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Seite 3 vom Bericht Nepal







Unsere Reise nach Nepal im November 1993


-  II  -

Ghorepani ~ Punhill ~ Daulagiri



Unser Sherpa Führer wandert los. Er ist klein, drahtig, mit breitem, sympathischen Gesicht und - wie wir bald merken - ein typischer Sherpa, denn auch er kann problemlos die Berge rauf und runter rennen. Sie müssen wohl eine besonders leistungsfähige Lunge haben. Ich als Europäer und zudem noch Raucher sicherlich nicht; zumindest jedenfalls habe ich keine Lust, hier durch die Berge zu rennen. Wie immer, Gabi und ich gehen unseren eigenen Schritt und wir wollen dabei auch ausgiebig die phantastische Bergwelt um uns herum genießen. Schon bald laufen wir allein; die anderen sind mit dem Sherpa schnell außer Sichtweite. Nun, den Weg kann man nicht verfehlen und Abzweigungen sind im Himalaja gottlob recht selten.

 Bitte klicken Ein wunderschönes Wetter haben wir uns heute ausgesucht. Die Sonne lacht, es ist warm und der Himmel strahlend blau. Wir wandern unterhalb eines langen Bergrückens dahin und kommen langsam aber stetig immer höher hinauf. Der Blick nach rechts übers Tal ist schon auf der ganzen Strecke wirklich einmalig und beeindruckend. Das gewaltige, schneebedeckte Massiv des Annapurna erhebt sich auf der anderen Seite und nebendran ragt der kantige, fast 7.000 m hohe Machepuchere in den Himmel. Seine Spitze, eigentlich sind es zwei Spitzen in etwas unterschiedlicher Höhe, haben ihn im Jargon zu dem Fisch-Schwänzigen gemacht. Dieser Berg sollte auf unserer Tour mein Lieblingsberg werden und noch heute habe ich so einige Blicke auf den Riesen in fester Erinnerung. Ab und zu führt der Weg auch durch Wald mit knorrigem Baumbestand oder an Wiesen vorbei mit Tausenden von kleinen Blümchen. Und keine Menschenseele ist weit und breit zu sehen, nur hin und wieder fliegt ein Vogel auf oder wir hören ein Rascheln irgendwo im nahen Gebüsch. Das i-Tüpfelchen für mich ist jedoch die Vorstellung, hier und jetzt im Himalaja, dem höchsten Gebirge der Erde mit Gabi zu wandern und dabei tatsächlich auch die höchsten Berge der Welt zu sehen. Ich genieße es einfach.

 Bitte klicken Auf der Berghöhe sind Steinhäuser zu sehen, die wohl Ziel unseres Weges sind. Ein letztes steiles Stück noch und der kleine Ort ist erreicht. Es ist immer noch Dhampus, wie ich feststelle; offenbar das Zentrum, denn sogar kleine Guesthäuser gibt es hier und zudem eine Art Restaurant. Unsere Gruppe trifft sich wieder. Was mich aber erstaunt, so etliche andere Touristen laufen ebenfalls herum. Auch einige Typen, die - nach ihren völlig verfilzten Haaren und den unpassenden Klamotten zu schließen - europäische oder amerikanische Aussteiger sein dürften, lassen sich blicken. Unser Sherpa steht zusammen mit Claudio vor einer großen Reliefkarte der hiesigen Himalaya Region. Verschiedene Wege sind darauf eingezeichnet. Claudio hat sich gerade unsere Trekkingroute zeigen lassen. Leider komme ich etwas zu spät, um noch genaueres zu erfahren, denn Aufbruch ist schon angesagt. Vom Poonhill haben sie aber gesprochen und dem Weg dort hin, was mich etwas verwundert; denn diese Tour gehen wir ja gerade nicht. Wegen ihres Schwierigkeitsgrades hatten Gabi und ich die Buchung nicht gewagt.

