Seite 1 vom Bericht Namibia - Kaokoveld

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Seite 3 vom Bericht Namibia Kaokoveld







Reise nach Namibia - Kaokoveld im Okt. 2001


 II

Damaraland ~ Hereros



 click, für großes Bild in neuem Fenster Auf dem nahen Hausberg der Palmwag Lodge. Ein kleiner, schöner Weg führt vom Camp bis hier herauf. Ich bin ihn bei den beiden Aufenthalten insgesamt vier Mal gegangen, denn der Blick von hier oben hat mich zu sehr fasziniert. Stundenlang hab ich auf der schmalen Bank gesessen und die Sicht mal nach dieser Richtung, mal in die Andere und dann wieder zur Seite genossen. Unten im Tal am leicht begrünten Bachlauf die Lodge, an der manchmal sogar der Rücken eines hier ständig lebenden wilden Elefanten auftaucht. Aber auch Kudus, Springböcke, Murmeltiere etc. ließen sich sehen oder näherten sich mir. Es war wirklich Afrika pur. Etwas Vorsicht ist nur wegen des Elefanten im Bachlauf angebracht. Man hört ihn jedoch schon von weitem beim Brechen der Äste.

 click, für großes Bild in neuem Fenster Unten im Tal des Uniab-Revier nahe der Palmwag Lodge. Die herrlichen, rauschenden Palmen in dieser Oase sind Makalanipalmen. Der häufig anzutreffende, undurchdringliche und stabil gewachsene Pflanzenstock im Vordergrund soll giftig sein; Vorsicht ist daher geboten.
 
 click, für großes Bild in neuem Fenster Die Palmwag Lodge bietet - neben dieser herrlichen Umgebung - auch sonstige Annehmlichkeiten wie einen Pool mit Bar, Liegewiese, Duschen und Restaurant. Ein Zeltplatz ist angeschlossen, der recht gut frequentiert wird; rechtzeitige Voranmeldung ist daher schon geboten. Wirklich ein Platz zur Erholung. Aufregung und Gerenne mit Kamera gibt es nur, wenn ein Elefant durch die Lodge tappt. Und das ist manchmal tatsächlich der Fall. Passiert ist bisher aber noch niemandem etwas; das Gastrecht haben die Elefanten immer eingehalten. Das gilt im übrigen auch umgekehrt.

 bitte klicken Dies waren also die beiden Unruhestifter der Nacht. Der rechte Elefantenbulle ist quasi der Hauselefant von Palmwag, da er sich immer in der Nähe des Palmwag Camp aufhällt. Denn hier findet er im - wenn auch spärlich fließenden - Bach genügend Wasser und zudem reichlich Grünzeug. Der andere Bulle wird offenbar als Eindringling empfunden, denn am frühen Morgen kommt es tatsächlich zum Kampf dieser Giganten. Es sind übrigens keine gezähmten Elefanten, sondern Tiere in freier Natur. Und der Streit wird exakt neben unserem Zeltplatz ausgetragen, nur durch ein niedriges Mäuerchen getrennt. Diese Aufnahme - ohne Tele - wurde direkt an Gabis und meinem kleinen Zelt gemacht. Wohl war uns nicht dabei. Und das schon die ganze Nacht nicht, denn beide tappten immer wieder durchs Camp oder brachen stundenlang nebenan Zweige und Büsche zum Fressen ab. Wie es nicht anders sein kann, wir mussten vor lauter Aufregung natürlich dringend aufs Klo; nur wie und wann? Irgendwie haben wir es aber geschafft, wenn auch schweißgebadet. Dennoch ein unvergessliches Erlebnis. - Es gibt hier allerdings auch feste Unterkünfte.

