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Unsere Reise nach Malaysia mit Kalimantan


-  II  -

Borneo ~ Sarawak ~ Kalimantan



Schon nach einer Stunde Flug von Kuala Lumpur aus, ist die Insel Borneo unter uns zu sehen. Für mich ein tolles Gefühl, dieses exotische und geheimnisvolle Eiland direkt unter dem Äquator jetzt mit eigenen Augen kennen zu lernen. Flüsse und Urwald ziehen während des Sinkflugs unten vorbei. Wir landen in Kuching, der Hauptstadt von Sarawak. Borneo, in Indonesien Kalimantan genannt, ist eine gewaltige Insel, nach Grönland und Neu-Guinea die drittgrößte der Welt. Der kleinere und nördliche Teil gehört - mit Außnahme des Ministaates Brunei - zu Malaysia, der andere zu Indonesien. Leider werden, wie in vielen Tropenländern, auch auf Borneo die Urwälder ständig weiter abgeholzt. Gar so radikal wie ich es auf der Nachbarinsel Celebes, heute meist Sulawesi genannt, gesehen habe, ist es aber noch nicht.

 click, für großes Bild in neuem Fenster Kuching ist schon eine recht große Stadt mit ca. 400000 Einwohnern und liegt etwas landeinwärts. Die Häuser sind meist niedrig gehalten, gleich ob neu oder alt. Einige wirklich schöne, alte Straßenzüge mit blauem, rotem oder grünem Anstrich der Häuschen gibt es zu besichtigen. Auf dem Markt ist natürlich auch einiges los. Ich staune mal wieder, dass es immer neue Früchte gibt, die ich noch niemals gesehen habe. Alexandra sorgt jeweils für eine kleine Eßprobe. Auch die Durianfrucht läßt sie uns probieren; sie schmeckt - ganz im Gegensatz zu ihrem Geruch - angenehm. Eigentlich ist es aber kein Geruch, sondern ein Gestank ohne gleichen, den sie verbreiten kann. Ein etwas älteres Exemplar sollten wir noch in Sabah erleben, das der dortige Co-Reiseleiter in unserem Bus für sich verstaut hatte. Er war sich keiner Schuld bewußt. Hoch interessant ist der Besuch des Völkerkundemuseums in Kuching. Aus allen Ecken von Sarawak gibt es Ausstellungsstücke von Waffen, Kleidung, Schmuck etc., aber auch alte Photographien von Häuptlingen, deren Ehefrauen, von Kriegern sowie Darstellungen der Lebensweise einzelner Volksstämme.

Die meisten Reisegruppen bleiben hier in der Nähe von Kuching, um den ehemaligen Kopfjägern einen Besuch abzustatten. Es ist bequem, geht schnell und die Kopfjäger im Langhaus wissen schon genau, was ein Tourist gerne sehen will, bevor er wieder in sein klimatisiertes Hotel oder Kreuzfahrtschiff zurück kehrt. 2 Übernachtungen sind für Kuching eingeplant, so dass auch Zeit bleibt, die breiten Straßen sowie die Promenade am Sarawak River abzuwandern und sich zu wundern, wie sauber diese Stadt doch ist. Morgens werden wir zur Anlegestelle am Sarawak Fluss gebracht, um per Schiff übers Meer nach Sibu zu gelangen. Primär Einheimische warten schon am Pier. Auch das Schiff schaukelt bereits auf dem braunen Wasser. Von wegen ein Seelenverkäufer; es ist ein Schnellboot in Form des Rumpfes eines Flugzeugs und drin sitzt sichs genau wie im Flieger. Ich dummerweise in der hintersten Ecke eingeklemmt, jedoch an einer Luke. Unser Flieger nimmt Fahrt auf und rauscht los. Draußen zieht die hohe, erdene Uferböschung schnell vorbei. Nach etwa 30 km wird das Meer erreicht und hier kommt das Schiff erst richtig auf Tour.

