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~~   Urlaub mit Hund im Ostseebad Kellenhusen, Deutschland März 2007  ~~
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Wie schnell doch die Zeit vergeht. Kaum zu glauben, dass wir schon wieder gen Kellenhusen reisen. Mit Sack und Pack sind wir unterwegs; natürlich mit Cockerdame Lotti als Hauptperson. Aber nicht nur das, ihre Labrador-Freundin Bunny samt Frauchen sitzen mit im Auto, denn auch in Labradorkreisen wird mittlerweile von Kellenhusen als einem Ort berichtet, den ein reise- und badefreudiger Hund durchaus kennen sollte. (Fortsetzung unter dem Bild)



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Diesmal begrüßt uns Kellenhusen mit Kälte und kräftigem Dauerregen, was keinem so recht gefallen mag. Dennoch, auf einen ersten, kurzen Strandlauf wollen unsere Hunde - im Gegensatz zu mir - nicht verzichten. Das Abendessen naht, der Regen hört auf, wir klingeln bei Barbara und Bunny im Haus nebenan. Noch barfüßig öffnet Barbara die Haustür, ein frecher Luftzug schließt derweil ihre Appartementtür. Dumm nur, der Schlüssel liegt drin. Gabis Handy hilft nicht weiter; die Zimmeragentur ist längst verweist und ein Zweitschlüssel nicht in Sicht. Meinen neuen Mantel spende ich Barbara daher, Gabi gibt Schuhe dazu; beides über die Maßen passend. Zwei freie Betten zur Auswahl stehen in unserer Wohnung zudem parat. Also was soll`s; dem ersten Abendessen mit frischem Fisch steht nichts im Wege. Deshalb wandern wir auch los, Barbara breitschultrig und schlurfenden Schrittes.

Nicht weit entfernt haben Jochen und Ulla, unsere nach Kellenhusen gezogenen Bekannten aus dem Cockerclub, ihr kleines Bedruckungs-Geschäft für Souvenirs und andere Dinge. Und drin wird noch gearbeitet. Unser Malheur ist schnell erzählt; die Beiden wollen versuchen, die Agentur noch irgendwie zu erreichen. An der 'Gießkanne' geht jetzt der Weg vorbei. Der uns vom letzten Urlaub her schon bekannte lustige Kneipenwirt hat gerade vor der Tür zu tun. Wir sprechen ihn an; er erinnert sich und begrüßt auch Barbara mit seinem offenen, unnachahmlichen Lachen. Gabi droht damit, ihm Barbara für die Nacht aufs Zimmer zu schicken, sollte er nicht die Agenturdame wegen des Schlüssels ausfindig machen. Ein noch fröhlicheres Lachen erhält unsere liebe Barbara dafür geschenkt, was sie - wie ich meine - durchaus freudiger und nicht gar so gequält hätte erwidern sollen. Mit dem Versprechen, später noch mal rein zu schauen, geht's nunmehr endgültig Richtung Fisch. Wie in Kellenhusen nicht anders zu erwarten, auch mit zwei Hunden hat das Restaurant keine Probleme. Für Raucher schon eher. Ein separater Raum ist für solche Kundschaft vorgesehen, wie ich leider etwas spät feststelle. Mit Bierglas umziehen will ich aber doch nicht; es bleibt nur der Gang vor die Tür. Schon komisch, dass bei allen Interviews im Fernsehen selbst die Raucher mit einem allgemeinen Rauchverbot einverstanden sein sollen. Mich hat man nicht gefragt.

Gut, dass es heutzutage Handys gibt. Denn alsbald hören wir die frohe Botschaft, dass Barbaras Zimmer noch diesen Abend geöffnet wird. Na also, jetzt gibt es in der Gießkanne sogar etwas zu feiern. Selbst Barbara braucht nicht mehr gequält zu lächeln; der Heimweg ist ihr sicher. Ebenso sicher ist das Schnapsglas gefüllt mit 'Lütje Minze'. Das wird unserer kleinen Runde (Ulla und Jochen samt Cockerhündin Lea sind natürlich dabei) gerade vom lachenden Wirt der 'Gießkanne' serviert. 50 Umdrehungen soll die 'Lütje Minze' haben, wird von ihm nochmals bestätigt und zudem, dass jeder ohne Gesundheitsbedenken mehrere Gläser trinken dürfe, da die 'Lütje Minze' so durchsichtig sei, dass die Leber sie nicht sehen könne. Also Prost auf Kellenhusen. Und ein weiteres Prost auf hoffentlich schönes Wetter an der Ostsee. Draußen regnet es nämlich wieder.

