Seite 2 vom Bericht Namibia - Kaokoveld

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Seite 4 vom Bericht Namibia Kaokoveld







Reise nach Namibia - Kaokoveld im Okt. 2001


 III

Kaokoland ~ Himbas



 click, für großes Bild in neuem Fenster Unsere Weiterfahrt von Warmquelle Richtung Norden nach Opuwo ins Kaokoveld führt durch bergiges Land, das jedoch recht öde und vertrocknet aussieht. Auf dem Bild ist eine Passhöhe erreicht. Ordentlich steil geht die Straße hier auf und ab wie bei einer Berg- und Talbahn. Nur sehr selten kündigt sich Gegenverkehr durch eine Staubfahne an. Das Land der Himbas rückt immer näher und wir sind alle schon äußerst gespannt darauf, die ersten Roten Hirten zu sichten. Denn das rot bemalene Hirtenvolk kennen zu lernen, war ja einer der Hauptgründe für uns, dies abgelegene Gebiet zu besuchen.

 click, für großes Bild in neuem Fenster Die Ortschaft Opuwo, ca. 100 km von der Grenze zu Angola, ist das wirtschaftliche Zentrum des Kaokoveld. Hier müssen auch die letzten Einkäufe getätigt werden, sofern man weiter ins fast menschenleere Kaokoveld Richtung Westen fahren will. Ab hier ist dann nichts mehr zu bekommen. Wir vier Touristen bunkern jedenfalls so viel wie möglich an Wein und Bier, auch wenn es unserem Reiseleiter nicht so recht gefallen mag. Opuwo selbst empfand ich als absolut trostlos und recht öde. Es gibt nichts Interessantes, außer dem Markt und den so unterschiedlich (un-) bekleideten beiden Volksgruppen der Hereros und der Himbas. Zu fotografieren wird allerdings schwierig: Entweder wird abgewinkt, oder eine kräftige Zahlung ist fällig. Da ich aber grundsätzlich für eine Aufnahme nicht bezahle, und meine übliche Methode, durch ein lustiges Gespräch zum Erfolg zu kommen, aus Zeitmangel scheitert, habe ich auch keine Nahaufnahmen dieser fotogenen Menschen aus Opuwo.

 click, für großes Bild in neuem Fenster Märkte sind in Afrika mit das Interessanteste. Geselligkeit ist hier angesagt. Man lacht und trinkt, ißt und plaudert, schimpft und meckert, feilscht oder geht einfach dem Müßiggang nach. Und Zeit hat man hier, viel, viel Zeit. Etwas versteckt, schnell und unauffällig mache ich diese Aufnahme mit meiner kleinen Pocket ... so dachte ich jedenfalls. Offenbar aber hat es jeder gesehen, wie das Bild mir jetzt zeigt. Einer der drei sitzenden Männer vor dem gewaltigen Termitenbau zeigt sogar auf mich. Das Interesse ist wahrlich gegenseitig. - Nördlich und westlich von Opuwo beginnt die Region, in der nur noch die Nomaden, nämlich die Himbas zu Hause sind. In Opuwo sehen wir daher die letzten Hereros für die nächste Zeit.
 bitte klicken Denn wir wollen einen Abstecher weiter nach Norden bis zum Kunenefluß machen, der auch die Grenze zu Angola bildet. Dort stehen für uns die - wegen ihrer Abgelegenheit - wenig besuchten Epupa Wasserfälle auf dem Programm. Wir sind schon gespannt auf sie, da diese Fälle besonders reizvoll sein sollen. Der Weg dorthin ist allerdings sehr, sehr steinig, im wahrsten Sinne des Wortes. Man könnte zwar auch mit kleinen Fliegern die Strecke bewältigen - ein winziger Flughafen liegt vor Ort - aber dann wären Gabi und ich nicht mehr wir selbst. Nur die Höhepunkte abklappern, ohne auch das Umfeld kennen zu lernen mit allen seinen Schwierigkeiten, Unwägbarkeiten und kleinen Erlebnissen, war noch nie unser Fall. Gerade der Weg dorthin ist ebenfalls unser Ziel, auch wenn er oft Zeit und Geld kostet.

 bitte klicken Eins unserer Zeltlager mitten in der Wildnis des Kaokoveld. Diese Igluzelte habe ich übrigens schätzen gelernt, denn sie sind mit dem Gestänge Ruck, Zuck aufgebaut. Und wie man sieht, wir hatten durchaus auch Bequemlichkeit dabei. Unsere beiden Naturburschen - Führer, Fahrer und zugleich Buren - waren zudem Spitze. Am meisten gefreut hat uns jedoch, insbesondere Gabi, dass die beiden einen Jack Russel mit dem schönen Namen Bonny auf diese Tour mit genommen haben. Auch für kühles Bier, Schnäpse, meterlange Würste und gewaltige Steaks war von den Beiden gut vorgesorgt worden. Zwei Kühlschränke hatten ihre ihre liebe Müh und Not. Mithilfe beim Lagerleben wurde von uns natürlich im gemessenen Rahmen erwartet.