 Bitte klicken Auf Borneo hätte ich solche Hightech nun wirklich nicht erwartet. Eine starke Dünung herrscht draußen, der Himmel wird stetig schwärzer, wie ich wunderbar erkennen kann. Blitze zucken aus den Wolken. Immer kleiner werde ich in meiner Ecke und denke: wenn was passiert, von hier hinten komme ich nicht mehr raus. Gute 4 Stunden sind wir schon unterwegs bis ich endlich flaches Ufer sehe, das an uns vorbei rauscht. Es muß der Rajang River sein, auf dem wir jetzt fahren. Immer mehr Schiffe tauchen auf. Nach einer halben Stunde wird der Motor leiser und erstirbt dann ganz. Sibu, die wichtigste Stadt am Rajang, ist erreicht. Ich fühl mich wieder wohler. Sehr breit ist der Rajan bei Sibu und viele Schiffe, aber auch geschälte Baumstämme schaukeln auf ihm. Gleich am Hafen empfängt uns das markanteste Gebäude von ganz Sibu; es ist eine vielstöckige, rote, chinesische Pagode. Drin bietet sie zwar nicht viel, doch man kann hinauf steigen und von oben auf die Stadt, den Hafen, den Rajang und bis weit ins flache Hinterland sehen. Unten ist eigentlich nur das Hafengebiet anzuschauen und deshalb sitzen wir auch hier, trinken vor einem Restaurant unseren Tee und schauen halt, was sich so um uns herum abspielt. Wie in Kuching, das Völkergemisch ist ähnlich: Chinesen, Malayen sowie die vielen Stämme aus Sarawak.

 Bitte klicken Früh am Morgen müssen wir wieder am Hafen sein, denn heute geht die Fahrt den Rajang hinauf bis nach Kapit. Ein ähnliches, aber längeres Schiff als gestern nimmt unsere Gruppe und viele hiesige Passagiere auf. Alle Plätze im Flieger sind belegt, viel Gepäck an Deck verstaut, als der Motor zu brummen anfängt. Ich staune erneut, mit welcher Geschindigkeit wir durch Borneo rauschen; es sind sicher 50 - 60 km/h, die das Schiff vorlegt. Zu meiner Freude sehe ich, dass man hier sogar an Deck gehen kann, was ich denn auch umgehend mache. Der Fahrtwind haut mich fast um beim öffnen der Türe. An der Reling hangele ich mich nach hinten, denn nur ganz am Ende gibt es eine Sitzmöglichkeit - die einzige - an Deck. Mit dem Rücken zum zerrenden Fahrtwind, der übergezogenen Windjacke, festgeklammert an der Reling und dem Blick nach hinten habe ich jetzt mein Plätzchen gefunden, um der Insel Kalimantan näher zu treten.

Flach ist das Land, durch das wir auf dem Rajang River rauschen. Ab und zu ist eine kleine Ortschaft am Ufer zu sehen und zwei Mal wird sogar angelegt. Einige steigen aus, andere steigen zu. Aber alle haben gewaltiges Gepäck dabei, denn allzuoft machen die Einheimischen sicher nicht solche weiten Fahrten. In früheren Zeiten mußte man auf solch einer Reise zudem um seinen Kopf bangen. Noch im 19. Jh. war die Kopfjagt gang und gebe. Erst die Weißen Rajas von Sarawak versuchten diese Unsitte einzudämmen. Es waren tatsächlich Weiße, die hier eine Dynastie gründeten. Der englische Abenteurer James Brook hatte 1835 erfolgreich dem Sultan von Brunei bei der Niederschlagung eines Aufstandes in Sarawak geholfen und bekam als Dank den vererblichen Titel Raja und Macht über Sarawak. In Kuching ist noch heute ein Palast von James Brook zu bewundern.