 bitte klicken Die schwarzafrikanischen Abende und Nächte sind etwas ganz besonders. Es ist dann herrlich stimmungsvoll und jeder genießt in vollen Zügen. Am Besten natürlich bei einem kühlen Bier und wenn's geht, möglichst ohne Mücken. Leider ist das Spektakel der Dämmmerung mit den oft grandiosen Sonnenuntergängen in diesen Gefilden nur sehr, sehr kurz. Schon nach wenigen Minuten tauchen die ersten Sterne auf und alsbald ein Sternenmeer, wie es im Norden niemals zu sehen ist. Eindrucksvoll leuchtet hier natürlich auch das Kreuz des Südens, das sich - wie der Name schon sagt - nur auf der südlichen Erdkugel zeigt. Das Sternbild des Orion glänzt ebenfalls auf; man kennt es ja bestens vom Nordsternhimmel. Unklar bleibt mir allerdings, wieso der Orion offenbar rund um die Erde zu sehen ist.

 bitte klicken Die Pracht des südlichen Sternenhimmels - wie wir ihn auch hier im Damaraland erleben - ist unvergleichlich. Nicht nur die funkelnde Milchstraße breitet sich über dem südlichen Afika aus, sondern zudem noch die Kleine und die Große Magellansche Wolke. Es sind völlig selbständige, wenn auch viel kleinere Galaxien neben der Milchstraße. Und tatsächlich, zunächst meint man wirklich, es seien echte Wolken, die am Himmel sind, bis man seinen Irrtum bemerkt. Die Namen bestehen daher durchaus zu Recht.

 bitte klicken Recht wüstenhaft ist dieses Gebiet nördlich von Palmwag nahe der Hereroortschaft Warmquelle. Aber auch hier gibt es noch Wasser, denn unser Zeltlager wird an einem kleinen Rinnsal aufgeschlagen, das sogar einen kleinen Wasserfall mit dem Namen Ongongo hat und zudem einen natürlichen Pool ausbildet, der Badefreuden erlaubt. Schön erfrischt wird dann die nähere Umgebung erkundet. Diese Lehmhütten - eigentlich im Nichts - scheinen Unterkünfte für Hirten zu sein. Ziegen finden in dieser Öde offenbar immer noch genügend Nahrung. In der Schlucht unseres Rinnsals treffen wir selbst Kühe an. Das Herumstreunen gerade in solch kargen Landschaften ist für mich immer wieder interessant: Eigenartige Felsformationen, in allen Farben schillernde Steine, kleine Pflänzchen mit noch kleineren Blüten dran, eilige Käfer, dorniges, verwachsenes Buschwerk und vieles mehr gibt es zu entdecken. Man muß es nur sehen.

 bitte klicken Im Land der Volksgruppe der Hereros befinden wir uns hier; einem Volk, das noch von der Kolonialzeit her in Deutschland bekannt ist. Denn Namibia war das ehemalige Deutsch Süd-West, ein Kolonialgebiet des Kaiserreiches. Und mit dem Stamm der Hereros wurden erbitterte Kämpfe ausgetragen. Einige Denkmäler und noch erhaltene Forts erinnern an diese Zeit. Für die heutigen Touristen sind aber vor allem die schön bunt gekleideten und wie aus dem 19. Jahrhundert entsprungenen Frauen der Hereros von Interesse, da sie wunderbare Photomotive abgeben. Die Kleidung ist nämlich wirklich einmalig und diese altertümliche Mode stammt noch aus der viktorianischen Zeit. Für dieses heiße Gebiet eigentlich völlig unverständlich, dass eine solche Masse an Stoff herumgeschleppt wird. Aber Afrikanerinnen lieben nun mal besonders bunte Stoffe und die Hereros zudem wohl auch das Füllige.
 bitte klicken Die Hereros sind aber nur eine Volksgruppe in Namibia. Die größte Gruppe stellen die Ovambos, die den Norden bewohnen - das Ovamboland. Dann folgen der Zahl nach die Kavango, Hereros, Damara, Weiße, Nama, Farbige, Ost-Caprivianer, Buschleute, Rehobother und Tswana. Eine Splittergruppe sind die Himbas, die Roten Hirten des Kaokoveld. Dementsprechend vielfältig sind die Sprachen und Dialekte in Namibia. Die Amtssprachen sind jedoch Afrikaans und Englisch. Für deutsche Touristen besonders angenehm ist natürlich der Umstand, daß man auch mit Deutsch ganz gut weiterkommt. Es ist ein Relikt aus der deutschen Kolonialzeit. Unsere Buren - Fahrer und Führer - sprachen neben Englisch und Africaans auch bestes Deutsch. Dreisprachigkeit ist hier aber nichts Besonderes.
 bitte klicken Schon von weit entfernt sind die Hererofrauen zu erkennen. Und es sieht wirklich majestätisch aus, wenn sie durch das öde und so trockene Savannenland in ihrer Buntheit wandern, oder auch wie hier, in Grüppchen zusammen sitzen. Recht stolz erscheinen mir die Hererofrauen und irgendwie abgeklärt. In Ruhe und ohne großes Palaver erlaubten diese mir, meine Bildchen zu machen von dieser Seite oder auch von der anderen. Sie ließen sich jedenfalls in keinster Weise von mir stören und gingen ihrem Müßiggang einfach weiter nach. Einen Obulus forderten sie von mir auch nicht.

