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Unsere Reise nach Mexiko - Yukatan im Nov. 1996


III

Uxmal ~ Kabah ~ Sayil



Der auf einem aufgeschütteten Erdhügel errichtete Gouverneurspalast ist gewaltig. Die Außenfronten dieses Gebäudes sind rundum wunderschön verziert. Trotz der Harmonie der diversen, noch erhaltenen Baulichkeiten zueinander, stammen sie jedoch aus jeweils anderen Epochen der Mayakultur. Trotz der großen Ausmaße des Baus, die darin enthaltenen Zimmer und Räume erscheinen erstaunlich klein.

 click, für großes Bild in neuem Fenster Kommt man durch den Haupteingang von Uxmal so eröffnet sich dieser völlig unerwartete Blick auf die Hauptpyramide, die Pirámide del Adivino. Zu Deutsch: die Pyramide des Wahrsagers oder Zauberers. Sie scheint wirklich in den Himmel zu streben und man steht zunächst fassungslos davor. Eine Wucht und Gewalt, die einen sofort in Bann zieht. Kein Wunder, dass sich über die Entstehung dieses gewaltigen Bauwerks eine Legende rankt. Danach soll nämlich wunderbarerweise diese Pyramide in einer einzigen Nacht von einem Zwerg errichtet worden sein.

Die Treppe der Pyramide del Adivino wirkt wie eine Wand, wenn man davor steht. Und da solls raufgehen. Die meisten der Touristen wagen auch den Aufstieg. Bis in den Himmel scheinen diese Treppen zu gehen. Auch wir wollen natürlich hoch und nehmen die ersten Stufen. Beim Blick nach oben: Nur blauer Himmel, ziehende Wolken, eine Steinwand und Ärsche in verschiedenen Proportionen. Ein wirklich besonderes Erlebnis, so in den mexikanischen Himmel zu steigen. Beim Blick nach rückwärts wird einem allerdings etwas schummrig. Denn unglaublich steil gehts abwärts und unwillkürlich klammert man sich an den Stufen fest. Mit allen Vieren nach oben zu steigen ist hier selbstverständlich, da man ansonsten das Gefühl bekommt, nach hinten zu fallen.

 bitte klicken Auf einer ovalen Grundfläche erhebt sich die Pyramide del Adivino. Zwei dieser Freitreppen führen steilst nach oben, eine auf der West-, die andere auf der Ostseite. Letztere ist allerdings leichter zu besteigen. Eine lange Eisenkette von oben runter bietet hier zusätzlichen Halt, um sich hoch zu hangeln oder abzusteigen. Vom Ehrgeiz gepackt (und unserer reichlichen Zeit), haben wir beide Seiten in Angriff genommen und auch bewältigt. Es ist ein echtes Erlebnis, diese Pyramide zu besteigen.

An der heute sichtbaren Pyramide del Adivino in Uxmal wurden insgesamt fünf verschiedene Bauzeiten innerhalb von 300 Jahren festgestellt. Zwei frühere alte Bauwerke sind durch Überbauung in der Pyramide verschwunden. Zwei weitere sind in der Bausubstanz aufgegangen. Ein in die Treppe getriebener Gang (auf dem vorigen Bild ist das Eingangsloch erkennbar) führt zum inneren Bauwerk. Viel zu sehen gibt's im sogenannten Templo III aber nicht. Es ist im Wesentlichen nur ein dunkler Raum.

 bitte klicken Der Blick von der 38 m hohen Pirámide del Adivino ist wirklich phantastisch. Die Sicht geht bei einem Rundgang auf der oberen Plattform über die ganze Stadt. Die Lage der einzelnen aus dem Urwald aufragenden Gebäude zueinander wird gut erkennbar und ist später recht hilfreich für die weitere Erkundung am Boden. Unter jedem überwachsenen Hügel - wie auf dem Bild zu sehen - ist nämlich ein Bauwerk versteckt. So ganz wohl ist einigen Kletterern hier oben aber nicht. Auch wenn die Plattform genügend breit aussieht, man drückt sich sicherheitshalber doch lieber an die Wand, zumal an windigen Tagen. Der unangenehmste Augenblick ist aber der erste Tritt über den Rand beim Abstieg. Viele setzen sich dazu hin, drehen sich dann und steigen mit Händen und Füßen eine Stufe nach der anderen herab. Der Blick ist natürlich auf den Treppe gerichtet.

 bitte klicken Dieser Blick von der Pyramide del Adivino geht auf das Viereck des Nonnenklosters oder wie die Spanier ehedem geprägt haben, auf das Quadrangulo de las Monjas. Mit einem Nonnenkloster dürfte dieser Gebäudekomplex aber kaum etwas zu tun gehabt haben. Der Phantasie über die Nutzung der um den Hof errichteten vier Gebäude kann freier Lauf gelassen werden. So meinen einige, daß es sich um eine Militärakademie gehandelt habe, andere sind der Ansicht, daß hier als Opfer auserwählte Jungfrauen untergebracht wurden. Sicher ist nur, dass die Häuser viele Zimmer unterschiedlicher Größe enthalten, die sich zum Hof hin öffnen. Steht man heute in so einem kahlen ungemütlichen Raum wäre wirklich interessant zu wissen, wie ehemals die Einrichtung bei den Mayas ausgesehen haben mag.