 Bitte klicken Allmählich wird die Umgebung etwas hügliger und die Felder weichen mehr und mehr dem Urwald oder Busch von Sarawak. Saftig grün werden die meist steilen, erodierenden Ufer des Rajang. Der Verkehr auf dem Fluss wird geringer, je weiter wir ihn hoch fahren. Alte Kähne ziehen vorbei und natürlich riesige Holzflöße aus dem tiefen Sarawak mit bis zu 200 abgeholzten Urwaldriesen. Einige Stämme haben sich aber auch selbständig gemacht und treiben den Rajang hinunter. Nicht ganz ungefährlich für die Schiffe, wenn es zu einer Kollision kommt. Unser Expressboot wurde extrem mit Eisenplatten am Bug verstärkt und so hört man nur ab und zu ein heftiges Krachen aus dem vorderen Teil, wenn es Zusammenstöße gibt.Erste Langhäuser der Ibans tauchen unmittelbar am Fluss auf. Noch nie habe ich welche gesehen; es gibt sie wohl auch nur auf Borneo. Auf Stelzen stehen diese Häuser und sie sind keineswegs homogen in der ganzen Länge gebaut. Je nach Notwendigkeit kommt ein neues Stück hinzu.

 Bitte klicken So gestückelt sieht ein Langhaus denn auch in seiner unterschiedlichen Form, Farbe und dem Blech- Holzmaterial aus. Lediglich die Höhe des Fußbodens, des Daches mit Neigungswinkel sind offenbar einzuhalten. Ein ganzes Dorf lebt auf diese Art und Weise recht praktisch unter einem Dach. Wird geheiratet, kann das Paar je nach Lust und Laune bei seinen oder ihren Eltern wohnen oder verlängert einfach das Langhaus. In Zeiten der Kopfjägerei bot so ein Haus natürlich besten Schutz vor Überfällen, zumal bei hohen Stelzen, die erst mal vom Feind zu überwinden waren. 5 - 6 m Höhe können solche Stelzen duchaus haben. Aber auch das Viehzeug wie Skorpione, Schlangen etc. wird vom Haus abgehalten und bei heftigen Regengüssen sowie Überschwemmungen der Flüsse - keine Seltenheit in Sarawak - bleiben die Füße der Bewohner hübsch trocken. Unser erstes Langhaus beim Ort Kapit liegt jedoch dummerweise jenseits eines Baches, so dass wir uns doch nasse Füße holen bevor wir die Treppe zum etwa 5 m über dem Erdboden stehenden Langhaus hinauf steigen können.

 Bitte klicken Hier ein Bild aus dem Inneren eines Langhauses der Dayaks. So ähnlich sieht es aber in allen dieser Langhäuser aus, mal neueren, mal älteren Datums. Dies allerdings ist besonders neu und mit bester Ausstattung. Die tiefer im Urwald liegenden sind meist grober und weit weniger akurat gefertigt. Beherrschend ist stets ein langer Gang, auf dem sich das öffentliche Leben der Dorfgemeinschaft abspielt. Hier sitzt man, hier klönt man, hier springen die Kinder und hier schlafen in aller Öffentlichkeit Touristen wie wir. Auf der Außenseite des Hauses (links) erhellen Fenster mit Läden oder auch eine Art Balustrade die überdachte Dorfstraße; diese Front ist meist zugleich die Flussseite und hier sind auch die Eingänge ins Langhaus. Die andere (Innen-)Seite der Dorfstraße führt in die einzelnen, neben einander und separat liegenden Wohnungen der Familien. Jedenfalls die Wohnung des Häuptlings, in der wir speisen dürfen, ist sehr geräumig, wenn auch - aus meiner Sicht - nicht gerade gemütlich. Da das Langhaus auf Stelzen steht, ist drunter reichlich Platz für den Abfall, das was aus dem Klo runter fällt und das was sonst noch runter geworfen wird. Die Schweine und Hühner danken es

 Bitte klicken In Sarawak haben sich die Eingeborenenstämme nicht nur die Köpfe abgeschlagen, sie mußten schließlich auch Sorge dafür tragen, dass immer ausreichend Nachwuchs zur Verfügung stand. Und wie fanden - und finden auch heute noch - die Geschlechter im Langhaus eigentlich zueinander, ist meine Frage an den Reiseleiter. Wir jedenfalls haben es mit dem Nächtigen auf der Hauptstraße im Langhaus offenbar ganz falsch gemacht. Ein Öllämpchen ist die Lösung des Rätsels, das die junge oder auch ältere unverheiratete Ibanfrau vor die Türe stellen muß. Nur dann weiß ein zufällig vorbei kommender Ibanmann, dass hier die Sehnsucht wohnt und er zwecks der Liebe auch eintreten darf. Es dürfen im Langhaus durchaus mehrere hinter einander die Öllämpchenbesitzerin besuchen. Wird die Dame nun allerdings mal schwanger, ist Holland in Not. Denn der letzte Besucher gilt im Langhaus als der Vater des Kindes und wird dazu gedrängt, das Mädchen zu ehelichen. Weigert er sich aber standhaft, dann wird das Kind in die Familie der Mutter aufgenommen und das Spiel mit dem Öllämpchen geht von vorne los

