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Unsere Reise nach Mexiko - Yukatan im Nov. 1996


II

Chichen Itza ~ Uxmal



 click, für großes Bild in neuem Fenster Diese Ansicht auf die Zentralpyramide der Mayastadt Chichen Itza bzw. Itzá ist wohl jedem mehr oder weniger von Bildern her bekannt. Dennoch, wenn man sie unmittelbar sieht und erlebt, es ist ein wirklich erhabener Anblick. Dieses Bauwerk strahlt eine unglaubliche Harmonie aus, trotz seiner Größe und Wuchtigkeit. Eine Meisterleistung der alten Mayas. Auch diese Pyramide war total von Urwald überwuchert, wie die gesamte Stadt Chichen Itza. Große Teile sind heute jedoch wieder freigelegt und mit enormem Aufwand restauriert worden. Zwei Seiten dieser Haupt-Pyramide warten allerdings noch auf weitere Restaurierung.

Neun übereinander liegende Terrassen hat der El Castillo, die Pyramide des Gottes Kukulkán. 4 monumentale Freitreppen mit je 91 Stufen führen zum Tempel hinauf. Zusammen mit der einen Stufe zum Haupteingang des Tempels ergeben sich somit die Tage eines Jahres. Die vier Seiten weisen exakt in die vier Himmelsrichtungen Nord, Süd, West und Ost. In der Konstruktion der Pyramide sind zudem weitere Zahlenspiele verborgen, die mit dem berühmten Kalender der Mayas in Zusammenhang stehen. Einzelheiten habe ich aber wieder vergessen.

 click, für großes Bild in neuem Fenster Unter der äußeren heutigen Steinschale von El Castillo, der Pyramide von Kukulkan, befindet sich - man staune - eine noch fast intakte, ältere Pyramide. Ein enger, unheimlicher Gang mit steiler, hoher Treppe führt nach oben in einen Tempel der alten Anlage. Im Innersten dieses Heiligums steht eine schönsten und größten Figuren der Mayakunst. Ein Altar oder Thron in Form eines Jaguars, der hellrot angemalt und mit Punkten und Augen aus Jade verziert ist. Die Zähne stammen sogar von einem echten Jaguar. Dennoch, ich war froh, als ich wieder draußen war. Denn der Besucherandrang und die Enge drin sind nicht jedermanns Sache. Ein bißchen Glück muß man allerdings für eine Besichtigung haben, denn nicht immer ist geöffnet, obgleich Öffnungszeiten vorgesehen sind.

 bitte klicken Die Geschichte der Mayastadt Chichen Itzá ist bis heute nicht ganz geklärt. Das 5. Jahrhundert gilt als Gründungszeit. Bis ins 9. Jahrhundert entwickelte sich die Stadt zu einem Zentrum der Mayakultur. Während viele anderen Mayazentren und Städte danach untergingen oder aufgegeben wurden - der Grund ist unklar - erlebte Chichen Itzá in der Folgezeit eine weitere Blüte. Vermutlich wurde Chichen Itzá 987 n. Chr. von den Tolteken eingenommen, da der nunmehrige Baustil toltekische Merkmale aufweist und auch zentralmexikanische Götter auftauchten.

Ein guter Platz um über diese Gottheiten, das Weltgeschehen und die Vergänglichkeit alles Irdischen nachzudenken ist übrigens der Tempelsims der Pyramide des Kukulkan. Von dort oben bietet sich zugleich die herrlichste Aussicht auf alle Baulichkeiten der Stadt, den umliegenden Urwald bis hin zum Horizont und der Blick hinunter zu den geplagten Pauschaltouristen, die über eine Stunde den Ausführungen des Reiseleiters lauschen müssen, um dann noch eine halbe Stunde Zeit für die Besichtigung der Anlage vor der Busabfahrt zu haben. Ich konnte dort oben nur den Kopf schütteln vor so viel touristischem Unsinn und mich mit der Sonne weiterdrehen, um nunmehr die SSW -Seite der Stadt genauer in Augenschein zu nehmen. Einen halben Tag verbrachten wir so auf der Pyramide :-)