 bitte klicken Einen erhabenen und besonders stimmungsvollen Anblick bietet die Pirámide del Adivino gegen Abend, dann, wenn der Sonnenuntergang näher rückt und die Pyramide in goldbelbem Licht erstrahlt. Kein Mensch ist mehr zu sehen; nur noch warmer grüner Urwald und diese hoch rausragende Pyramide. Wir haben diesen Anblick so lange wir möglich genossen. Wir waren denn auch die Letzten, als das Tor zu Uxmal geschlossen wurde. Gott sei Dank konnten wir es uns leisten, so lange zu bleiben, denn unser Hotel war der Club Mediterranee ganz in der Nähe vom Eingang zur Mayastadt Uxmal. Da ich ja zwischenzeitlich die Flöhe auf unterschiedlichste Art und Weise entsorgt hatte, brauchte der Club auch nicht mehr - wegen Ungeziefers im Zimmer - von uns erbost und vorzeitig geräumt werden. Wegen der so günstigen Lage auch zu den weiteren Maya-Städten Kabah, Labna und Sayil blieben wir vier Nächte.

Die meisten Bauten in Uxmal sind im sog. Puuc -Stil ausgeformt und dekoriert. Die Blütezeit dieses Puucstils lag zwischen 700 und 1000 n.Chr., eben in der Zeit, in der die umfangreichste Bautätigkeit in Uxmal herrschte. Das größte Anliegen der Mayas dürfte - so sehe ich das jedenfalls - aber der Treppenbau gewesen sein. Treppen, Treppen und nochmals Treppen. Je höher und je steiler, um so besser und sie müssen zudem noch als breite Freitreppen ausgebildet sein. Ich frage mich, warum nur dieser Aufwand? Allein aus ästhetischen Gründen sicherlich nicht. Auf jeden Fall dürften die Prieser bis ins hohe Alter hinein eine gute Beinmuskulatur entwickelt haben, da es ja nur die sakralen Baulichkeiten betrifft und der eigentliche Tempel stets an höchster Stelle errichtet wurde.

 bitte klicken Man schätzt, dass ungefähr 1200 Mayastädte im Urwald begraben sind. Nur die wenigsten sind bislang zum Teil frei gelegt und für Touristen zugänglich gemacht worden. Es sind natürlich die bedeutendesten und die ehedem größten der alten Städte. In den Puuc Bergen um das Zentrum Uxmal häuften sich aber die Städte. Und in dieser Gegend kann man deshalb mit Auto leicht und bequem Historie abklappern. Das gilt vor allem für die wirklich sehenswerten Städte Kabah, Sayil und Labna, die nicht weiter als 30 km im Umkreis von Uxmal liegen. Die Straßen in diesem Gebiet sind zudem ordentlich.

Nur wenige Touristen verirren sich allerdings hier her. Es sind meist nur Besucher, die auf eigene Faust unterwegs sind. Das ist jedoch gerade das Schöne, da man völlig ungestört das Terrain durchstreifen kann und sich wie ein kleiner Forscher fühlt. Eine Touristengruppe ist mir aber doch in Erinnerung geblieben. Sie fuhr mit einem kleinen VW-Bus mit Schiebetüren vor. Der Fahrer öffnete von außen und eine Dame wuchtete sich heraus. So was Fettes hatte ich noch nie gesehen. Als sie endlich draußen war, schickte sich die Nächste zum Aussteigen an. Und zu Gabis und meinem ungläubigen Erstaunen, sie war tatsächlich noch fetter. Wir hielten es wirklich nicht für möglich, aber es quollen weitere drei solcher Kaliber ächzend und stöhnend aus dem armen Bus heraus. Gott sei Dank, an dem kleinen Verkaufsstand, an dem wir gerade unsere Cola tranken, gab es auch Chips und Fritten. Und wohin gingen die fünf Damen? Natürlich nicht in die Ausgrabungsstätte.

 bitte klicken Die Mayastadt Kabah oder mit Betonungszeichen Kabáh liegt nur ca. 20 km von Uxmal entfernt und ist auf der guten Straße schnell erreicht. Diese Stadt ist absolut sehenswert, da bereits viele Baulichkeiten frei gelegt und auch z.T. gut restauriert sind. Wirklich beeindruckend ist hier das Gebäude mit dem Namen Maskenpalast oder Codz Poop. Die Außenfort ist übersäat mit sogeannten Chac -Masken und das Ganze wirkt wie von einem Wahnsinnigen gefertigt. Über mangelnde Arbeit haben sich die Steinmetze in dieser Stadt sicher nicht zu beklagen gehabt.

Fortsetzung: Playa del Carmen


 



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