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Unsere Reise nach Nepal im November 1993


-  VI  -

Naudanda ~ Trisuli ~ Chitwan NP



Zu meinem Erstaunen bleiben wir nicht unten im Tal, sondern unser Sherpa steigt nach Überquerung der ordentlich schaukelnden Brücke wieder kräftig aufwärts. Eine Frechheit, wie ich meine; aber was bleibt uns anderes übrig, als hinterher zu trekken. Eine Schaf- und Ziegenherde lass ich diesmal vor uns die Brücke testen. Die Tiere wollen nicht so recht, aber auch ihnen bleibt nichts anderes übrig. Für uns ist jetzt Eile geboten, denn es folgt eine schwer bepackte Eselkarawane, mit der ich nicht unbedingt zusammen auf der Brücke stehen will. Ich fotografiere sie lieber von gegenüber. Nach gut 2 Stunden ist der Bergkamm erreicht und auf der Höhe wandern wir jetzt entlang mit weitem Blick in Richtung Terai, dem Flachland von Nepal. Einige Dörfchen werden hier oben passiert und am späten Nachmittag ist das Ziel für heute erreicht. Es ist der Ort Naudanda mit tollem Blick auf den Machapuchre. Und wen treffen wir - fast schon vergessen - wieder? Unseren verlorenen Sohn in Gestalt der weiblichen Mechthild. Eine Urlaubswoche hat sie in Nagdanda verbracht und scheint mir sehr zufrieden, als sie uns so abgewrackt antrekken sieht. Gemeinsam geht's am nächsten Tag wieder hinunter ins Tal, aus dem wir gerade gestern von Birethani aufgestiegen sind. An der Abstiegsstelle mäandert das Flüsschen diesmal und bietet idealen Platz für Reisfelder und eine letzte Trekkingsrast der Gruppe bis der Bus kommt.

 Bitte klicken Irgendwann klappert unser alter Bus heran; er wird uns die wenigen Km bis nach Pokhara bringen. Tolle Stimmung breitet sich im Bus aus. Das Radio spielt laut und alle Sherpas - jetzt bar jeder Last und auf dem Heimweg - fangen zu singen an. Allzu rasch ist Pokhara, mit ca. 50.000 Einwohnern eine der größten Städte in ganz Nepal, erreicht. Leider halten wir auf dem Zeltplatz. Putz- und Flickstunde ist angesagt, jedenfalls für die Damen der Gruppe. Die Herren haben wichtigeres vor und schauen sich in Phokhara um. Viel Interessantes haben wir aber nicht gefunden und kehren alsbald zurück. Bernd ist glücklich, einer einheimischen Waschfrau sein verdrecktes Zeugs übergeben zu können. Leider hat er die Rechung ohne Beachtung der strengen Zuständigkeitsregelung gemacht. Jedenfalls erhebt sich ein riesiges Geschrei auf dem Campingplatz, da die für Bernd an sich zuständige Waschfrau Wind von dem dreckigen Handel bekommen hat. Aber auch andere Waschfrauen sehen nunmehr das Recht auf ihrer Seite und stimmen in das Gezeter mit ein. Bernd ist die Angelegenheit höchst peinlich und er druckst herum, statt - wie wir ihm genüsslich raten - ein Machtwort zu sagen. Irgendwann werden Bernds dreckige Klamotten aber unter allen gerecht aufgeteilt, Ruhe kehrt wieder auf dem Platz ein und jedes Waschweib zieht mit ihrer Beute aus Bernds schmutzigem Bestand davon. So sauber gekleidet und gebügelt wie am nächsten Tag, haben wir Bernd nie wieder gesehen. Sogar das Loch für den großen Zeh in seinem Socken hat er vergeblich gesucht.

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Noch ein Schmankerl ist laut Programm für heute Nachmittag eingeplant. Eine Fahrt mit dem Ruderboot auf dem Fewa See möglicherweise aber auch auf dem Phewa Lake, was jedoch identisch ist. Zwei bunte Boote werden gechartert. Wir dürfen jedoch nicht zu rudern, denn dafür gibt's wiederum Sherpas. Vor allem Bernd hat seine Lektion gelernt, sich ab jetzt strikt an derartige Zuständigkeiten zu halten. Es ist wirklich herrlich auf dem Fewasee. Tiefblaues, spiegelndes Wasser um unsere Boote, Berge um den See und dahinter - alles überragend - die weiße Kette des Himalaja. Eine Insel wird angesteuert, auf der eine feudale Lodge mit dem Namen Fish Tail errichtet ist. Wir dürfen sie besichtigen, durch die Gärten mit den vielen Orchideen und sonstigen exotischen Pflanzen wandern, in der Hängematte liegen um uns - zum Vorzeigen in Deutschland - dabei fotografieren lassen. Da es auf der Insel aber ungemütlich ruhig ist und die Preise die gute Laune verderben könnten, kehren wir nach zwei Stunden lieber zum Zeltplatz und zu unseren - freundlich grüßenden - Waschweibern zurück.