Lotti weckt mich am nächsten Morgen, sie will Gassi gehen. Ich kann gar nicht glauben, was ich sehe. Strahlend blauer Himmel erwartet uns. Allerdings ist es noch sehr kalt, der Wind weht von der Ostsee heran und die hat gerade mal 6 Grad. In Daunenjacke eingepackt geht's über den hübsch mit Osterglocken bestückten Deich. Aufgeblüht sind sie allerdings noch nicht. Die Natur hier im Norden Deutschlands scheint im Vergleich zu Düsseldorf mindestens 3 - 4 Wochen zurück zu sein. Nicht mal Knospen sind an den Bäumen und Sträuchern vor der Küstendüne zu erkennen. Den ersten Blick auf die Ostsee will ich mir nach erledigtem Häufchen von Lotti noch gönnen. Da liegt sie schon vor mir mit Blick bis zum Horizont. Ein Schiff ist in der Ferne auszumachen. Viele weiße Wasserkronen rollen heran. Wie immer ein wunderschönes Bild, auch wenn man das Meer schon tausend Mal gesehen hat. Der Strand ist seit dem letzten September schmäler geworden, fällt mir auf; das Wasser reicht näher an den Dünenwall heran. Sand scheint reichlich weggeschwemmt worden zu sein, vielleicht liegt es aber auch am Wind, der das Wasser höher an die Küste drückt.

Vor dem Frühstück steht der Gang zum Bäcker, denn Brötchen müssen im Urlaub schon sein. Erst eine Bäckerei und ein Fleischer haben im Ort geöffnet und die sind schnell erreicht. Weit ist in Kellenhusen niemals ein Weg. Lotti bekommt natürlich als erste ihr Leberwurstbrot, auch Bunny hat schon gefrühstückt, als Barbara mit ihr eintrudelt. Wie schön ist doch so ein Frühstück im Urlaub, wenn man eine ganze Wohnung mit drei Zimmern für 50 EUR pro Tag zur Verfügung hat, die Sonne scheint und noch 2 1/2 Wochen faulenzen an der Ostsee vor einem stehen. Schon weit nach 11.00 Uhr haben wir, stelle ich erstaunt fest, als ich mein Zigarettchen auf der kleinen Terrasse nach dem Essen genieße. Eine Nichtraucherwohnung hat Gabi aus Versehen gebucht, so sagte sie jedenfalls im September - beim ersten Urlaub in Kellenhusen. Da die Wohnung aber wirklich optimal ist, wurde sie wiederum genommen, sogar mit meinem stillen Einverständnis. Nun heißt es aber allmählich, sich fertig machen zum ersten Spaziergang am Strand. Lotti und Bunny warten schon ganz ungeduldig darauf.

Schnell ist der Strand erreicht. Wie üblich, wir wenden uns nach Süden in Richtung Niemandsland. Zwar dürfen bis zum 1. April Hunde überall am Strand laufen und toben, in unserer Richtung hört der Strand aber bis nach Grömitz in ca. 10 km Entfernung nicht mehr auf. In der anderen Richtung würde es bei dem hohen Wasserstand an der Steilküste sicherlich Probleme mit dem Durchkommen geben. Das haben wir ja schon mal erlebt. Zu Dritt wandern wir los. Die Hunde sind schon längst auf und davon. Lotti natürlich als erstes ins saukalte Wasser. Begeistert paddelt sie herum, kommt heraus, schüttelt sich und jetzt ist Möwenjagd angesagt. Ein Vogel nach dem anderen wird bis in die Ferne entlang des Strandes aufgescheucht, dann kommt sie wieder zurück gerannt, denn die verdammten Biester haben sich doch erneut hingesetzt. Ganz andere Interessen hat dagegen Bunny. Einen prächtigen Ast hat sie am Strand gefunden. Nicht mittig, sondern schön am Ende wird er gefasst und so mit Müh und Not zu Frauchen geschleppt. Geworfen werden soll der Ast von Frauchen, macht Bunny unmissverständlich klar. Nur hat unsere Barbara keine Lust dazu und wandert einfach weiter. Was bleibt der armen Bunny anderes übrig als zurück zu rennen, den Ast wieder zu holen und erneut vor Frauchen abzulegen. Da Barbara heute - aber auch sonst - überhaupt keine Lust auf Ästewerfen hat, muss Bunny schon seit mehr als einer Stunde immer wieder den Ast neu heran schaffen.

