Seite 3 vom Bericht Namibia - Kaokoveld

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Seite 5 vom Bericht Namibia Kaokoveld







Reise nach Namibia - Kaokoland im Okt. 2001


 IV

Marienfluss - Hartmannstal



 click, für großes Bild in neuem Fenster Westlich der Ortschaft Opuwo geht es in Richtung des Van Zyls oder Zyl's Pass. Es ist ein besonders schwieriger Paß, der nur mit hochbockigen Jeeps befahren werden kann und grundsätzlich auch nur von Osten nach Westen. Denn die Steigungen aus dieser Richtung sind problemlos zu bewältigen. Kummer macht hier nur der Weg, wie auf dem Bild zu sehen ist. Nicht mal Schotter gibt es hier, nur große und größte Steine sowie Felsplatten bilden die Fahrdecke und man muß übervorsichtig und im Schritttempo viele Km darüber holpern. Dennoch, der erste platte Reifen ließ nicht lange auf sich warten. Gegenverkehr gibt es - außer einigen wandernden oder malerisch auf Eseln reitenden Himbas - dafür nicht. Die Steigungen aus der anderen Richtung sollten wir aber noch kennen lernen; für uns naturgemäß als Abfahrten. Die Paßstrecke selbst bietet landschaftlich nicht allzu viel und ist daher eher enttäuschend.

 click, für großes Bild in neuem Fenster Da die Stämme dieser Bäume die Form einer Flasche haben, bekam der Baum denn auch den Namen Flaschenbaum. An den unwirtlichsten Stellen treffen wir diese Baumart an. Ein Flaschenbaum wächst sogar aus einer senkrechten Felswand heraus. Wie er sich dort überhaupt festankern und ernähren konnte, ist uns schleierhaft geblieben. Manche dieser Flaschenbäume tragen auch recht große Blüten an den so ärmlich wirkenden, wenigen Zweigen. Für mich bleibt immer wieder erstaunlich, welche Vielfalt die Natur bereit hält. Stets neue Pflanzen, neue Tiere, neue Formen; die Phantasie der Natur ist unendlich. Das Buschwerk in diesem Gebiet - fast schon in Waldform - nennt sich übrigens Mopane.

 click, für großes Bild in neuem Fenster Weite Wege müssen im Kaokovelt zurückgelegt werden, denn die einzelnen Krale und die wenigen Ortschaften liegen viele Kilometer auseinander. Und nur wenige Himbas dürften ein Pferd oder einen Esel ihr Eigen nennen können, denn auch diese Tiere sind nur selten zu sehen. Von Autos ist ganz zu schweigen. Gerade mal 4 Jeeps sind uns im inneren Kaokoveld während 1 Woche begegnet und darin saßen zudem Weiße. Busverkehr gibt es natürlich hier auch nicht. In dieser Region wird gelaufen und angesichts der Entfernungen unterwegs wohl auch draußen genächtigt. Diese Beiden trafen wir irgendwo auf den Weg über den Van Zyl's Paß im Nichts. Eine Begegnung unterwegs erfreut alle, ist es doch eine willkommene Abwechslung.

 bitte klicken Der Van Zyl's Paß ist nahezu überwunden. Von diesem Aussichtspunkt eröffnet sich tief unter uns der Beginn des Tals des Marienfluß. Das Ende wird ca. 80 km entfernt die Einmündung des Marienfluss in den Kunene sein. Es begeistert mich hinab zu sehen und zu wissen: Jetzt bin ich tatsächlich mal am Marienfluß, einem Gebiet mit diesem klangvollen Namen in der nord-westlichsten Ecke Namibias und zudem dort, wo nur die allerwenigsten Leute jemals hinkommen. Ich genieße diesen Blick ins Trockental, in dem die vereinzelt stehenden Büsche und Bäume den Weg des Marienfluss nachzeichnen. Ja, und hier müssen wir runter. Immer schön gradeaus und fast ohne Serpentinen geht der Schotterweg steilst abwärts. Mir dämmert's allmählich, weshalb man den Van Zyls Pass nur von Ost nach Westen fährt.

