt ist. Fruchtbar ist die Ebene, wie die umliegenden Felder und Äcker zeigen, auch wenn sie jetzt völlig dörr und vertrocknet aussehen. Häuser und kleine Gehöfte zeigen sich überall verstreut in dieser Landschaft.
 bitte klicken Nur circa 10 % der Fläche von den Kapverdischen Inseln sind landwirtschaftlich überhaupt nutzbar. Wirklich nicht sehr viel. Und die Erosion tut ihr übriges, um diese Fläche noch zu verkleinern. Tiefe Canyons haben sich an manchen Stellen gebildet, die für uns Touristen sicher ein wunderschönes Photomotiv abgeben. Für die hiesigen Bauern ist es aber weniger toll und so wird versucht, durch Terrassenbau der Erosion etwas Einhalt zu gebieten.

 bitte klicken Die Straßenführung und der Straßenbau auf der Insel Santiago sind durchaus bewundernswert. Man versteht hier was davon. Stetig höher geht's hinauf. Tiefe Täler liegen links und rechts der Straße und man sieht nach beiden Seiten bis zum Meer. Immer wieder lasse ich anhalten, um ein Photo zu machen und die Aussicht zu genießen. Bereitwillig kommen beide Führungskräfte der Gruppe meinen Wünschen auch nach; sie haben nie gemault. Die Paßhöhe wird erreicht.
 bitte klicken Von der Paßhöhe und auf dem weiteren Weg nach unten geht der Blick stets über den gesamten Nordzipfel der Insel Santiago. Im Hintergrund wird auch das Städtchen Tarrafal für uns sichtbar. Dort wollen wir hin. In weiten Kehren geht es schnell bergab. Erst jetzt merken wir, wie hoch wir tatsächlich im Inselinneren gekommen waren. Auf der hier sehr guten Straße ist Tarrafal alsbald erreicht. Laut unserem Programm ist Besichtigung und Mittagessen angesagt.

 bitte klicken Eine Barockkirche bietet Tarrafal, die man sich ansehen könnte, wenn man wollte. Die Gruppe will aber nicht. Wir fahren durch bis zum Strand. Das ist das Markenzeichen von Tarafal. Man sieht's auf dem Bild. Ein hübscher Strand mit feinem Sand, einigen bunten Fischerbooten am Ende und - als ganz besondere Zugabe - sogar einige Palmen gibt es hier. Alles was Rang und Namen in der Hauptstadt hat, entspannt und erholt sich in Tarrafal. Man hofft natürlich auch auf viele Gäste aus dem fernen Europa und Amerika. Und tatsächlich, drei einsame Touristen sehe ich unter den Palmen liegen. Und vier weitere kommen gerade mit großen Koffern an. Ein bißchen Leid tun sie mir schon.

 bitte klicken Gabi und ich wandern den Strand bis zum Ende ab. Eine steile, schwarze Bergflanke markiert es und ich mache - etwas höher geklettert - das Photo vom Strand (siehe das vorige Bild). Besuch sagt sich bellend an. Ein junges Hündchen kommt gelaufen und Gabi ist glücklich. Schlecht geht's den Tieren, insbesondere Hunden auf Cabo Verde offenbar nicht. Abgemagerte oder verwahrloste Tiere haben wir Gott sei Dank nicht gesehen. Gleichfalls nicht, dass sie von Einheimischen getreten oder mißhandelt werden. Man muß den Kapverdianer daher ein großes Kompliment machen.

 bitte klicken Laute Musik dröhnt aus der Kneipe direkt am Strand von Tarrafal. Es ist aber nicht die übliche Ami-Musik, sondern kapverdische Musik. Leider kenne ich mich damit nicht aus. Ich weiß lediglich, dass es die Musikrichtungen Funana, Morna, Batuk und Coladeira gibt. Für die sehnsuchtsvolle Morna ist auf Cabo Verde die bekannte Sängerin Cesaria Evora zuständig. Gerne hätten wir auf den Inseln auch die Tänze dazu gesehen, oder Lifemusik erlebt. Doch wo nur? Lediglich auf Sal sollten wir noch eine Kostprobe bekommen. In einem Restaurant am Strand werden die Popos auf erotischste Art und Weise geschwungen und gekreist, dass man nur staunen kann. Der brasilianische Lambada läßt grüßen. Dusslig nur, wenn Touristen es nachmachen wollen. Im Hotelrestaurant in Tarrafal findet unser Mittagessen jedoch ohne Musik statt. Unsere junge, hübsche Reiseleiterin erzählt dafür ein bißchen von sich und ihrer Familie; sie wohnt noch bei der Mutter. Gabi schaut dabei in die traurigen Augen der beiden Fische, die auf ihrem Teller liegen. Warum bekommt Gabi eigentlich immer Fische mit Köpfen, frage ich mich, obgleich sie die gerade nicht mag? Und diesmal sind's sogar nur 1 1/2 Fische, aber zwei Köpfe haben sie dennoch.

 bitte klicken Entlang der Ostküste von Santiago geht jetzt die Fahrt von Tarrafal zurück nach Praia. Es ist eine felsige Küste mit Brandung und nur wenigen kleinen, dunklen Stränden. Eine sehr kahle Landschaft; lediglich in den Tälern der jetzt trockenen Flußläufe gedeiht noch etwas. Fast kunstvoll sind die Beete hier angelegt und es fasziniert das Auge. In einem großen Tal, das wir durchfahren, kann sich sogar eine Bananenplantage halten. Ansonsten ist es aber eine wenig interessante Strecke und nur selten will ich ein Photo machen. Auch die Orte Calheta de Sao Miguel und Pedra Badejo laden nicht gerade zum Verweilen ein. Wir durchfahren sie daher nur. Selbst Gaststätten oder Kneipen sind nicht zu sehen, wo man Station hätte machen können. Einen Kaffee würde ich mir dann schon mal genehmigen

 bitte klicken So wie auf diesem Bild sieht eigentlich die gesamte Ostküste der Insel Santiago aus. Im Hintergrund die Ortschaft Pedra Badejo. Die gepflasterte Straße läßt sich durchaus prima befahren und ist ganz typisch für die Kapverden. Manchmal sind sogar Muster in die Pflasterung eingefügt. Und über das Wetter brauche ich nicht viel zu sagen. Es ist natürlich gut. Das gesamte Winterhalbjahr über wunderbar warm und somit bestens geeignet, der kalten Jahreszeit in Europa zu entfliehen. Die Sommermonate sind hingegen häufig bewölkt und es kann schon mal regnen. Aber wer fährt in der Sommerzeit auf die Kapverden?

Fortsetzung: Insel Fogo


 



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