Seite 3 der Reise nach Thüringen und Sachsen

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Überblick der Reise nach Thüringen und Sachsen







Unsere Reise nach Thüringen und Sachsen



~~   Bad Schandau ~ Elbsandsteingebirge ~ Königstein ~~

  IV  



Beidseitig von Wiesen ist die Elbe eingefaßt, gegenüber grasen sogar Kühe. Einen Promenierweg gibt es aber auch und der geht offenbar endlos am Fluss entlang. Am Behindertenparkplatz hat Gabi ein großes I für Information gelesen. Freundlich werden wir dort begrüßt und aus dem Computer die freien Zimmer herausgeholt. Ein Prospekt zeigt gleich die Häuser und ob der Hund durchgestrichen ist oder nicht. Das Gasthaus zum Bären hat ihn rot durchgestrichen und daher wissen wir auch schon, wo wir während des Aufenthaltes in Bad Schandau jedenfalls nicht essen gehen werden. Das Hotel Lindenhof mit 3 Sternen zeigt einen vollgültigen Hund, sieht sehr ansprechend in seinem Stuck aus, der Preis ist vernünftig, wird also gebucht. Wir haben es nicht bereut, sondern sogar verlängert. Groß ist das Zimmer mit Balkon. Lotti muß erstmalig in einem fremden Haus, fremden Zimmer sofort alleine bleiben; wir wollen die Koffer aus dem Auto holen. Ohne jedes Bellen besteht sie diese Prüfung, was ihr natürlich ein Leckerli einbringt.

Das Haus gegenüber hat ein Gartenlokal und da gerade Mittagstisch ist, gehen wir mal rüber. Pfifferlinge in Rahmsauce mit Knödel lese ich, natürlich unter 10 Euro. Besser kann's nicht schmecken und das unter dem Blätterdach einer Linde. Deshalb können wir auch sitzen bleiben, obgleich es leicht zu nieseln anfängt und auch donnert. Wohlig noch einen Kaffee hinterher und die Sonne läßt sich wieder sehen. Für einen Spaziergang an der Elbe entscheiden wir uns, damit Lotti an der langen Leine Auslauf hat und ab und zu ein Bad nehmen kann. Ein hübsches Häuschen steht an der Straße neben dem anderen, mit kleinem Garten außen herum. Frische Farbe haben sie fast alle; denn auch hier hatte das Hochwasser böse Spuren hinterlassen. Der Pegelstand ist manchmal aufgemalt. Das lange Ende von Bad Schandau ist erreicht, der schöne Spazierweg hört ebenfalls auf. Nur noch der kleine Ort Schmilka kommt dahinter und dann schon die Grenze zu Böhmen. Da Tschechien jedoch zur EU gehört, könnte man ohne Kontrolle an der Elbe weiter laufen.

Wir gehen aber den Spazierweg wieder zurück. Am Wellness-Hotel fließt ein kleiner Bach in die Elbe und an seiner Einmündung paddelt friedlich ein Entenpaar auf dem Wasser. Für Lotti schlicht eine Frechheit. Umgehend macht sie den Beiden Beine, oder besser Flügel und paddelt dann selber an der langen Leine herum. Eine Gruppe Wanderburschen kommt vorbei, hält, macht Witzchen über Hund und Frauchen, wandert weiter direkt ins nahe Gartenlokal. Auch für uns keine schlechte Idee, hat man doch von dort einen schönen Blick auf die Elbe. Ein mondänes, nagelneues Elbeschiff liegt am Ufer; es wartet offenbar auf die Rückkehr seiner Passagiere. Ein nostalgischer Raddampfer kommt elbaufwärts und legt ebenfalls an. Viel Schiffsverkehr ist ansonsten aber nicht. Nach dem köstlichen Bier Marke Rademacher freuen wir uns schon auf das Abendessen. Und da wiederum auf die erste Probe von Wein aus Sachsen. Denn auch in Sachsen wird Wein angebaut, insbesondere an der Elbe, wie wir schon gestern bei Pillnitz erstaunt sehen konnten. Er schmeckt uns Rheinländern durchaus gut.