Ein gemauertes Wehr quer über den Strand setzt Bunnys Treiben mit dem Ast jäh ein Ende. Jenseits des Wehrs geht die Wanderung nun voran. Und siehe da, stolz präsentiert Bunny einen hübschen Holzscheit vor Barbara. Bis zum nächsten Wehr und dann auch zurück, sogar bis nach Kellenhusen, geht also das Trauerspiel weiter. Es wird wirklich Zeit, dass Bunny's Herrchen endlich nach Kellenhusen kommt. Irgendwann heute Nacht wird er da sein, lautet seine telefonische Botschaft. Die Promenade unseres Badeortes ist erreicht. Viel los ist jedoch noch nicht. Erst teilweise sind die kleinen, lieb gestalteten Geschäfte, Bistros, Cafes geöffnet. In der kommenden Osterwoche wird sich das sicher ändern. Erfreulich für unseren Geldbeutel, die kleine Fischbratküche, die hauptsächlich Fischgerichte außer Haus verkauft, ist bereits in Betrieb. Rotbarsch mit Bratkartoffeln sehe ich für das Abendessen schon auf dem Tisch in unserer Wohnung stehen. Und das sicherlich nicht nur heute, obgleich die Restaurants hier in Kellenhusen wirklich nicht überteuert sind. Einmal die Promenade rauf und runter führt noch unser Weg, dann geht's nach Hause.

Immer noch steht die Sonne am Himmel, nicht ein Wölkchen ist weit und breit zu sehen. Herrliches Nachmittagslicht liegt auf unserer kleinen Terrasse und lädt umgehend zum Faulenzen ein. Schön windgeschützt zwischen Hausmauer und den uns umgebenden Gebäuden wird es sogar warm auf unseren Liegestühlen. Auch Lotti ist zufrieden, kann sie doch an der langen Leine bis um die Ecke gehen und dort beobachten, was sich auf dem Parkplatz abspielt. So ab 5 Uhr kommt die Sonne genau passend zwischen zwei Häusern herunter und das ruft mich allmählich zur Pflicht. Der Fisch fürs Abendessen muss diese Woche bis 18 Uhr, nächste Woche bis 19 Uhr und danach bis 20 Uhr abgeholt werden, so jedenfalls erklärt es mir die ausgesprochen sympathische Chefin und gleichzeitige Verkäuferin in der Bratküche. Den Fisch und die Kartoffeln braten darf hingegen nur der schweizer Chef und das macht er mit wahrer Begeisterung. Meine drei in Auftrag gegebenen Filets der Rotbärsche landen umgehend in der Pfanne, die Kartoffeln in einer anderen und schon brutzelt es los. Auf Tellern in Folie und Tüte eingepackt, nehme ich dann das Abendessen in Empfang. Wirklich leckerer Fisch, meint nicht nur Barbara.

Tageschau ist angesagt. Jetzt kommt die Wetterkarte. Ein nicht zu übersehendes Hoch nähert sich vom Westen. Sonne erstrahlt über dem Norden, schräge Striche zeigt die Mitte und der Süden von Deutschland. So ähnlich soll es auch die ganze nächste Woche werden, prophezeit der glaubhafte Meteorologe. Nun, wir haben absolut nichts dagegen. Er hatte sogar Recht damit, wie wir - nach dem Urlaub - sagen können. Allerdings hätte er ohne zu lügen noch beifügen dürften, auch in der Osterwoche wird es an der Lübecker Bucht nicht viel anders sein. Erst am Sonntag, unserem Tag der Heimreise, wird es wieder regnen, wäre dann die ganz korrekte Prognose gewesen. Noch aber warten wir vor der Flimmerkiste auf Till, das Herrchen von Bunny. Spät, sehr spät trudelt er endlich in Kellenhusen ein, freudig von uns allen begrüßt und wie es nicht anders sein kann, besonders überschwänglich natürlich von seinem Hund.