 bitte klicken Von dem El Castillo hat man diesen schönen Blick auf die Südwestgruppe der alten Mayabauten. Auf dem Weg dorthin passiert man zuerst die eingestürzte Pyramide El Osario, das Grab des Hohepriesters mit weiteren Gräbern. Dahinter liegen der Templo del Venado (Tempel des Hirsches) und die Casa Colorada (Rotes Haus). Auf dem weiteren Weg gelangt man schließlich zum El Caracol (der Form wegen "Die Schnecke" oder auch "Observatorium" genannt), ein runder überdachter Turm, der wie ein heutiger Aussichtsturm aussieht. Die Sehschlitze dienten der astrologischen Beobachtung. Der bekannte Maya-Kalender dürfte ein Ergebnis derartiger Beobachtungen gewesen sein. Er soll sogar exakter als der heute benutzte gregorianische Kalender sein. Auch eine ausgefeilte Hieroglyphenschrift besaßen die Mayas und die Zahl 0 kannten sie ebenfalls schon.

 bitte klicken Der Juego de Pelota von Chichen Itza, Itzá ist der größte bekannte Ballspielplatz der Mayas gewesen. Er ist ca. 90 m lang und von Tempeln umgeben. Die untere Hälfte der Seitenwände sind mit schräg angebrachten Tafeln und Reliefs der Spiele und Spieler verziert. Die Regeln und die genaue Bedeutung dieser Spiele sind bis heute noch nicht recht geklärt. Eine spaßige Angelegenheit war es für die Spieler mit Sicherheit aber nicht. Denn auf den Bildern wird erkennbar, dass einzelne Spieler, wahrscheinlich sogar die ganze verlierende Mannschaft enthauptet worden sind. Ziel des Spiels war es, einen Ball durch das kleine Loch der in 7 m Höhe angebrachten Steinringe zu bringen. Auf dem Bild ist ein solcher Ring zu sehen. Allerdings mußte der Ball mit dem Hintern durch den Ring gebracht werden; wie das aber funktionieren sollte, dürfte wohl ein weiteres Geheimnis der Mayas bleiben.

Am Schönsten ist es in Chichen Itza natürlich am frühen Vormittag und späten Nachmittag. Es ist dann nicht zu heiß und das Licht ist nicht zu grell. Und als Wichtigstes: Es herrscht Ruhe in der Stadt und nur noch wenige Touristen halten sich dann hier auf. Der Besucherstrom ist mit den Bussen auf und davon und nur diejenigen, die sich nahe der Anlage einquartiert haben, genießen jetzt die alte Mayastadt. Probleme bei der Suche nach einer Unterkunft haben wir selbst in Chichen Itza nicht gehabt. Vielleicht lag es aber auch an der Zeit im November, da die Hauptsaison erst ab Dezember beginnt

 bitte klicken Zu diesem grausigen Ort, dem Tzompantli in Nachbarschaft zur Hauptpyramide, wurden die aufgespießten Köpfe gebracht. Vermutlich waren es die Köpfe der Verlierermannschaft aus dem Juego de Pelota, die hier als Trophähen zur Schau gestellt wurden. Die Ausstellungsplattform ist rund herum mit diesen Reliefs von Totenschädeln versehen. Der Kult, Menschenopfer zu erbringen, wurde besonders ausgeprägt ab der Zeit der toltekischen Eroberung von Chichen Itza, folglich ab ca. 1000 n. Chr. Zur Zeit der spanischen Eroberer unter Cortez waren Menschenopfer immer noch Gang und Gebe.

 bitte klicken Ebenfalls ein unheimlicher Ort, der tiefe und kreisrunde Cenote von Chichen Itza, der keinen Ausgang kennt. Steil wie durch eine Mauer ist er rund herum von Kalkgestein eingefaßt. Er hat ca.einen Durchmesser von 60 m und ist über 40 m tief. Auch hier wurden Menschenopfer gebracht. Ausgewählte stieß man in den Cenote hinunter, aus dem es kein Entrinnen gab. Die jetzigen Mayas nennen ihn den Cenote de los Sacificios, den Opferbrunnen. Aber auch andere Opfergaben wurden aus der Tiefe geholt, wie Figuren, Jade und Metallplättchen, manche sogar aus Gold und Sonstiges. Die Unheimlichkeit dieses Cenote wird heutzutage jedoch durch den Lärm aus der unmittelbar nebenan liegenden Cafeteria recht empfindlich gestört.