 Bitte klicken Diese abgeschlagenen Schädel baumeln noch heute auf der Hauptstraße im Langhaus der Ibans. Kein so toller Anblick über unserem Nachtlager, auch wenn wir keine Bedenken haben müssen, dass unsere Köpfe dort ebenfalls mal hängen könnten. Die heutigen Damen der Ibans, Kayans und Dayaks haben sich nämlich bereit erklärt, auf ihr allerschönstes Geschenk als Voraussetzung für die Gewährung von Liebe und Ehe zu verzichten. Ein ehrenwerter Charakterzug, den man den Borneofrauen bescheinigen muß. Brauchen sie doch jetzt auch keine Bedenken mehr zu haben, daß der eigene Gatte beim Anblick einer fremden, hübschen Iban, Dayak oder sogar Kayan Frau gleich seinen Kopf verliert. - Mutig spaziere ich denn vor dem Schlafengehen noch ein bißchen im Langhaus herum und halte nach Öllämpchen und hübschen Ibanfrauen Ausschau. Eine ganze Gruppe sitzt am Ende des Gangs, klönt dort - wie es auf der Welt nun mal Sitte ist - und läd mich freundlicherweise zum Mitklönen ein, bis Gabi mich samt Kopf sicherheitshalber ins Schlafgemach - ca. 100 Meter weiter auf selbiger Straße - zurückholt. Verstanden habe ich übrigens kein Wort.

 Bitte klicken Freundlich werden wir in allen Langhäusern begrüßt und aufgenommen. Zu keiner Zeit habe ich den Eindruck, dass mein Kopf alte Sehnsüchte bei den Dajaks, Ibans oder Kajans wecken würde. Die Moderne hat eben auch im tiefen Sarawak schon Einzug gehalten. Lange geschlitzte Ohren sind bei der weiblichen Jugend out, die Tätowierung bei Mann und Frau gleichfalls, wobei letzteres sicher verfrüht war, wie heutzutage die westliche Jugend vormacht. Viele Touristen verirren sich bis hinter Belage aber nicht, so dass wir als Exoten stets die volle Aufmerksamkeit des Langhauses haben. Natürlich wird erwartet, dass der Gast sich auch erkenntlich zeigt und z.B. Blusen, Shirts, Bonbons usw. überreicht. Wohlhabend sind die Stämme in Sarawak wirklich nicht, hungern braucht deshalb jedoch keiner.

Viel zu schnell ist der Besuch bei diesen interessanten Nachkommen der Kopfjäger vorbei. Das kleinere Expressboot bis Belaga nimmt uns wieder auf. Für einen kurzen Rundgang durch Belaga, das einem alten Westernstädtchen gleicht, reicht gerade noch die Zeit. Dann donnert der große Flieger mit uns den Rajang über Kapit nach Sibu zurück. Ich nehme meinen Platz draußen am Heck wieder ein und sehe die am Ufer stehenden Langhäuser jetzt mit ganz anderen Augen vorbei ziehen. Am späten Nachmittag ist in der Ferne die chinesischen Pagode von Sibu auszumachen und wir laufen in den Hafen der größten Stadt am Rajang ein. Noch heute startet das Flugzeug von Sibu in Sarawak nach Kota Kinabalu in Sabah, ganz im Norden der Insel Borneo.

In diesem Bericht sind nicht alle Bilder ausgewiesen. Unter dem Link 'photos' findet man die gesamte Bildergalerie.

Fortsetzung: Sabah auf Borneo


 



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