Seite 5 vom Bericht Namibia - Kaokoland

home   |  überblick  |  etoscha  |  hereros  |  himbas  |  kaoko  |  namib  |  route  |   fotos

Seite 7 vom Bericht Namibia Kaokoland







Reise nach Namibia - Kaokoveld im Okt. 2001


 VI

Twyfelfontein ~ Brandberg



 click, für großes Bild in neuem Fenster Auch hier - wie schon am Marienfluss - die eigenartigen, kreisrunden und unbewachsenen Flächen im Grasland. Von diesem Steinhügel herab können wir sie diesmal recht gut erkennen. Eine Vermutung zur Erklärung geht dahin, dass früher an diesen Stellen giftige Pflanzen gestanden haben, deren Gift bis heute fortwirkt und den Graswuchs verhindert. Hier im Einzugsbereich der Ortschaft Sesfontein beginnt langsam auch wieder der Tourismus. Zwei deutsche Paare in gemieteten Jeeps sind die ersten, die wir treffen. Ausführlich wollen sie von unserer Tour hören, insbesondere über die Epupa Wasserfälle und die Straße dorthin.

 click, für großes Bild in neuem Fenster Cirka 15 km nördlich der Ortschaft Sesfontein hat man diesen schönen Blick auf das hier bergige Land. Sesfontein selbst bietet nicht sehr viel. Besonders wichtig ist allerdings, dass es endlich eine Tankstelle gibt und sämtliche Kanister gefüllt werden können. Jeder Autofahrer nimmt diese Gelegenheit wahr. In einem alten deutschen Fort, das hübsch in ein Hotel mit Pool, Restaurant etc. umgestaltet wurde, beginnt für uns nun wieder die Zivilisation. Das Schönste dabei: Es kann wieder geduscht werden. Wir genießen es natürlich ausgiebig. Absolut staubfrei, sauber und erfrischt werden anschließend die anderen hier campierenden Touristen und Fahrzeuge in Augenschein genommen. Einige für Touren in Afirka umgebaute Lkw oder auch Pkw sind nämlich wirklich sehenswert. Ärgerlich ist lediglich eine urplötzlich durchs Camp fegende Staubwolke, die unsere herrliche, noch feuchte Reinlichkeit mit einem Schlag wieder zunichte macht. Hier in Sesfontein ist leider auch Abschied von unseren beiden Buren, die mit ihren Jeeps durch die Khowaribschlucht nach Kamanjab auf ihre Farmen zurückkehren. Denn Jeeps und kundige Führer wie im Kaokoveld werden für die Weiterfahrt nach Süden jetzt nicht mehr benötigt.

 click, für großes Bild in neuem Fenster Auch wir machen einen Abstecher zur Khowaribschlucht und übernachten nahe dem Beginn der Schlucht auf dem steinigen Zeltplatz hoch über dem Flusslauf. Sogar etwas Wasser mäandert durch das Tal. Ein Touristenpaar hat es offenbar geschafft, sich unten im Bachlauf mit ihrem Jeep bis auf unsere Höhe vorzuarbeiten und unterhalb des Camps ihr Nachtlager zu finden. Bequem in Liegestühlen genießen sie jetzt unter Palmen Namibia. Wir aber wollen noch etwas mehr von der Khowaribschlucht sehen. Mit unserem jetzigen Kleinbus erweist sich das Unternehmen aber als unmöglich; der Weg wird einfach zu kriminell. Wir 4 Touristen setzen uns daher vom Bus ab und wandern - soweit wie möglich - im Flußbett bei stimmungsvoller Abendsonne und naßen Füßen bis zum Camp zurück. Das letze Stück noch auf staubiger Straße, wie das Bild zeigt.

 bitte klicken  bitte klicken Diese herrliche rote Landschaft auf der Strecke zwischen Twyfelfontein und Palmwag läd immer wieder - zur Verzweiflung unseres Fahrers - zu neuen Stops ein. Jedermann wird doch wohl zugeben, dass auch hier wieder ein Stop und ein Photo absolut zwingend ist. Und zudem noch eine Zigarettenpause bei diesem einmaligen Blick. Twyfelfontein ist auf der ordentlichen Straße von Palmwag Lodge aus schnell zu erreichen und wir übernachten auf dem Zeltplatz mit neu erbauter Restauration.