Wie die Tage in Kellenhusen für ein nicht mehr ganz so flippiges Ehepaar mit Hund ablaufen können, weiß man jetzt schon. Denn die einzelnen Tage gleichen im Wesentlichen dem Tag, wie oben bereits ausgeführt. Soweit der Tagesablauf aber nicht übereinstimmt, dann folgt die Übereinstimmung jedoch mit meinem Bericht aus unserem Urlaub im September 2006, den man hier zu Rate ziehen sollte. Soweit selbst dann noch keine Übereinstimmung vorliegt, enthalten die nachfolgenden Absätze die Besonderheiten dieser verbleibenden wenigen Tage.

Ausnahmsweise wollen wir heute nach Norden laufen, da Barbara und Bunny den Süden schon kennen und sie mit Till bereits morgen wieder heimreisen müssen. Am Wahrzeichen von Kellenhusen, der neuen Seebrücke kommen wir vorbei. Drauf spazieren kann man leider nicht, da sie noch nicht ganz fertig ist und über Mängel bzw. Zahlung heftig gestritten wird. Der Bauunternehmer will vor der Fertigstellung eine weitere Geldrate sehen, Kellenhusen erst die Beseitigung der Mängel. Allseits viel Vergnügen. Entlang des Hauptstrandes wandern wir Kellenhusen ab. Lotti hat bereits zwei Bäder genommen, Bunny sofort ein Stöckchen gefunden. Mit Herrchen ist sie jetzt in ihrem Element, denn auch Till hat Spass am Stöckchenwerfen. Erhöht führt am Ende des Ortes ein herrlicher Spazierweg an der Küste weiter. Wiesen, Felder und kleine Wäldchen zeigen sich linker Hand, die Ostsee rechts. Drei Surfer rauschen unentwegt über das wellige Wasser, stets weit hinaus und wieder zurück. Herrlich der Sonnenschein. Wir genießen in tiefen Zügen die frische Seeluft. Till vor allem jedoch die wunderschöne Melodie des Meers, denn zu Hause hört er nur den auf- und abschwellenden Donner der tiefen Flieger vom nahen Düsseldorfer Flughafen.

Einen backsteinroten Leuchtturm gibt es zwischen Kellenhusen und dem Ostseebad Dahme. Und genau dort hin führt jetzt der Weg. Dieser Turm hat es in sich - wie ich lesen kann -, denn er leitet nicht nur Schiffe, sondern in gleicher Weise Brautleute in einen sicheren (Ehe-) Hafen. Selbiges soll auch die neue Seebrücke von Kellenhusen mal bieten, sofern sie denn fertig wird. Jedenfalls hat die Bürgermeisterin bereits ein Trauungsseminar belegt und - wie sie sagt - auch bestanden. Eine wirklich bürgernahe Frau, weiß ich aus eigener Erfahrung zu berichten, denn noch heute erfüllt es mich mit Stolz, dass diese höchste Amtsperson von Kellenhusen mir ein Bratwürstchen mit Senf geholt und in aller Öffentlichkeit beim Osterfeuer am Stehtisch überreicht hat. Ihre hübsche Tochter scheint von ähnlichem Format zu sein; dazu aber später. Eine Teerstraße liegt jetzt vor uns, die schnurgerade auf Dahme zuhält. Gerne würden wir unterhalb der Steilküste am Meer weiter laufen, doch ein exklusives Anwesen hinter dem anderen läßt keinen Durchgang zu. Erst nahe des Ortes gelingt endlich der Abstieg. Umgehend badet Lotti im Meer, Bunny muss ein neues Stöckchen suchen.