 Bitte klicken Die Nacht in Pokhara habe ich nicht so gut verbracht. Nur einen einzigen Stein habe ich unter dem Zelt offenbar übersehen und der lag frecherweise genau unter meinem Kreuz. Im Zentrum von Phokara macht der Bus nochmals Halt. Wir wandern ein bißchen herum, schauen einen Hindutempel von Außen an - für Nichthindus ist der Eintritt verwehrt -, und unser Führer erzählt, dass etwa 90 % in Nepal Hinduisten sind und nur circa 5 % Buddhisten. Der Rest Moslems und Christen. Mit diesem Wissen um die Gläubigkeit in Nepal fahren wir auf der schon bekannten Straße Richtung Kathmandu zurück. Nach drei Stunden ist die Brücke über den Trisuli River erreicht und damit auch der große Parkplatz, an dem jeder Bus und jedes Auto Station macht. Denn einen kleinen Markt und etliche Restaurants gibt es hier. Vor dem Rafting wollen auch wir uns nochmal stärken und ein neues Klo kennen lernen. Harmut ist aber nicht mehr der Erste, der an den beiden fetten Schweinen und Hühnern im kleinen Innenhof vorbei laufen muß, um das vollgesch... Örtchen zu erreichen. Die Ablaufstelle für unser Rafting ist nicht weit. Von oben herab sehen wir schon einige Schlauchboote auf den Trisuli treiben. Ob die Insassen Unglückliche sind, werden wir bald wissen. Keiner von unserer Gruppe hat nämlich Raftingerfahrung.

 Bitte klicken Steil geht's zum Trisuli runter und jeder sucht sich seine Ausrüstung zusammen. Paddel, Sturzhelm und Schwimmweste sind unsere neuen Utensilien mit denen wir auch gleich recht professionell wirken, selbst unsere Mechthild. Ein großes Schlauchboot nimmt uns auf und das zweifelhafte Abenteuer beginnt. Sehr ruhig fließt der Trisuli im engen Tal dahin. So können wir uns bestens an die neue Umgebung gewöhnen, das Paddel ausprobieren und den Helm fester schnallen. Die ersten Tropfen Wasser hat mir Mechthild bereits auf die Regenhose gekleckert. Der Sherpa beruhigt uns zwischendurch mit dem Hinweis, dass nur der Oberlauf des Trisuli kriminell sei, nicht aber der Unterlauf, den wir hier befahren. Sein Wort in Gottes Ohr. Steil ragen die Wände auf beiden Seiten in die Höhe. Es ist wunderschön, so gemächlich auf dem Wasser durch die Schlucht zu gleiten. Hoch über uns taucht ab und zu auch die Straße ins Terai auf; sie folgt im wesentlichen dem Trisuli und auf ihr fährt der Bus mit unseren Klamotten, dem Koch und einem weiteren Sherpa voraus. Sie bereiten das Nachtlager für heute am Fluss vor.

 Bitte klicken Weit vor uns ist kräuselndes Wasser auszumachen. Offenbar nähern wir uns jetzt der ersten Stromschnelle. Das Boot wird schneller und schon sind wir hindurch. Viel gemacht haben wir ja nicht. Lediglich der Steuermann mußte Kurs halten. Ich meine aber, allen ist jetzt etwas wohler in der eigenen Haut nach dieser ersten, gut überstandenen Hürde. Juhu, es kommt die nächste Stromschnelle, die schon etwas aufregender, da länger ist und dann die Übernächste. Wir gewinnen allmählich Spaß an der Sache. Nach weiteren spritzigen Erlebnissen wird Kurs aufs Ufer genommen; es ist Badestunde, die wegen des kalten Wassers allerdings zu einem Sonnenbad ausartet. Die Leinen werden losgemacht; die Strömung erfaßt uns wieder und treibt das Boot über weitere Stromschnellen den Trisuli hinab. Ganz cool sind wir schon beim Rafting und naß obendrein. Zwei Stunden später lassen wir uns gegen das Ufer treiben und finden die schon aufgebauten Zelte vor. Der Koch ist eifrig am Köcheln und es schmeckt - wie immer - vorzüglich.