 bitte klicken Der Name Twyfelfontein bedeutet aus dem Africaans übersetzt die Zweifelhafte Quelle, da unklar war, ob hier tatsächlich eine dauerhafte Wasserquelle existierte. Für Paviane jedenfalls hat das Wasser immer gereicht; eine ganze Horde dieser Tiere turnt nämlich in diesen Felswänden herum. Es ist putzig, den Jungtieren beim Spiel zuzusehen. Zu uns halten die Affen aber stets eine respektvolle Entfernung ein. In früherer Zeit muß diese über Eck gehende, zerklüftete Felswand für die Eingeborenen ein ganz besonderer Ort gewesen sein. Überall finden sich hier in das weiche Sandgestein eingeritzte Zeichnungen von Tieren, jagenden Menschen und auch Symbole. Um sie zu sehen, muß allerdings etwas herum geklettert werden. Obligatorische Führer weisen den Weg zu den interessantesten Bildern in dieser auch landschaftlich so faszinierenden Wand.

 bitte klicken Das Alter und der Ursprung der Unmenge von Gravierungen und Felsmalereien ist noch heute unklar. Man nimmt jedoch an, daß die Gravuren von Hottentottenjägern stammen, die hier vor etlichen Tausenden von Jahren gelebt haben sollen, während die Malereien den Buschmännern zugeordnet werden. Letztere kamen jedoch erst sehr viel später in dieses Gebiet. Der auf dem Bild zu sehende Löwe mit dem senkrecht abgeknickten Schwanz dürfte die bekannteste Gravur von Twyfelfontein sein.

 bitte klicken Nur wenige Kilometer von Twyfelfontein entfernt liegen der sogenannnte Verbrannte Berg und die Orgelpfeifen. Diese beiden Sehenswürdigkeiten, die mir vom Namen schon zuvor bekannt waren, haben mich allerdings etwas enttäuscht. Denn der Verbrannte Berg ist eigentlich nur ein größerer Hügel mit schwärzlicher Farbe und die gegenüber liegenden Orgelpfeifen sind doch recht klein geraten. Es ist Basaltgestein, das in Säulenform erkaltet ist. Viele Bilder in Büchern erwecken jedoch den Eindruck, als ob die Felssäulen meterhoch seien. Zur Klarstellung mußte sich Gabi daher als Größenmaßstab mißbrauchen lassen.

 bitte klicken Dieser schon von weitem auszumachende Inselberg - sofern er nicht im Nebel steckt - ist der sogenannte Brandberg. Er ist aber kein Berg, sondern ein ganzes Massiv mit Tälern und Schluchten. Sein Hauptgipfel ist der Königstein. Mit 2.573 m ist er zudem die höchste Spitze von Namibia. Bergsteiger und vor allem Forscher hat dieser Berg schon seit Jahrzehnten gereizt. Letztere wegen der hier ebenfalls vorhandenen zahlreichen Malereien und Gravuren. Besonders berühmt geworden ist dabei die Felsmalerei mit dem Namen 'White Lady of the Brandberg' oder zu deutsch 'Weiße Dame'. Man darf sie nur mit Führer besuchen - wie überhaupt alle Malereien am Brandberg - und sie ist zudem noch eingezäunt. Eine kleine Wanderung durch die Tsisabschlucht wird zu der Dame jedoch fällig. Unterwegs kann man dann auch einen nur hier vorkommenden, sog. endemischen Baum bewundern, der mich an einen umgedrehten Besen aus Reisig erinnert hat.

