Seite 1 vom Bericht Argentinien Patagonien

home  |  überblick  |  cuevas  |  fitzroy  |  glaciar  |  torres  |  fuego  |  route  |  photos

Seite 3 vom Bericht Argentinien Patagonien







Reise nach Argentinien Patagonien im Dez/Jan 1996


II

San Lorenzo ~ Fitz Roy Massiv



 click, für großes Bild in neuem Fenster Ich bin nicht in dieses saukalte Gletscherwasser des Lago Posao gegangen, auch wenn es mich noch so klar und grünlich anschimmerte. Zur Vorsicht hatte ich die Badehose schon gar nicht mitgenommen. Komisch, nur alle Frauen gehen rein; Frauen müssen wohl doch ein dickers Fell als Männer haben ;-)  Wir sind auf einer Wanderung entlang des Lago Posao und hoffen hier noch Pfeilspitzen oder sonstige Relikte der ausgestorbenen Indianer zu finden. Wir finden aber nichts und leider wird auch das Wetter immer schlechter. Dennoch macht es Spaß im Uferfels herum zu klettern und von höherer Warte auf den See zu schauen. Eine mit Schilf bewachsene Bucht des Posao wird schließlich erreicht, in der sich Kormorane, alle möglichen Enten und Schwarzhalsschwäne tummeln. Eine Zeitlang schauen wir ihrem Treiben zu, obgleich der inzwischen eingesetzte Regen und Wind heftiger wird.

 click, für großes Bild in neuem Fenster In der Bucht mit den Gänsen und Enten wächst aber nicht nur Schilf, sondern hier treffen wir erstmalig auch auf Sträucher mit den Calafatebeeren. Ein bekanntes Sprichwort in Patagonien besagt: Wer von den Calafate Beeren ißt, der kommt nach Patagonia zurück. Da es uns in Patagonien gefällt, machen wir uns denn an die Arbeit. Stachlig sind die Äste und man muß die Beeren vorsichtig abzupfen. Dunkelblau sind sie und haben die Größe von Heidelbeeren. Im Geschmack erinnern die Kalafate Beeren aber eher an Preiselbeeren. Mit unserem Picknick im Freien wird es nichts. Der Regen ist zu stark und wir flüchten ins Dorfhotel von Lago Posao. Bei einem sehr, sehr teuren Tässchen Tee erzählt Julio aus dem Leben und den Bräuchen der hier ehemals lebenen Indianer und zeigt einige Fundstücke aus der Gegend.

 bitte klicken Heute steht eine Wanderung nahe dem Monte San Lorenzo auf dem Programm. Dummerweise erscheint aber unser Busfahrer nicht; er läßt uns einfach sitzen. Der Hosteria Besitzer hat jedoch Erbarmen und springt ein. Mit Allrad ist man in Patagonien unterwegs, sonst kann man jedenfalls die Anden oder wie man hier sagt, die Cordillera de Los Andes, schnell vergessen. Erst mal geht die Fahrt am herrlich blauen Lago Cerrenes entlang und dann auf die Höhe. Der Blick hinunter auf den Lago und die schneebedeckten Berge außenrum wird immer schöner, je höher es geht. Die Straße wird dagegen immer schlechter je weiter wir uns jetzt vom Lago Cerrenes entfernen.

 bitte klicken In diesem Tal wollen wir uns dem Massiv des Monte San Lorenzo nähern. Schneebedeckt zeigen sich die höheren Berge. Ich schätze die Schneegrenze auf ca. 2.800 m. Die höchste Erhebung ist natürlich der Monte San Lorenzo mit recht stattlichen 3706 m. Unser Weiterkommen wird schwieriger. Der heftige Regen gestern hat die Bäche kräftig anschwellen lassen und Brücken sind in den Anden rar. Trotz unseres Allrades, wir schaffen es nicht. Sch... Unser älterer Bergführer weiß in diesem Gebiet aber eine Alternative und so steigen wir bergauf. Durch herrliche, mit Blumen übersäte Almwiesen kommen wir und imposante Blicke eröffnen sich auf die Schneefelder des San Lorenzo. Nur langsam wandern wir höher, da die uns umgebende Natur alle begeistert und fotografiert werden muß. Inmitten eines Blumenhangs wird Picknick gemacht.

 bitte klicken Immer höher steigen wir hinauf. Ein herrliches Bergplateau wird erreicht an dem Gabi und drei weitere Frauen Siesta mit Blick auf den San Lorenzo halten wollen. Der Rest wandert weiter denn es lohnt sich. Die Sicht auf die Bergwelt wird noch spektakulärer. Und der Wind nimmt zu, er wird zu einem regelrechten Sturm. Wir können uns kaum auf den Beinen halten und flüchten hinter den Fels auf dem Bild, um das Panorama des Monte San Laurenco zu genießen. Der Rückweg führt wieder auf das Plateau, wo die 4 Damen es sich zwischen den Blumen bequem gemacht haben und ein idyllisches Bild abgeben. Ingelore steckt sich gerade ein Sahnebonbon aus dem Lunchpaket in den Mund und warnt: 'Seid vorsichtig, das sind die reinsten Blombenzieher' als es auch schon passiert ist, nämlich ihr. Die Krone hängt im Sahnebonbon. Ingrid, die Reiseleiterin, macht Mut. In etwa 10 Tagen kämen wir in einen Ort mit Zahnarzt; der könnte sie dann behandeln. Da das Essen bei Ingelore aber dennoch klappt, kann sie bald schon wieder lächeln.