 bitte klicken Unserer kleinen Bonny macht es nichts aus, direkt am Bergabbruch entlang zu schnüffeln. Sie ist immer die erste, die aus dem Jeep springt und sofort das Gelände erkundet. Das ist auch gut so, da sie eventuelles Getier, wie Schlangen oder Skorpione schnell entdeckt hätte. Deshalb bin ich auch immer gern in ihrer Begleitung herumgewandert. Unsere weitere Fahrstrecke ist auf dem Bild zu sehen. Hinter der erkennbaren Biegung ging's dann richtig zur Sache. Eine Steilheit der Straße, wie ich sie noch nie erlebt habe. Von einem angenehmen Fahrgefühl konnte nicht mehr die Rede sein. Es hieß nur noch festhalten und hoffen, dass der Wagen nicht ins Rutschen kommt. Unser Bure Duncan meisterte die Abfahrt jedoch bravourös. In der Talsohle wartet so was ähnliches wie ein Souvenirshop auf die vor Aufregung naßgeschwitzten Ankömmlinge. Wer will, kann sich für kleines Geld auf einer eigenen Felsscheibe mit Ankunftsdatum, Namen und weiterem verewigen lassen. Schon recht interessant, die über Jahre hinweg aufgehäuften Platten durch zu stöbern.

 bitte klicken Eins unserer beiden Fahrzeuge im weiten Tal des Marienfluß. Von schäumendem oder auch nur tropfendem Wasser ist jetzt in der Trockenzeit natürlich nichts zu sehen. Das gesamte Tal des Marienfluss ist von völlig vertrocknetem Gras bedeckt. Aus der horizontalen Perspektive erscheint die Ebene recht dicht bewachsen mit diesem gelben Gras, tatsächlich jedoch stehen die einzelnen Hälmchen sehr isoliert. Und eine erstaunliche Besonderheit ist in diesem Grasland auszumachen. Es gibt darin eine Unmenge an wirklich kreisrunden Flächen die völlig kahl geblieben sind und nicht einen einzigen Halm tragen. Eine fundierte Erklärung hierfür gibt es bislang nicht. Von Außerirdischen wie ehemals in England beim Auftauchen kreisrunder Flächen in den Feldern, wird allerdings nicht gesprochen. Man bleibt hier auf dem (Gras-)Teppich. Mit Geschwindigkeit kann man das Tal des Marienfluß abrauschen, was unsere Jeeps auch ausgiebig machen. Der Kunenefluß und die ersten grasenden Rinder der Himbas rücken so schnell näher. Bis zu 30 km müssen diese Tiere allerdings zur Tränke wandern. In langen Kolonnen sind sie ohne jeden Hirten auf diesem Weg zu sehen.

 bitte klicken Parallel zum Tal des Marienfluss verläuft das Hartmannstal. Voneinander entfernt sind sie nur circa 20 - 30 km und ähneln sich daher auch sehr stark. Zum Kunenefluß hin ist das Hartmannstal jedoch durch Berge und gewaltige Dünen abgeriegelt. Eine Fahrt bis zum Cunene sieht unser Programm deshalb nicht vor; es wird als zu schwierig eingestuft. Allerdings war damit die Rechnung ohne unsere beiden Buren gemacht, denn die machen einfach alles möglich. Früh am Morgen brechen wir in Richtung Kunene Fluß auf und werden sofort durch die herrliche morgendliche Stimmung belohnt. Von hoch oben eröffnet sich dieser phantastische Blick über die durch den Dunst noch etwas verschleierte Bergwelt. Wir sind begeistert.

 bitte klicken Die Berge im Hintergrund gehören schon zum Nachbarland Angola. Da auf beiden Seiten des Grenzflusses Kunene jedoch die selben Bevölkerungsgruppen leben, gibt es lebhafte Verbindungen über den Fluss; man schert sich wenig um die Grenze. In diesem abgelegenen Gebiet noch viel weniger; von Grenzzone ist absolut nichts zu merken. Hier ist jedermann auf sich selbst gestellt. Es ist daher vernünftigerweise auch Pflicht, stets mit zwei Fahrzeugen diesen Teil des Kaokovelt zu bereisen.

 bitte klicken Aus der Ferne sahen wir unseren herumstreunenden Dieter plötzlich einen gewaltigen Satz machen. Für die beiden Buren war die Bedeutung gleich klar; nur eine Schlange dürfte ihn dazu veranlaßt haben. Und tatsächlich, beinahe wäre er auf diese zwischen den Steinen kaum erkennbare Kobra getreten. Aber ihr Zischen hatte Dieter rechtzeitig gewarnt. Es ist eine Speikobra, wie die Buren uns erklärten. Sie spuckt fast unfehlbar ihrem Opfer das Gift in die Augen. Keine schöne Vorstellung. Auf der gesamten Reise sollte es aber Gott sei Dank unsere einzige Begegnung mit einer Schlange bleiben. Auch Skorpione haben wir nur in einem Exemplar zu Gesicht bekommen. Bonny hatte den Skorpion aufgespürt und ließ nicht locker, bis sie ihm den Schwanz mit dem Stachel abgebissen und ihn dann getötet hatte. Um die Gefährlichkeit gerade des Stachelschwanzes wußte sie offenbar. Gabi und mir war es aber gar nicht recht, dass sie ihn getötet hatte und ließen es Bonny auch wissen