 bitte klicken Mein erster Eindruck: Wir befinden uns auf einem anderen Stern. Hierher kommt man nur noch mit Jeeps oder auf Esel und Pferd. Diese Menschen leben noch so ursprünglich, wie eh und je. Und so exotisch und aus einer anderen Welt kommend, dürften die Himbas nicht nur uns erscheinen, sondern wir sicherlich auch ihnen. Denn wir werden genau so neugierig beäugt, wie wir sie bestaunen. Vor dem Eintritt in den den Kral, muß jedoch erst die Erlaubnis des Kralältesten eingeholt werden. Und das bedeutet meist, dass Geschenke erwartet werden. Wir haben Salz, Mehl, Zucker etc und natürlich reichlich Bonbons für die Kinder mitgebracht. Es wird akzeptiert und wir können den Kral besichtigen sowie fotografieren.
 bitte klicken Das sind also die Roten Hirten des Kaokoveld, von denen ich schon als Kind gelesen und Bilder gesehen habe. Ein Besuch bei diesen exotischen Menschen stand daher schon lange auf dem Programm. Neu war für mich allerdings, dass lediglich die Frauen und Mädchen sich die Haut mit dieser roten Farbe färben. Heutzutage allerdings auch nicht mehr alle, denn die alten Riten und Gewohnheiten weichen - wie fast überall auf der Welt - hier ebenfalls auf. Man will nicht als rückständig gelten. Nur in den abgelegeneren Gebieten ist daher der Brauch des Körperfärbens noch selbstverständlich. In Nähe der Hauptstraßen und insbesondere an den Epupa Wasserfällen, dort wo die wenigen Touristen verkehren, dürfte eher das liebe Geld die Sitte bewahren. Denn die Forderung für ein einziges Foto geht problemlos auf 10,-- DM zu, oder sie weigern sich. Dafür würde ich mich auch gerne einfärben. Leider gibt es aber genügend Touristen, die diese Preise tatsächlich zahlen und zudem noch einen gönnerhaften Zuschlag geben. Für das Betatschen der Brüste gibts dann noch mehr.

 bitte klicken Diese junge Ehefrau - das blätterhafte Häubchen weist sie als verheiratet aus - zerreibt gerade roten Stein zu Mehl, das für die Herstellung des typischen Rot ihrer Hautfärbung, aber auch für die Lederkleidung benötigt wird. Mit der roten Farbe wird dann Tran und Tierfett versetzt und auf die Haut aufgetragen. Anfassen oder zu nahe kommen sollte man den jungen Damen allerdings nicht, denn die rote Farbe haftet wie der Teufel und man verschmiert sich völlig. Unser lieber Gerold hatte sogar rote Farbe an seiner Hose; er hat jedoch glaubhaft versichern können, dass er beim besten Willen nicht wisse, wie das Rot dort hingekommen sei. Leid tuen mir aber die einheimischen Burschen. Denn verheimlichen können sie im Kral sicher nichts; die Farbe weist stets eine eindeutige Spur.
 bitte klicken Auch dieses junge, unverheiratete Mädchen hat - wie alle Schwarzafrikanerinnen - krauses und recht kurzes Haar von Natur aus. Um diese schönen, lang gebundenen Zöpfe dennoch zu bekommen, muß mit viel, sehr viel Ziegenhaar nachgebessert werden. Sind sie aber einmal fertig geflochten, dürften sie auch lange halten. Gewaschen und gekemmt wird ja nicht, wie man sich unschwer vorstellen kann, da die Zöpfe zusätzlich mit dem rotem Lehm ummantelt werden. Ist die Frisur allerdings tatsächlich mal hin, so wird stundenlange Arbeit erforderlich, um alles wieder zu richten. Wir haben zwei Mädchen - wenn auch nur in der geboten Kürze - an solchem Kunsthandwerk beobachten dürfen. Leider hat meine Kamera dabei endgültig ihren Geist aufgegeben, was - neben dem sonstigen Ungemach - besonders deshalb ärgerlich war, da ich durch mein gezeigtes Interesse kostenfrei fotografieren durfte. (Meine Ersatzpocket lag natürlich weit entfernt im Jeep.)

 bitte klicken Ob diese beiden Mädchen hübsch sind, muß jeder für sich selbst entscheiden. Gleiches gilt für die Frage, ob eine solche füllige Haartracht auch bei unseren Frauen wünschenswert wäre. Selbst wenn man diese beiden Fragen mit Nein beantworten sollte, läßt sich - wie ich meine - jedenfalls nicht leugnen, dass die jungen Damen in ihrem Outfit ausgesprochen interessant und fotogen sind und mich sogar dazu bewogen haben, um die halbe Welt zu fliegen.
 