 bitte klicken Heute ist Fahrtag. Das Massiv des Monte San Laurenzo, die Hosteria Furiosa, der Lago Cerrenes und Lago Posao liegen schon hinter uns. Auf der Routa Nacional 40, die Argentinien von Nord bis Süd durchquert, fahren wir mal langsam, mal schnell, je nachdem wie gut die Straße ist. Und die Routa ist mal wahnsinnig breit, mal aber auch nur ein schmales Sträßchen. Welche Idee dahinter steckt, ist mir unbekannt geblieben. Außerhalb der Anden geht's im flacheren Gebiet nach Süden. In der Ferne ist die schneebedeckte Cordillera de los Andes aber meist erkennbar. Wie es in Patagonien nicht anders sein kann, auch wir haben unseren Platten. Nun, eine willkommene Abwechslung ist es jedenfalls für uns Touristen. Man kann sich die Beine vertreten, ein typisches Bild von Patagonia schießen und den Fahrern bei der Arbeit zuschauen.

 bitte klicken Eine unendliche Weite durch die wir fahren, schnurgerade Schotterpiste, rechts und links nur Steppe. Kein Mensch, kein Auto ist über weite Strecken zu sehen. Wir kommen am riesigen Lago Cardiel vorbei. Wieder ein See, der trotz seiner Größe bei uns doch völlig unbekannt ist. Nicht eimal die Namen hat man jemals gehört. Der Mittagsstop wird in einer Hazienda gemacht. Für Ingelore geht damit ein Traum in Erfüllung, denn ländliches Leben mit Hund, Pferden, Rindern, Schafen ist ihre Sehnsucht. Und einen Gaucho, der hier allein wirtschaftet, bekommt Ingelore noch dazu. Ein Traummann schwärmt sie wörtlich: 'kräftig, gedrungen, mit durchlöchertem Hut - die Romantik in Person'. Sie bleibt in seiner Nähe, trinkt Mate (Tee) mit ihm, läßt sich Haus und Hof, Stall, Herrenhaus und noch 2 Schädel von Pumas zeigen, die ihr Traummann persönlich erlegt hat - wider geltendes Recht. Der Abschied fällt Ingelore schwer, dem Rest der Busbesatzung weniger. Irgendwann wird der grünlich schimmernde, gewaltige Lago Viedma erreicht und an seinem Ende gegen Abend auch das Fitz Roy Gebirgsmassiv, unser Ziel mit der Ortschaft El Chalten.

 bitte klicken Eine phantastische Kulisse bietet sich uns am Abend. Sehr viel später hätten wir wirklich nicht kommen dürfen. Das gesamte Gebirgsmassiv des Fitz Roy mit der Nadelspitze des Monte Cerro Torre wächst vor uns aus der Ebene auf. Und das Schönste, die Bergspitzen sind frei. Denn wann ist das mal der Fall. Auch wir werden sie nicht nochmals zu Gesicht bekommen.
Wegen der rotierenden Sitzplätze im Bus sitze ich heute dummerweise ganz hinten. Und unser Bus fährt mit herunter geklappten Sonnenblenden genau auf das Massiv zu. Ja, wie soll ich da was sehen? Trotz dieser Einmaligkeit eines freien Fitz Roy und Cerro Torre Massivs keine Spur von einem Stop. Wir seien schon spät dran und das Hotel könnte anderweit vermieten, höre ich von vorn. Komisch, alle anderen akzeptieren offenbar. Wie man auf dem Bild gut sehen kann, ich habe nicht akzeptiert. (Ein Bett habe ich auch noch bekommen.) Alle schwärmen jetzt allerdings aus und es wird - auf Teufel komm raus - fotografiert. Allen Ernstes, ich wäre ansonsten ausgestiegen und auf dieses Panorama die letzten 10 km nach El Chalten zugelaufen. Trotz des Stops habe ich es mir noch überlegt und später bedauert, es nicht getan zu haben.

 bitte klicken Im Ort El Chalten angekommen, haben die Wolken den Fitz Roy fast schon wieder verhüllt. Wenn sie aber aufreißen ist es ein toller Blick auf das Massiv. Bevor ich meine Klamotten im Zimmer unterbringe will ich aber noch die letzte Helligkeit ausnutzen, um das Panorama und etwas vom Ort El Chalten zu sehen. El Chalten wird oft als aufstrebender Sommer- und Wintersportort beschrieben. Es sind aber kaum mehr als 20 Häuser, die hier stehen und der Ort bietet nicht viel. Dennoch ist er stets Ausgangspunkt für alle Bergsteiger und Wanderer im gesamten Fitz Roy Gebiet. Unser Hotel liegt etwas außerhalb und gleicht mehr einer Jugendherberge. 4-Bett-Zimmer und je 2 Betten über einander. Die Dusche und Toilette für 8 Personen. Alles ist aber sauber und die Herbergsmutter sehr freundlich und hilfsbereit. Hier werden wir auch Silvester verleben.