 bitte klicken Das Hartmannstal liegt im Vergleich zum Flußbett des Kunene schon sehr hoch. Über weitläufige, sanft ansteigende Bergrücken geht es aber noch ein Stück höher, je mehr man sich dem Cunene nähert. Und dann taucht er zum dritten Mal vor uns auf. Tief unten im Tal schlängelt er sich mit seinen grünen Flanken an den Bergen entlang. Ein Panorama wie aus dem Bilderbuch.

 bitte klicken Kräftig geht es hinab ins Tal des Kunene bzw. Cunenefluss. Die immer wieder neuen und - wie wir meinen - immer schöneren Blicke müssen einfach fotografiert werden. Deshalb wiederum ein Stopp. Schnell wird ausgeschwärmt und jeder meint insgeheim, den besseren Blickwinkel fürs Bild gefunden zu haben. - Fluß heißt in Namibia üblicherweise revier, offenbar abgeleitet aus dem englischen Wort: river.

 bitte klicken Die bisherige Steilheit der Strecke kann noch überboten werden. Dieser Dünenwall ist der Grund, weshalb man den Kunene üblicherweise nicht über das Hartmanntal erreicht. Das Bild fängt die Steilheit der Abfahrt leider nicht so plastisch ein. Wer jedoch im Wagen sitzt und runterschaut, dem wird schon etwas anders zu Mute. Ganz langsam und vorsichtig, um ja nicht ins Rutschen zu kommmen, werden die ca. 400 bis 500 m nach unten gefahren. Und die Freude ist groß, unten heil angekommen zu sein. Etwas Gedanken mache ich mir jetzt allerdings wegen der Rückfahrt.

 bitte klicken Das Ende des Hartmannstal wird erreicht und es bietet sich uns - über den Berg- und Sandwall kommend - dieses herrliche Panorama auf den Cuneneriver. Wegen der Steilheit der kaum auszumachenden Piste legen wir leider erst weit unten einen Stopp ein, was mich aber nicht davon abhält, wieder etwas hoch zu krackseln. Der Blick ist einfach zu einmalig, auch wenn er mich so etwas an das Niltal erinnert. Das dritte Mal sehen wir jetzt also nach den Epupa Fällen, dem Ende des Marienfluß den Cunenefluss wieder. Er ist es aber wahrlich wert. Wie wir erstaunt feststellen, wurde hinten an der Biegung des Flusses bei der Insel eine recht exklusive Lodge für wirklich Betuchte errichtet. Per Flieger schweben sie ein und lassen sich hier betütteln. Dennoch, ich hätte mit ihnen nicht getauscht; das Erlebnis des Herkommens bringt für mich die Faszination. Ein Jeep von der Lodge hält gradewegs auf uns zu und drei Ladies mit Sonnenschirm staunen, wo wir wohl herkommen mögen. Ich glaube, sie hätten mit uns Abgewrackten ebenfalls nicht getauscht.

 bitte klicken Nach Besichtigung der Lodge für Betuchte - man will ja wissen, was sich hier tut - und einem ausgiebigen Bad im Kunene (Krokodile soll es hier weniger geben) steht die Rückfahrt ins Hartmannstal an. Ein erheblicher Umweg ist dafür nötig, denn der kurze Weg nach hier wäre bei weitem zu steil. Aber auch diese Strecke hat ihre Tücken mit Steigung und weichem Sand. Natürlich schaffen unsere beiden Buren jedes Hindernis. Sogar eine riesige Ziegenherde kommt uns in dieser Öde entgegen und man fragt sich unwillkürlich, wovon leben eigentlich diese Tiere. Die hiesigen Himbas jedenfalls leben von den Ziegen; erstaunlicherweise aber nicht vom Fleisch, sondern lediglich von deren Milch. Daß nicht viel draus werden kann, zeigt das Bild mit aller Deutlichkeit: Wohnhütten der Himbas im Nichts und einem Ziegenkral in der Mitte.

Fortsetzung: Skelett Küsten Park - Hoanib


 



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