 bitte klicken Yucatan ist ein fast tischebenes Land, das aus einer gigantischen, porösen Kalksteinplatte besteht. Da die Straßen meist auch gut sind, kommt man daher schnell voran. Die Hauptstadt von Yukatan Merida (bzw. Mérida mit Betonung der ersten Silbe), unser Ziel von Chichen Itzá aus, ist auf der Autobahn rasch zu erreichen. Eine feuchtheiße Stadt mit quicklebendigem Markt. Letzterer ist mir in ganz besonderer Erinnerung geblieben.

Flöhe habe ich auf unseren Reisen schon öfter mal kennen lernen dürfen. Aber das Gefühl einen Sack voller Flöhe unterm Hemd zu haben, war auch für mich neu. Jedenfalls verließ ich fluchtartig den Markt Richtung Unterkunft, um das Hemd los zu werden. Vor der Ballustradentür zu unserem Zimmer schnell runter mit den Klamotten bis zur Unterhose. Ein Flohstich neben dem anderen wie Gabi mir aus sicherer Entfernung bestätigt. Ich hatte nur eine Chance: Außentreppe wieder runter und mit Kopfsprung ab in den Pool. Dann weitere Kopfsprünge mit raschem Wegschwimmen, um die Flöhe hinter mir zu lassen. Es hat tatsächlich - mit nur wenigen Ausnahmen - geklappt. Das Erstaunen mancher Gäste im Pool über meine Badehose und die für sie sicher unverständliche Hektik meines Bades, ließ mich völlig kalt. Aber möglicherweise verstanden sie mein Treiben auch alsbald besser und wurden nunmehr selbst hektisch. Als Letztes verblieb nur noch die Klamotten auf die Schnelle in einen Plastikbeutel zu packen und treuherzig an der Rezeption zum Zwecke des Waschens abzugeben. Dann konnte die Pflege meines rundum juckenden Körpers beginnen. Und schon bei der übernächsten Unterkunft (jetzt bei täglichem Wechsel) war es nicht mehr nötig, sich an der Rezeption wegen Ungeziefers im Zimmer zu beschweren. Es wäre der Club Mediterranée in Uxmal gewesen.

 bitte klicken Ca. 80 km von der Hauptstadt Yucatans Merida - Mérida - entfernt, liegt die alte Mayastadt Uxmal. Man spricht sie wie "Uschmal" aus. Für uns war es die faszinierendste Mayastadt. Sie liegt mitten im Urwald und nur die größten Gebäude sind bisher freigelegt. Es sind wirklich pompöse und gewaltige Bauten, die die Mayas hier errichtet hatten. Ebenfalls gilt - wie in ganz Yukatan - unter jedem mit Buschwerk überwachsenen Hügel, der den Urwald überragt, befindet sich eine Baulichkeit oder Pyramide. Wege, zum Teil die alten Straßen, erschließen das ganze Gebiet der ehemaligen Stadt. Es ist schon recht eigenartig, heutzutage durch diesen Urwald zu streifen und zu wissen, dass vor 500 Jahren hier eine ganze Stadt mit Häusern, Märkten, Plätzen und vielen Menschen stand. Die Vergänglichkeit alles Menschlichen rückt tief in unser Bewußtsein .

Uxmal liegt - wie diverse andere große Mayastädte - in den Puuc Hügeln. Sie war nach Chichen Itza die zweit mächtigtste Stadt der Mayas auf Yucatan. Die gewaltigen Bauwerke machen ihre Bedeutung auch offensichtlich. Von den spanischen Eroberern erhielten die einzelnen Geäudekomplexe fantasievolle Namen, die ihren wirklichen Funktionen aber wohl kaum gerecht werden dürften: z.B. Gouverneurspalast, Nonnenviereck, Taubenschlag oder auch Schildkrötenhaus. Ihr Anblick ist sowohl einzeln als auch im Ensemble faszinierend.

Fortsetzung: Mayastadt Uxmal


 



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