 bitte klicken Wir haben offenbar Glück, das Wetter ist heute gut. Wir wollen eine Wanderung zum Basiscamp am Monte Fitz Roy machen. Und auch die Lagunga Capri soll besichtigt werden. Unser Bergführer Elvio ist bereit. Er ist ein Aussteiger, der Ozeanologie studiert hat, jedoch die Berge lieber mag. Von El Chalten geht's erst mal steil bergauf bis die Höhe erreicht ist, hinter der es dann recht eben weitergeht. Ein herrlicher Pfad durch fast mannshohes Buschwerk führt in Richtung des Fitz Roy Massivs. Der Monte selbst ist jedoch noch durch nahe Berghänge verdeckt. Ein idyllischer Bergsee mit ein paar Enten läd zu kurzer Rast ein. Wald wird durchquert, in dem große Schmarotzerpflanzen einige Bäume befallen haben. Und dann endlich wird der Blick auf das ganze Fitz Roy Massiv frei.

 bitte klicken Staunend genießen wir dieses unglaubliche Panorama auf das Fitz Roy Gebirge. Es wirkt irgendwie irreal, wie eine gemalte Kulisse für eine Veranstaltung. So unwirklich habe ich eine Landschaft noch nicht erlebt. Ich kann mich von dem Anblick kaum losreißen. Die Spitzen des Monte Fitz Roy und Cerro Torre sind natürlich - wie kaum anders zu erwarten - in Wolken gehüllt. Vielleicht macht das heute aber auch den besonderen Reiz aus. Wolkenfrei werden wir das Massiv zum Vergleich leider nicht erleben. Dennoch sind wir heilfroh, das gesamte Massiv überhaupt in solcher Schönheit gesehen zu haben. Es ist hier absolut nicht selbstverständlich.

 bitte klicken In einem breiten und langen Tal wandert unsere Gruppe - stets mit dem Blick auf das phantastische Fitz Roy Massiv - in Richtung des Fitz Roy Basis Camp. Hin und wieder müssen auch kleinere Bäche überquert werden. Manchmal ist nur ein Sprung nötig, ein anderes mal muß ein Baumstamm herhalten, auch wenn es eine wackelige und oft unsichere Angelegenheit wird. Brücken gibt es hier keine; sie würden bei der Schneeschmelze im Frühjahr auch weggerissen. Auf dem Bild ist übrigens der Weg hinauf zum Gletscher des Fitz Roy erkennbar, den wir nehmen werden.

 click, für großes Bild in neuem Fenster Das Basiscamp des Fitz Roy ist nicht viel mehr als ein Zeltplatz unten im Tal. Unmittelbar nebenan beginnt der Pfad auf den Fitz Roy und er geht zunächst recht steil nach oben. Ingelore hat Bedenken wegen ihrer Hüfte beim späteren Abstieg und bleibt mit Marlies lieber unten. Wir andern steigen los. Bald schon wird es angenehmer, da der Weg jetzt schräg den Hang hoch zieht und nicht mehr so steil ist. Durch Geröllfelder kommen wir, je höher es geht. Und stetig haben wir den Blick auf den Fitz Roy und die ihn umgebende Gletscherwelt. Die Wolkenhaube um die Spitze bleibt aber leider stets an Ort und Stelle. Dennoch eine schöne Wanderung in Patagonia.

Fortsetzung: Fitz Roy - Perito Moreno


 



Seite 1 vom Bericht Argentinien Patagonien

home  |  überblick  |  cuevas  |  fitzroy  |  glaciar  |  torres  |  fuego  |  route  |  photos

Seite 3 vom Bericht Argentinien Patagonien





argentina Chili Cile Argentine chile Reisebericht pics images pictures imágenes grafika immagini imagens rapporto rapport image récits de voyage, voyages Report on a journey Reports Ameryka Informes viajes viaje del recorrido retratos picture imagem immagine information informationen informations información pic informaciones informazioni informacao Viaggi Viaggio Viagem Viagens Journeys Reiseberichte patagonia Sur Sul South America Sud Amérique América Reise Reisen Bild Bilder Süd Amerika Argentinien patagonien tierra del fuego informacion travelogues Amerique Terre de Feu fuoco glaciers land fire foto fotos estreito de Magalhaes Strait penguin argentyna penguins pinguine pinguin photos patagonie beagle canale kanal détroit magellan glacier ande andes ghiacciaio anden ghiacciai geleiras fogo geleira hornos kap hoorn patagônia.