Auch in Dahme kommt erst ein Hundestrand, dann beginnt die kilometerlange, gerade Promenade mit ihren vielen, ebenfalls flach gehaltenen Häusern und Häuschen. Recht exklusive Geschäfte, Kaffees, Restaurants etc. kann man sehen; alles eine Nummer feiner und großzügiger - wohl auch teurer - als in Kellenhusen. Nun, wer's mag. Wir jedenfalls fühlen uns im überschaubaren, mehr persönlichen, familiäreren Kellenhusen wohler. Ähnlich geht es Barbara und Till, den Hunden ohnehin. Auf gleichem Weg müssen wir wieder zurück, ca. 5 km dürften es sein. Von Muttern selbst gebackener Kuchen wird in einem Gehöft mit Tischen draußen nahe dem Leuchtturm angeboten. Einen Bienenstich genehmige ich mir, der so locker, leicht und schmackhaft ist, dass ich noch heute davon schwärme. Die Promenade von Kellenhusen hat uns wieder. Und wer sitzt im kleinen Cafe mit dem Namen 'Cafe Pause'? Es kann nur Ulla mit Lotti's Cockerfreundin Lea sein. Wir setzen uns dazu. Umgehend werden als erste Lotti und Bunny mit einem Leckerli bedient. Schön, wie sich die drei Hunde vertragen. Für Abends wird wieder die Gießkanne verabredet.

Unsere Düsseldorfer Freunde sind schon seit einer Woche wieder in ihrer heimatlichen Flugschneise. Mit Jochen, Ulla und Lea wandern wir heute zum ersten Mal entlang des Strandes bis nach Grömitz. Natürlich scheint dabei die Sonne. Bis zum 2. Wehr ist uns die Strecke ja bereits hinreichend bekannt. Neu ist allenfalls, dass wir waschechte Badegäste sehen. Bei 6 Grad Wassertemperatur tauchen sie doch tatsächlich in die Ostsee ein. Allein der Anblick läßt mich frösteln. Gut 2 1/2 Stunden sind wir am Strand unterwegs, dann sehen wir die ersten Häuser und Strandkörbe von Grömitz. Sehr viel ist hier schon los, reihenweise stehen bereits die Strandkörbe und fast alle sind belegt. Große Gebäude zeigen sich hinter dem Strand; sie gehören der Barmer Ersatzkasse und dienen 'Mutter mit Kind'. Auf der Promenade herrscht ebenfalls reichlich Betrieb, stellen wir als Kellenhusener erstaunt fest. Lotti ist gar so beeindruckt, dass sie peinlicherweise gleich ein Häufchen auf die Flaniermeile setzen muß. Mit einem Kacktütchen beseitigt Gabi umgehend das Relikt. Ein kleines Mädchen schaut fasziniert dabei zu und fragt unschuldig: Warum machst Du das? Hoffentlich haben sie keinen eigenen Hund zu Hause, denke ich so bei mir.

In Grömitz läuft man nicht die Promenade entlang, man promeniert und zeigt dabei, was man im Kleiderschrank und im Schmuckkästchen an schicken und teuren Dingen hat. Ob jung, ob alt, ob hinten Lyzeum und vorne Museum, jedermann spaziert hin und spaziert her, alles tummelt sich bei dem Sonnenschein, schleckt Eis oder sitzt vor den Cafes und läßt die anderen auf dem Laufsteg traben. Es kommt mir vor, wie irgendwo in südlichen Gefilden. Auch Grömitz hat eine Seebrücke, die besonders weit in die Ostsee hineinreicht und offenbar sowohl bezahlt als auch mängelfrei ist. Jedenfalls ist sie begehbar und wer will, kann von hier aus mit Schiffen die Seebäder bis hinüber nach Mecklenburg abklappern. Bei guter Sicht ist die Küste von Mecklenburg sogar zu sehen. Ein Kurhaus hat Grömitz natürlich auch, ebenfalls einen Yachthafen und ein großes, klotziges Hotel für Promis, das allerdings eher störend wirkt. Wir beschließen, bequem mit dem Bus nach Kellenhusen zurück zu fahren. Durch eine liebliche Landschaft geht diese Fahrt. Idyllisch gelegene Gehöfte und hübsche Häuschen liegen am Weg. Auch hier könnte man sich einmieten, wie die Schilder mit 'Zimmer frei' zeigen. Doch so fernab von der Ostsee?