Den ganzen Tag verbringen wir heute auf dem Trisuli. Eine Stromschnelle nach der anderen wird grandios überwunden. Und wir freuen uns immer schon auf die Nächste. Eine freche MarcoPolo Gruppe nähert sich und setzt mit ihrer Fregatte zum Überholen an, was wir natürlich nicht dulden können. Wider Willen setzt eine heftige Seeschlacht auf dem Trisuli ein. Erbittert wird mit Händen und Paddeln das Wasser hin- und herüber geschleudert, wobei sich vor allem Bernd durch großartigen Einsatz auszeichnet. Im gebührt auch der Verdienst, durch Hervorkramen des Eimers im Boot und dessen unermütlichen Wasserschwalls, den Feind in die Flucht geschlagen zu haben. Sie flüchten auf dem schnellsten Weg stromab. Gekippt oder untergegangen ist keins der Boote und wenn, 'einfach treiben lassen, bis man ans Ufer kommt', so jedenfalls der Sherpa. Wir schütteln alle mit dem Kopf, was in Nepal komischerweise ein Ja bedeutet.

 Bitte klicken Vor uns schäumt das Wasser diesmal besonders kräftig und es heißt für uns alle, die Richtung mit dem Paddel zu halten, um nicht auf die Felsen zu stoßen. Hinein geht es ins Vergnügen. Das Boot bäumt sich vorne steil, fast senkrecht auf. Die ganze Besatzung, rechts und links auf dem Außenwulst sitzend, rutscht und kippt nach hinten. Bernd, das Schwergewicht vor mir, kann sich auch nicht mehr halten und kracht voll auf mich drauf. Drei Paddel schwimmen im Wasser und nur mit Mühe bleibt die Gruppe halbwegs im Boot. Das Wasser wird ruhiger, wir können uns sortieren und ich vor allem Bernd wieder loswerden, der mich fast erdrückt hält. Die linke Brustseite schmerzt durch seinen Aufprall, gibt sich in den nächsten Stunden aber wieder einigermaßen. Erst zu Hause sollte ich feststellen, dass eine Rippe angeknackst war. Meine Frage an den Arzt, was zu machen sei, wurde lapidar mit 'Nischt' beantwortet. Am Übernachtungsplatz treffen wir wieder auf den in die Flucht geschlagenen Feind, die MarcoPolo Gruppe. Sie sitzt schon friedlich beim Abendessen. Ein herrlicher, warmer Sonnenuntergang am Trisuli beendet den Tag.

 Bitte klicken Nur noch den Vormittag haben wir heute auf dem Trisuli vor uns. Die Berge sind schon recht flach geworden; das Terai kündigt sich an. Der Fluß bleibt gezähmt und wir treiben gemütlich auf ihm weiter abwärts. Jeder hängt seinen Gedanken nach, nur Harmut diktiert eifrig in sein Mikrofon, dass wir gerade unter einer Hängebrücke durchfahren, mehrere Häuser am Ufer stehen und uns einige Kinder von dort heftig zuwinken. Das Rafting geht leider zu Ende, der Bus erwartet uns schon. Die letzten Hügel bleiben hinter uns und durch Felder geht die Fahrt ab jetzt. Eine große Ortschaft wird durchquert, in der das Leben nur so pulsiert. Chaotisch ist der Verkehr und mühsam quält sich der Bus hindurch. Zwei Kühe haben es sich auf der Straße bequem gemacht und schauen uns mit großen Augen wiederkäuend an. Um ihre Heiligkeit wissen sie offenbar und danken es der Stadt als Müllschlucker. Selbst Papier, Kartonage und sonstiges wird gefressen. An Gemüseständen ist für die Heiligen allerdings auch Schluß, dort gibt's höchstens einen Tritt in den A... Der Chitwan Nationalpark mit seiner wunderschönen Lodge ist erreicht. Die Zivilisation hat uns endgültig wieder.

 Bitte klicken Der Chittwan NP ist nicht übermäßig groß, etwa die doppelte Fläche von Bremen hat er jedoch schon. Bis gegen 1950 war die Region Jagdgebiet für die Rana-Herrscher und Staatsgäste. Es wurde geschossen, was sich bewegte. In nur 11 Tagen soll der englische König George 18 Rhinozerosse und 39 Tiger abgeknallt haben. Der Bestand an Nashörnern war denn auch auf ca. 100 Tiere gesunken. Mit Einrichtung des Parks erholte sich die Spezies bis 1986 wieder auf 354 Nashörner und wächst weiter an. Man nennt sie die indischen Nashörner. Sie sind etwas kleiner als die Afrikanischen und haben auch wesentlich kleinere Hörner. Stark geschützt werden sie heutzutage vor Wilderern. Selbst Soldaten sind zum Schutz der Tiere im Park abgestellt und sie dürfen auf Wilderer ohne weitere Vorwarnung schießen. Ein weiteres Problem stellen die Bauern dar, die immer wieder versuchen, Teile des Chitwan Parks zu roden und als Ackerland nutzbar zu machen.

(In diesem Bericht sind übrigens nicht alle Bilder ausgewiesen. Unter dem Link 'photos' findet man die gesamte Bildergalerie)

Fortsetzung: Kathmandu Tal


 



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