 
 bitte klicken Eine typische Handbewegung der Himbas. Ganz so ernst scheint diese junge Mutter es aber nicht zu meinen, denn sie muß selbst darüber grinsen. Die rote Farbe hat übrigens - neben ihrer aufregenden Schönheit - auch einen tieferen Sinn. Denn sie schützt die Haut vor der heißen Sonne des Kaokoveld und wehrt Plagegeister wie Mücken, Fliegen, Zecken etc. ab. Die jungen männlichen Himbas halten sich schon aus letzterem Grunde stets gerne in der Nähe der Rotbemalenen auf. Im Kral sind allerdings meist nur ältere Männer zu sehen, da die Jüngeren oft weit entfernt zur Arbeit gehen oder sich in den wenigen Ortschaften dem recht teuren Bier hingeben. Die Frisuren der Himbamänner sind ohne Besonderheiten; lediglich bei den Buben wird geschoren und der noch verbleibende Rest der Haare meist kunst- und phantasievoll geflochten.
 bitte klicken Diese ältere Himbafrau wiegt vor ihrer Hütte eine aufgehängte Kalebasse mit gegorener Milch. Sie ist mit Sicherheit zeit ihres Lebens rot gefärbt und hat sich daher erst zwei Mal im Leben gewaschen. Einmal bei ihrer Geburt und das zweite Mal vor der Hochzeit, da sie verheiratet ist, wie das Häubchen ausweist. Das dritte Mal wird gewaschen, wenn sie verstorben ist. Ja, so geht's halt auch; das kostbare Wasser ist eben zum Trinken da. Dennoch habe ich aus dem gebotenen Abstand von den Damen keinen unangenehmen Geruch bemerken können. Also ein weiterer Vorteil der Einfärbung, da offenbar auch Deos nicht benötigt werden.

 bitte klicken Die meisten Himbafrauen tragen ihre roten Zöpfe mit dem kleinen Haarwuschel am Ende ungebunden. Wie auf dem Bild zu sehen, gibt es für die Frisuren jedoch eine gewisse Variationsbreite. Denkbar wäre bei diesem Mädchen aber auch, dass die Zöpfe etwas zu lang geraten waren und deshalb hochgebunden wurden. Denn 2 Mal hintereinander zum Friseur zu müssen, dürfte im Kaokovelt unzumutbar sein. - Im Hintergrund eine der Hütten, in denen die Ovahimbas leben. Der Hausbau ist recht einfach. Mit Ästen wird zunächst das Hausgerüst erstellt und dann innen und außen mit Lehm und Mist verkleidet. Verbleibt noch das Stroh aufs Dach zu binden und schon ist das neue Einfamilienhaus fertig. Viel Mobiliar hat man ohnehin nicht.

 bitte klicken Die verheirateten Himbafrauen haben mich mit ihrem aufstehenden Häubchen ab und an auch an das Erscheinungsbild eines Häschens erinnert und insbesondere an das Markenzeichen des Magazins Playboy. Gerade letztere Assoziation erscheint mir nicht allzu weit hergeholt, denn auch die nackten Brüste stimmen. Möglicherweise war daher einer der Gründungsmitglieder des Playboys ein intimer Kenner dieses Hirtenvolkes gewesen  ;-) Zu solch intimen Kennern der Roten Hirten werden wir wohl nicht werden. Unser Lager wird nämlich stets irgendwo im Busch errichtet, weit ab von jedem Kral der Himbas. Ob aus dezenter Zurückhaltung diesen exotischen Menschen gegenüber, oder aus Scheu der beiden Buren vor der teuflischen roten Farbe und dem anschließenden Wäschewaschen habe ich nicht weiter ergründet.

 bitte klicken Ein Erlebnis besonderer Art bietet sich uns beim Einfahren in diesen ausgetrockneten Flusslauf. Hunderte Strauße haben sich hier versammelt, die aber leider sofort die Flucht nach rechts und links im Flussbett und auch außerhalb ergreifen. Es ist ein unglaubliches Gerenne dieser vielen, riesigen Vögel. In sicherer Entfernung blieben einige der Pulks jedoch wieder stehen, um uns zu beobachten. Unser Versuch doch näher an sie heran zu kommen, scheitert allerdings, da sie sich sofort weiter zurückziehen. Eine solche Vielzahl an Straußen haben wir auf der ganzen Reise nicht mehr zu Gesicht bekommen. Normalerweise sind es nur ein oder zwei Tiere, die irgendwo in der Ferne als Punkte herumstreifen und selbst von dort aus den Abstand noch weiter vergrößern. Ausdauernd rennen können diese Tiere wahrlich. Wir werden zwei Strauße erleben, die in einem Wadilauf ca. 20 km vor unseren zügig fahrenden Autos dahinrennen, obgleich sie nach den Seiten problemlos hätten ausweichen können.

Fortsetzung: Marienfluss - Hartmannstal


 



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