Seite 4 vom Bericht Namibia - Kaokoland

home   |  überblick  |  etoscha  |  hereros  |  himbas  |  kaoko  |  namib  |  route  |   fotos

Seite 6 vom Bericht Namibia Kaokoland







Reise nach Namibia - Kaokoveld im Okt. 2001


 V

Skelett Küste ~ Hoanib



 click, für großes Bild in neuem Fenster Den Kuneneriver haben wir jetzt endgültig verlassen. Durch das gesamte Hartmannstal geht's wieder zurück, fast bis zur Abzweigung Richtung Van Zyls Pass und Marienflusstal mit seinem Roten Fass oder Red Drum, der diese Stelle markiert. Am Viehbrunnen von Orupembe wollen wir noch unsere Wasservorräte auffüllen, bevor die Fahrt weiter in Richtung Tal des Hoarusib bei Purros geht. Dort soll es nämlich Wüstenelefanten geben und sogar Nashörner.

 click, für großes Bild in neuem Fenster Zur Abwechslung taucht mal wieder einer der seltenen Krale der Splittergruppe der Ovahimbas auf. Eigenartigerweise sind hier die Hütten völlig anders gebaut. Der Lehm ist diesmal oben und das Holzgestänge dafür unten. Interessant auch, dass aus rituellen oder religiösen Gründen ein bestimmtes Gebiet innerhalb des Krals nicht überschritten werden durfte.

 click, für großes Bild in neuem Fenster Für mich haben solche karge Landschaften immer einen besonderen Reiz. Zeigen sie mir doch, dass ich wieder mal in einem wirklich exotischen Gebiet der Erde bin - was mich freut -, zum anderen ist es wohl der Gegensatz zu dem, was man einfach sonst gewöhnt ist. Ich genieße z.B. den Blick auf dem Bild; andere würden sicherlich sagen, was soll ich denn in so einer Öde, es ist doch ein Nichts. Aber gerade dieses Nichts ist ausgesprochen empfindlich. Ein Jeep, der diese unberührte Fläche queren würde, würde auf Jahrzehnte zerstören. Seine Spur wäre selbst nach 30, 40 Jahren immer noch zu sehen. Wir haben solche Spuren, die von der Piste abwichen, gezeigt bekommen. Meist stammen sie von Militärfahrzeugen, die vor Jahrzehnten hier gefahren sind. Ein Naturschutzgebiet ist dieser Teil des Kaokoveld - schon nahe dem Skelett Küsten Park oder Skeleton Coast Park - jedoch nicht.

 bitte klicken Nach Westen hin stößt man irgendwann unweigerlich auf den Skelett Küsten Park oder wie man in Namibia sagt, den Skeleton Coast Park. Denn er riegelt die Weiterfahrt zum nahen Atlantik ab. In Abständen tauchen immer wieder die Hinweisschilder auf, dass der Eintritt bzw. Weiterfahrt zu den Dünen des Skelett Küsten Park strikt verboten ist. Und dieser Skeleton Coast Park zieht sich die halbe namibische Atlantikküste fast bis Swakopmund hinunter und enthält eigentlich nur Dünen. Ganz klar ist mir daher nicht geworden, weshalb der Eintritt verboten ist; Diamanten werden hier jedenfalls nicht gefördert. Gerne wäre ich mal hinüber zum nur ca.10 - 20 km entfernten Atlantik gefahren. Obgleich unser Duncan als ehemaliger, offizieller Ranger für das Kaokoveld auch auf unserer Reise genügend verbotene Wege gefahren ist, hier war selbst für ihn Schluß. So blieb uns nur der Blick auf die unendlich dahinziehenden Dünenberge.

 bitte klicken Immer wieder tauchen in diesem dürren Land einzelne Tiere oder Tiergruppen auf, die bei unserem Näherkommen sich leider sofort weiter zurückziehen. Mal langsam wie meist der Oryx, mal aber auch in gewaltigen Sprüngen, wie die Springböcke es gerne machen. Bei großen Herden ist das Herumspringen und Tänzeln der Böcke ein herrlicher Anblick. Hier auf dem Bild in der Ferne eine Gruppe Oryxe. Ihr lebensnotwendiges Wasser beziehen sie aus dem morgendlichen Tau.