 Bitte klicken Der kleine Tagesrucksack, den jeder von uns Trekkern dabei hat, wird wieder umgeschnallt und weiter geht's. Grob gepflastert ist die Dorfstraße, wie in allen Dörfern durch die wir kommen werden. Eine alte Frau sitzt auf dem Gehsteig vor ihrem Haus und webt ein langes Tuch oder sonst was. Ein Motiv wie aus vergangenen Zeiten. Sie läßt sich durch uns nicht beirren, schaut nicht auf, webt in aller Ruhe weiter. Die paar Häuser sind schnell außer Sichtweite und wunderschöner Wald mit hohen Laubbäumen umgibt uns. Der Bergrücken steigt nur leicht an und das Wandern ist angenehm auf dem weichen Waldboden. Eine der so wenigen Abzweigung kommt vorne. Wir nehmen den Weg nach unten. Erwartet hätte ich mehr den Weg geradeaus, der offenbar den Bergrücken gemütlich höher führt. Denn auf dem Bild im Katalog und nach der Beschreibung erschien mir der Machepuchare einer der Schwerpunkte des Trekkings zu sein. Der Fischschwänzige bleibt so aber auf der anderen Seite des Berges. Das Tal sieht mir zudem nicht gerade leicht aus; es scheint ausgesprochen tief sowie mit steilen Berghängen versehen zu sein. Und wenn man hinunter trekkt, muß man meist auch wieder hinauf, geht es mir durch den Kopf. Aber wahrscheinlich sind Abzweigungen doch nicht so selten, denn der Sherpa wird schon wissen, wie zu laufen ist.

 Bitte klicken Wir wandern abwärts. Nicht steil, aber stetig. Immer am Hang entlang geht der Weg, nur wenige Kehren nimmt er. Die sich eröffnenden Blicke sind phantastisch. Es ist ein tiefes, tiefes Tal, in das wir hinab blicken. Und von unten ziehen sich hunderte von schmalen Reisterrassen teils in sattem Grün oder Gelb die steilen Berghänge hinauf. Einsame Hütten lugen hier und da heraus und sogar kleine Ansammlungen von Häusern sind an den Hängen auszumachen. Auch Wald und Buschwerk ist reichlich in dieser Schlucht zu sehen. Es sind offenbar die Regionen, die für den Anbau von Reis, Kartoffeln, Bohnen etc. gar zu steil sind. Immer wieder reißen auch die Wolken auf und geben den Blick auf das Massiv des Annapurna und seine schneebedeckten Gipfel für kurze Zeit etwas frei. Das sind die Momente, die jeden von uns einhalten lassen, um nur noch zu schauen, zu schauen und zu genießen. Schnell ziehen die Wolken jedoch weiter oder die Bergwände nach oben und lassen nur noch erahnen, was sich dahinter verbirgt.

 Bitte klicken Nicht mehr allzuweit entfernt erscheint schon seit mindestens einer Stunde das Dörfchen Landrung am steilen Hang; doch es kommt kaum näher. Denn unser Weg zeichnet die weiten und zum Teil auch tiefen Bergeinschnitte nach. Zwischendurch geht's manchmal sogar wieder aufwärts, um einen Seitenhügel oder kleineren Zwischenberg zu überwinden. Lange Strecken führen durch herrlichsten Wald und so etliche Etappen erscheinen einem Märchenbuch entnommen. Moose, lange Baumflechten, Lianen, verwitternde Stämme abgestorbener Bäume und exotische Pflanzen geben sich hier ein Stell-Dich-Ein der Natur. Besonders geheimnisvoll wird es in dieser Welt vor allem dann, wenn von unten her kommende Wolkenschleier das Wirrwar durch ziehen und eine gewisse Düsternis um uns Wanderer verbreiten. Nur regnen braucht es dabei nicht unbedingt. Aber wir brauchen uns ja nicht zu beklagen; denn Regen werden wir auf der ganzen Tour nur wenig erleben. Das Wetter hält sich an seine Vorgaben. Im Sommer, der sog. Monsunzeit hat es bei hohen Temperaturen lang und ausgiebig zu regnen, im Winterhalbjahr dagegen bei blauem Himmel warm und trocken zu sein. Na also, deshalb trekken wir - wie es sich auch gehört - erst im November durch den Himalaya.