Große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus. Zwei Geburtstage stehen für Karfreitag an. Und dafür verlassen unsere zwei Düsseldorfer Freunde samt Bunny wiederum ihre Flugschneise und reisen gen Kellenhusen. Auch mein Neffe Martin aus Mainz mit seiner Braut haben das gleiche Ziel, sogar bis in die beiden freien Betten unserer Wohnung. Der Zufall hat es gewollt, dass Gabi und Martin bereits seit 37 Jahren gemeinsam Geburtstag haben und das soll im Strand-Kasino würdig gefeiert werden. Ein besonderes Geschenk will Jochen in seinem Geschäft für Gabi fertigen. Die benötigten 12 Fotos liefert meine Kamera. Unser Kellenhusener Urlaub soll nämlich in Kalenderform entstehen. Und damit Gabi tatsächlich ein ganzes Jahr Freude daran hat, beginnt dieser Kalender - wohl einmalig in der Welt - mit dem April. Es klingelt beim geburtstäglichen Frühstück an der Haustür. Die hübsche Bürgermeistertochter kommt mit Blumen und Sekt zum Gratulieren, was uns alle beeindruckt und freut. Dass sie gleichzeitig in Diensten ihrer Mutter und deren kellenhusener Vermietungsagentur steht, schmälert die nette Geste nicht.

Der Tag vergeht, wie wir es gewöhnt sind. Den Strandspaziergang lehnen unsere beiden Mainzer allerdings ab, sie wollen lieber im Strandkorb sitzen und dort kuscheln. Volles Verständnis ist ihnen dafür sicher, haben sie es doch nach zehn Jahren gegenseitiger, intensiver Prüfung geschafft, einen Hochzeitstermin für August 2007 fest zu legen. Beinahe wäre - zu unser aller Schreck - dieser Termin durch das fast unüberwindliche Hindernis des Kaufs eines gefälligen Brautkleides noch geplatzt. Die Hürde hat Susanne nämlich weder in Düsseldorf, noch Wiesbaden oder Mainz nehmen können; nicht mal mit meiner Hilfe. Gott sei Dank hat Frankfurt aber das Unmögliche geschafft, so dass nun das Brautpaar in Spe unbeschwert mit uns rüber ins Strand-Kasino zur abendlichen Geburtstagsfeier gehen kann. Es dauert nicht lange, dann erscheinen auch die beiden Düsseldorfer Lärmgeschädigten sowie Jochen mit Ulla. Und natürlich liegen unsere drei Hunde brav unter dem Tisch und mucksen sich nicht. Schon toll, welche Runde wir in Kellenhusen so zusammen bringen. Vielleicht kommen ja weitere Gäste, denn heute ist - wie wir wissen - noch eine ganze Familie samt Hund aus dem Cockerclub angereist. Sie haben uns aber nicht gefunden. Laut genug waren wir eigentlich.

Mit seinem Kalender hat Jochen den Vogel bei den Geschenken abgeschossen. Gabi ist über die Maßen gerührt und wischt sogar eine Träne aus den Augen. Auch das Essen ist vorzüglich, eine Scholle habe ich mir genehmigt. Es wird ein wahrlich lustiger Abend, der irgendwann mit 'Lütje Minze' in der Gießkanne endet. Ein letzter Tag verbleibt uns noch an der Ostsee. Großes Osterfeuer hat Kellenhusen dafür angesetzt. Für seine Gäste muss man ja was tun und sehr viele Leute erscheinen denn auch. Leider weht der Wind heute recht kalt, in der Nähe des großen Feuers ist es wiederum zu heiß. Etliche Buden wurden errichtet, die Getränke, Würstchen und Erbsensuppe bieten. Was bleibt dem armen Jochen als neu zugereistem Geschäftsmann im kleinen Kellenhusen anderes übrig, als persönlichen Einsatz zu zeigen: Bei der Erbsensuppe steht er an der Kasse und macht dort einen tadellosen Eindruck. Von der tatkräftigen Bürgermeisterin habe ich ja schon berichtet. Somit ist als Letztes nur noch zu sagen: Mit Tränen vom grauen Himmel verabschiedet sich Kellenhusen. Diese Trauer erleichtert uns Urlaubern die Heimfahrt allerdings enorm, da wir jetzt - laut Wetterprognose - ein dauerhaftes Tief über der Ostsee verlassen und in ein sonniges Hoch im mittleren und südlichen Deutschland fahren.

Kellenhusen hat uns wieder gefallen, weshalb Gabi für August erneut gebucht hat


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