 bitte klicken In diesem ausgetrockneten Flußbett wird unser Nachtlager aufgeschlagen und wir 4 Touristen haben etwas Zeit hier herum zu streunen und die Abendsonne zu genießen. Es sind mit die schönsten Augenblicke, irgendwo erhöht oder auf einem Berg zu sitzen und die Landschaft einfach auf sich wirken zu lassen. Unserer kleinen Bonny dürfte es allerdings weniger gefallen; ihr geht's mehr ums Schnüffeln und Erkunden. Gegen Gabi hat sie aber keinerlei Chance und muß sich selbst hier oben knutschen lassen. Unser heutiges Nachlager ist gleichzeitig die Heimstätte eines Gepard. Weder Bonny noch Gabi können sich damit anfreunden und ehrlicherweise auch ich nicht so ganz. Die beiden Buren wissen aber, der Gepard bleibt heute Nacht weg. Hoffentlich weiß er es auch, denke ich beim nächtlichen Ausflug von Gabi, zu dem ich ebenfalls zwecks Wache gebeten werde.

 bitte klicken  bitte klicken Je tiefer wir ins westliche Kaokoveld kommen, um so seltener begegnen wir den Roten Hirten. Das Land wird selbst für die bescheidensten Himbas zu trocken und unfruchtbar. Nur noch an ganz wenigen Stellen sammelt sich genügend Wasser in den tiefen Brunnen oder wächst etwas, das zumindest die Ziegen am Leben erhält. Um so erfreulicher ist dann eine solche Begegnung mit einer Himbamutter und ihrem Kind. -- Im Kaokoveld durchfährt man die ältesten geologischen Schichten Namibias, bestehend aus metamorphem Gestein, das besonders mineralhaltig ist. Überall glitzern daher Steine und Sand im Sonnenlicht wie Brillis. Diese sogenannte Damara-Formation wurde durch Meeresablagerungen gebildet und im Laufe der Zeit durch Faltung und Erosion freigelegt

 bitte klicken Nach rasanter Fahrt durch die weite, trockene Ebene wird Mittagspause eingelegt. Zwei Bäumchen sind der Anlaß speziell für diese Stelle, da sie wenigstens etwas Schatten für uns abgeben. Ganz allein sind wir aber nicht, wie wir bemerken. Auch ein Chamäleon hat sich hier niedergelassen und sonnt sich gerade zufrieden auf einem Stein. Pech nur, dass Gabi mit dabei ist, denn Gabi muß nun mal solche Tierchen unbedingt anfasssen und auf die Hand nehmen. Es bleibt aber ganz ruhig und richtet nur das eine Auge - wenn auch argwöhnisch wie ich meine - in ihre Richtung aus. Das andere Auge (beide Teleskop- Augen können völlig unabhängig voneinander operieren ) mustert mal nach vorne, mal nach hinten und mal nach oben. Den Kopf braucht es praktischerweise dabei nicht zu bewegen.

 bitte klicken Eine weitere erstaunliche Fähigkeit des Chamäleons ist seine Farbanpassung an die Umgebung. Alle möglichen Farben kann das Tierchen annehmen und z. B. auch seinem Ärger über Belästigungen Farbe verleihen. Über Gabi ärgert es sich nämlich mittlerweile schwarz und nach hinten muß es sicherheitshalber auch noch ein Auge auf unsere Bonny werfen. Wie ein kleiner, fürchterlicher Drache wirkt das Chamäleon, wenn es das in Relation zum Körper große Maul aufsperrt.

 bitte klicken Ein typisch afrikanisches Motiv irgendwo zwischen den Orten Purros und Sesfontein. Diese junge Frau ist mit ihrem Kind unterwegs um Wasser zu holen. In großem Eimer wird das kostbare und schwere Naß auf dem Kopf nach Hause getragen. Eine Pause im Schatten ist allerdings auch mal nötig und gibt mir die willkommene Gelegenheit dieses Foto zu machen. Der Brunnen und zugleich eine Tränke für das Vieh ist nicht mehr weit. Hunderte Tiere haben sich dort versammelt und es kommen weitere aus allen Richtungen in langen Kolonnen an. Drei Männer mit Knüppeln sind ausschießlich damit beschäftigt, die Wasserverteilung unter den Rindern und Ziegen in geregelte Bahnen zu bringen. Kein leichtes Unterfangen, denn alle Tiere sind äußerst durstig.

 bitte klicken Von der Straße Purros nach Sesfontein kann man zum Flußbett des Hoanib abzweigen, das in Richtung Atlantik führt. Gleich die Einfahrt ist allerdings kriminell, denn weicher Sand muß erstmal überwunden werden. Selbst mit unseren Jeeps ist das Durchkommmen äußerst schwierig und es müssen immer neue Versuche gestartet werden, um festeren Untergrund zu erwischen. Ist man hier aber erst einmal durch, ist die weitere Strecke problemlos. Dieser Flußlauf ist bekannt wegen seiner hier lebenden Wüstenelefanten und Wüstengiraffen. Es sind - wie der Name schon sagt - an diese Wüstengebiete besonders angepasste Tiere.