 bitte klicken Hier also die Malerei der Weiße Dame oder White Lady of the Brandberg. Vor Ort habe ich sie jedoch nicht finden können, obgleich mir mehrmals bedeutet wurde, dass sie sich unter diesem Felsüberhang aufhalte. Jetzt - nach dem Betrachten dieses Bildes allerdings - meine ich, diese mysteriöse Dame endlich gefunden zu haben. Ich habe sie am oberen Rand des Photos offenbar gerade noch erwischt. Den heutzutage sicherlich touristenträchtigen Namen der White Lady prägte der französische Archäologe Breuil, der wohl mit überschäumender Phantasie mutmaßte, die Darstellung könnte ägyptischer oder kretischer Herkunft sein. Viele Experten - und auch ich :-) - meinen jedoch, dass die Figur einen jungen Mann darstellt, dessen Körper aus rituellem oder zeremoniellem Anlass halt weiß bemalt war. In Afrika nach meiner Erfahrung nichts Außergewöhliches. Nach dem neuesten Stand der Forschung - dem ich mich allerdings nicht anschließen möchte :-( - soll dieser berühmte Fries ca. 15.000 bis 16.000 Jahre alt sein. Im nördlichen Afrika sind die entsprechenden Zeichnungen nämlich bei weitem nicht so alt.

 bitte klicken Weitere Zeichnungen unter einem anderen Felsüberhang. Unterhalb der Felsen haben sich die Malereien meist recht gut erhalten können, da sie weniger Wind und Wetter ausgesetzt waren. Beim genaueren Absuchen der Felsen und Wandflächen findet man aber auch an vielen anderen Stellen - zwar schon mehr oder weniger verblaßt - derartige Zeichnungen. Was mich an solchen prähistorischen Bildern immer wieder überrascht, ist einmal die Ähnlichkeit der Darstellungsweise rund um den Globus und zum anderen die Treffsicherheit für das Charakteristische des Motives. Blöd waren unsere Ahnen wirklich nicht.

 bitte klicken Vom Brandberg aus führt eine breite und schnelle - wenn auch unbefestigte - Straße schnurgerade auf den Atlantik zu. Meist durch völlig ebenes Land. Nur ab und zu sind des Dünen des Skelett Küsten Parks auszumachen oder einsame Berge wie die markante Spitzkoppe tauchen seitlich auf. Gerade aus in Fahrtrichtung meint man, bereits den Atlantik zu sehen. Es sind aber nur durchgehend dichte und dunkle Wolken über dem Meer. Durch die heiße Sonne und den kalten Benguelastrom, der von der Antarktis kommt und die namibische Küste hochzieht, entstehen diese gewaltigen Wolkengebilde. Sie hängen so tief herab, dass vor der Küste fast immer dichter Nebel herrscht.
Das war und ist die große Gefahr für Schiffe, die in diesen Gewässern kreuzen. Nicht umsonst trägt diese Küste den Namen Skelettküste, denn hier strandeten seit Jahrhunderten Schiffe, deren Gerippe noch heute aus dem Sand ragen. Über Nacht und Morgens kommt die Wolkenwand sogar bis über die Küste und hüllt auch hier alles in Nebel und bringt richtige Kälte mit. Im Laufe des Vormittag saugt die heiße Sonne die Wolken über dem Land allerdings wieder auf und es wird schön. Eigenartigerweise bringen die Wolken aber fast nie Regen. Auf dem Bild ist die Küstenstraße zu sehen; das Meer liegt rechts. Es bietet eine ungewöhnliche Stimmung, hier entlang zu fahren.

Fortsetzung: Walvis Bay - Namib


 



Seite 5 vom Bericht Namibia - Kaokoland

home   |  überblick  |  etoscha  |  hereros  |  himbas  |  kaoko  |  namib  |  route  |   fotos

Seite 7 vom Bericht Namibia Kaokoland



Namibia Kaokoland Reisebericht pics images pictures imágenes grafika immagini imagens rapporto rapport récits de voyage voyages image, Report on a journey Reports Informes viajes viaje del recorrido retratos picture imagem immagine information informationen pic informations informacion informaciones informazioni informacao Viaggi Viaggio Viagem Viagens Journeys Reisen bild. información Afrique africa Afrika informacoes Kaokoveld Windhoek Windhuk Himba Himbas información Herero Hereros Bild etoscha etosha National Park namib swakopmund Reiseberichte Photo Photos foto fotos áfrica bilder travelogues kaokoland namibie.