 bitte klicken Neben der Kleidung ist natürlich die Kopfbedeckung der Hererofrauen das Markanteste. Diese eigenartige Form gibt es sonst nirgendwo auf der Welt und macht somit das Typische und Unverwechselbare der Hereros aus. Wie man auf diesem Bild leider auch sehen kann, der Alkohol ist selten weit. Die Bierflasche steht gleich neben dran. Hinter dieser wuchtigen Dame ist offenbar der Schlachtplatz, denn eine halbe Ziegenhälfte hängt noch am Baum. Das hier von uns besuchte Dorf mit dem Namen Warmquelle ist recht weitläufig unter den einzeln stehenden Bäumen verteilt. Das Zentrum besteht im Wesentlichen aus einer Kneipe und kleinen Geschäft, in dem das Nötigste gekauft werden kann. Hier trifft man sich zum Plausch

 bitte klicken Seit 1990 ist dieses äußerst schwach besiedelte Land ( nur ca 1 1/2 Millionen Einwohner ) ein unabhängiger Staat. Zuvor stand es lange unter der Verwaltung von Südafrika. Gegen Südafrika richtete sich folglich auch der Kampf der Swapo, um die Unabhängigkeit Namibias zu bekommen. Reich ist Namibia insbesondere an Diamanten, aber auch an Uran, Kupfer, Blei, Zink und Zinn. Riesige Gebiete, in denen diese Brillis gefunden werden, sind deshalb für normale Menschen - leider auch für Touristen - unzugänglich.

 bitte klicken In Namibia kann es schon ordentlich heiß werden. Jetzt im Oktober geht es auf der Südhalbkugel - die Jahreszeiten sind hier umgekehrt - in den Sommer hinein. Sonnenschutzmittel mit hohem Faktor und eine gute Kopfbedeckung sind wirklich Pflicht. 300 Tage im Jahr soll in Namibia die Sonne vom meist wolkenlosen Himmel lachen. Allerdings gibt es auch eine kleine und eine größere Regenzeit. Die nur kurze Regenperiode kann irgendwann zwischen Oktober und Dezember eintreten, während die längere Regenzeit von Mitte Januar bis April währt. Der Regen hält sich aber auch in diesen Regenzeiten in Maßen, so dass Namibia das ganze Jahr über bereist werden kann. - Unser angenehmes und vorzügliches Wetter auf der Reise kann jeder von den Bildern unschwer ablesen.

 bitte klicken Eine absolut unscheinbare, jedoch außergewöhnliche Pflanze ist die Welwitschia mirabilis, die es nur in Namibia gibt. Sie sieht - wie das Bild zeigt - aus, als läge sie in den letzten Zügen, sei verwelkt und sterbe ab, wenn man sie wie staubbedeckt und verdreht vorfindet. Das erscheint nur aber so, denn tatsächlich ist es eine Pflanze mit unglaublicher Lebenskraft; sie kann nämlich bis zu 2.000 Jahre alt werden. Dieses prähistorische Gewächs hat sich optimalst an die äußerst harten Bedingungen der Namib angepaßt. Ihr genügt zum Überleben allein die Feuchtigkeit des Nachttaus und des Nebels. Ein Bild war sie mir daher wert.

Fortsetzung: Kaokoveld - Himbas


 



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