 Bitte klicken Nur selten taucht auf unserem Weg nach unten ins Tal eine Hütte oder ein Haus am Wegesrand auf. An einer offenbar uralten, wenig vertrauenserweckenden, dafür aber äußerst malerischen Hängebrücke über ein Bächlein (jedenfalls zu dieser Jahreszeit) finden wir gleich drei Häuser, die sogar bewohnt sind. Sehr idyllisch ist die Lage sicherlich, doch wovon leben die Menschen hier nur, überlege ich, als wir die Brücke glücklich überquert haben. Gabi und ich hatten den lieben Bernd, das Schwergewicht, erst mal vorgehen lassen, da wir Eheleute noch was zu besprechen hätten. Schwankend, aber heil erreicht er die andere Seite. Da unsere Besprechung noch nicht fertig war, ließen wir auch noch Sylvia voraus gehen. Auch sie schaffte es mit Bravour. Wir konnten unsere Besprechung jetzt beenden und uns - einer nach dem anderen - schwankend mutig ebenfalls auf die andere Seite begeben. Essenspause ist angesagt. Unsere voraus eilenden Sherpas haben schon alles vorbereitet. Die große Tischdecke, auf der auch wir selbst Platz nehmen, ist auf dem Boden ausgebreitet und aus den schweren Eisenpötten dampft das Essen. Einen Koch haben alle Trekking-Gruppen dabei und er versteht sein Fach. Die Mahlzeiten sind stets reichhaltig und lecker; es fehlt an nichts. Den Abschluss bildet im Himalaja natürlich immer die Tasse Tee.

 Bitte klicken Noch ein halbes Stündchen bleibt Zeit zum Ausruhen und und Ausstrecken auf der Tischdecke bis unsere Sherpas ihre gewaltigen Frachten wieder aufladen. Rund 10 DM bekommen sie pro Tag (hier natürlich in der nepalesischen Währung, die sich wie in Indien Rupie nennt) und sind damit durchaus Besserverdienende in Nepal. Angeheuert werden sie immer erst kurz vor einer Tour und jeder will dabei sein. Trotz der Schwerstarbeit haben sie immer ein Lächeln für uns übrig, wenn es auch mit der Verständigung manchmal etwas hapert. In Nepal spricht man nämlich hauptsächlich Nepali; es ist die Amtssprache und für die überwiegende Bevölkerung zugleich die Muttersprache. Mit Englisch kommt man hier allerdings auch recht gut durch, denn es findet sich fast immer einer, der es kann. - Durch einen gepflasterten, tiefen Hohlweg wandern wir weiter. Ein nettes Motiv bietet sich unverhofft, das ich mir nicht entgehen lasse. Drei kleine Kinder hocken vor einer strohbedeckten Hütte, jedoch nicht spielend zusammen, wie man annehmen sollte, sondern jedes für sich, mit ernster Miene und es scheint, dass sie über Gott, die Welt und die Schwernisse ihres jungen Lebens tief nachdenken. Ganz interessant auch ihre Unterwäsche, die jedenfalls die beiden Buben zeigen; nämlich keine, was sicher recht praktisch ist.

 Bitte klicken Immer tiefer geht es in das Tal hinab. Meine Zweifel an der Einfachheit unseres Trekkings steigen in gleichem Maße an. Die gegenüber liegende, steile und mit hunderten von schmalen Reisterrassen übersäte Talwand wächst immer höher auf und fängt an, meine Gedanken stärker zu beschäftigen. Auch der Punhill drängt sich mittlerweile öfter vor. Von meinem vagen Verdacht will ich Gabi aber lieber nicht erzählen. Es fängt ein bißchen an zu regnen, jedoch nur für kurze Zeit, dann scheint die Sonne wieder. Ein Taleinschnitt muß noch umgangen werden und die ersten Häuser von Landrung sind greifbar nah. Ob die Bewohner die wunderschöne Lage ihres Ortes überhaupt noch sehen, frage ich mich. Gemütlich geht's hier zu. Jedenfalls erscheint es so. Man hat Zeit, sitzt irgendwo vorm Haus, an der Straße, schaut aus dem Fenster auf die ankommenden Trekker, hat eine Beschäftigung oder auch keine. Ein fernab gelegenes Gebirgsdorf, wie es im Buche steht.

(In diesem Bericht sind übrigens nicht alle Bilder ausgewiesen. Unter dem Link 'photos' findet man die gesamte Bildergalerie)

Fortsetzung: Annapurna Trekking


 



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