 bitte klicken Wasser brauchen sie jedoch auch. Offenbar sammelt sich unter der ausgetrockneten Oberfläche des Flußbettes immer noch genug Wasser an, um diese Tiere hier am Leben zu erhalten. Die Elefanten besorgen dabei die Grabungen im Hoanibfluß. Schon ein gewaltiges Tier, so eine ausgewachsene Giraffe. Man kommt sich daneben - selbst in unserem hochbeinigen Jeep - recht klein und häßlich vor. Und eine Wüstengiraffe ist zudem noch kleiner, als die sonst Üblichen. Erstaunlich, dass diese Giraffe uns auf solche kurze Entfernung hat heran kommen lassen, bevor sie sich gemächlich davon macht. Herrlich anzusehen ist der Galopp dieser Tiere. Es ist ein einziges Hin- und Hergewiege durch die langen Beine und den langen Hals.

 bitte klicken Dieser Elefantenbulle, ein Wüstenelefant im Hoanibtal, hat es auf uns abgesehen. Wie unser Fahrer von früheren Touren in dieses Tal schon weiß, ist es ein Einzelgänger und er ist unberechenbar. Ganz wohl ist mir in meiner Haut deshalb nicht, da wir ja an ihm vorbei müssen. Denn so ein Bursche macht problemlos ein handliches Paket aus Jeep mit Inhalt. Das Vorbeikommen klappt aber glänzend. Und weils so schön war, bleibt unser Bure einfach mal stehen und wartet ab, wenn auch in sofortiger Fahrbereitschaft. Die Kameras klicken natürlich und unsere kleine Bonny springt im Auto hin und her und kläfft das Ungeheuer wütend und aufgeregt an. Das aber hätte selbst dem friedlichsten Elefanten gereicht. Die Ohren werden aufgestellt und der mächtige Kopf geschüttelt - das Zeichen zum Angriff ... Was aber, wenn der weiche Sand einen Schnellstart verhindert hätte oder der Motor abgewürgt worden wäre? geht es mir danach mehrfach durch den Kopf. So jedoch ist es ein prickelndes Erlebnis und ein aufregendes Warten, da ja unser zweiter Jeep auch noch durchkommen muß. Die haben den Bullen aber gar nicht gesehen.

 bitte klicken Mit unseren beiden Buren, die (leider nur) die Fahrt mit uns durchs Kaokofeld bestritten, hatten wir wirklich viel Spaß. Es sind echte Naturburschen, die selbst auf ihrer eigenen, heimischen Farm lieber unter freiem Himmel als im Haus schlafen. Zu Scherzen allzeit bereit und wie zu sehen, es macht ihnen auch nichts aus, kräftig anzupacken, selbst wenn sie sich die Hände dabei schmutzig machen sollten. Ein deftiges, reichhaltiges Essen war für die Beiden natürlich ein absolutes Muß. Zu diesem Zweck hat sogar eine Ziege ihr Leben lassen müssen, denn sie schleppten neben einer (ungelogen) ca. zwei Meter langen Wurst, die nicht mal geschnürt war, und Steaks auch den halben Brustkorb einer Ziege mit. Und man kann sagen, dass auch wir Touristen kräftig davon profitierten. Die lange, fettige Wurst war allerdings nicht so ganz unser Fall. Auf dem Bild das Unikum Kiwit mit dem großen Appetit. Elefantenlosung ist im ganzen Hoanibgebiet reichlich zu finden.

Fortsetzung: Twyfelfontein - Brandberg


 



Seite 4 vom Bericht Namibia - Kaokoland

home   |  überblick  |  etoscha  |  hereros  |  himbas  |  kaoko  |  namib  |  route  |   fotos

Seite 6 vom Bericht Namibia Kaokoland



Namibia Kaokoland Reisebericht pics images pictures imágenes grafika immagini imagens rapporto rapport récits de voyage voyages image, Report on a journey Reports Informes viajes viaje del recorrido retratos picture imagem immagine information informationen pic informations informacion informaciones informazioni informacao Viaggi Viaggio Viagem Viagens Journeys Reisen bild. información Afrique africa Afrika informacoes Kaokoveld Windhoek Windhuk Himba Himbas información Herero Hereros Bild etoscha etosha National Park namib swakopmund Reiseberichte Photo Photos foto fotos áfrica bilder travelogues kaokoland namibie.