Ein sonniger Tag steht an. Zum Frühstück muß Lotti wieder auf dem Zimmer bleiben. In Quedlinburg hat sie es ja schon bestens gelernt. Stolz sind wir auf diese gute Erziehung; andere Gäste mit Hund beneiden uns darum, wie sie offen gestehen. Die Bastei wollen wir heute besuchen, wobei mir noch nicht recht klar ist, worum es dabei genau geht. Zu Fuß wäre es zu weit, also nehmen wir den Wagen. Aus dem Tal der Elbe führt die Straße raus auf die Höhe. Eine Art Hochebene liegt vor uns mit Feldern, Wiesen und Wäldern. Nach links geht der Blick aber noch übers Elbetal und einige Tafelberge dahinter. Ein Stop für ein Photo muß hier sein; unser Auto wird dabei von Caravans fast eingebaut. Mal wieder eine Umleitung, wie so häufig in den neuen Bundesländern. Durch ein tiefes, wunderschönes, bewaldetes Tal erreichen wir aber doch noch auf der anderen Seite hoch oben den Ort Hohnstein mit seiner gleichnamigen Burg. Eine Burg wie aus dem Bilderbuch, halt so, wie ich mir als keiner Bub eine Burg vorgestellt habe. Die Ritter und Burgfräulein sieht man hier förmlich, aber auch die Schmachtenden im dunklen, tiefen Kerker.

Groß sind die Entfernungen in der sächsischen Schweiz wirklich nicht. Selbst bei meiner Fahrweise ist der Abzweig zur Bastei bald erreicht. An einem schon gut gefüllten Parkplatz heißt es aussteigen und laufen. Ganze Busladungen sind unterwegs, was dafür spricht, dass die Bastei was Besonderes sein muß. Eine Ahnung davon sieht man jetzt schon durch die Bäume. Ein Seitenweg führt vor bis zum Abgrund und endlich wissen wir, was es mit der Bastei auf sich hat. Ein Sandsteingebirge pur liegt unter und vor uns. Sind wir hier wirklich in Deutschland und nicht irgendwo im Canyongebiet der USA ? fragt man sich unwillkürlich. Felstürme ragen von tief unten herauf, zerklüftet ist das ganze Tal und überall wachsen diese Türme mal breiter, mal schmäler. In Schichten von mehreren Metern sind sie aber alle aufgebaut und diese klar voneinander abgegrenzten Schichten setzten sich in den gegenüber liegenden, steilen Felswänden fort. Hell, fast weiß ist das Gestein und ganz unten und ganz oben dann das satte Grün des Waldes. Ein phantastischer Anblick ... und das in Sachsen! Ich bin platt.

Nicht satt genug kann ich mich sehen. Gabi entdeckt sogar Kletterer an den Felsnadeln. Zwei sitzen bereits auf der Spitze einer Nadel, die kaum größer als 2 qm sein dürfte, ein Dritter hängt noch am Seil und arbeitet sich langsam nach oben. 20 m Höhe dürfte diese schmale Felsnadel schon haben, geht mir durch den Kopf. Gott sei Dank muß ich da nicht hinauf. Der Hauptweg endet an einem luxuriösen Hotel mit großer Restauration sowie Menschengedränge. Auch ein paar Hunde sind dabei, was Lotti schwanz-wedelnd begrüßt. Am Restaurant schräg abwärts wandern die meisten Leute, andere kommen herauf. Also gehen auch wir mal abwärts, entscheiden uns dann für rechts und stehen vor einer hohen, schmalen Stufen-Leiter. Auch hier Gedränge. Gabi bleibt mit Lotti erst mal unten; mit dem nächsten Schub steig ich nach oben und ... bin wieder platt.

Auf dem Kopf eines Felsturms bin ich hier angelangt; unmittelbar nebenan noch überragt von weiteren Zinnen des Bergstocks. Berauschend der Blick hinunter zur Elbe. Fast senkrecht, tief, tief unten fließt sie vorbei. Zwischen den beiden Tafelbergen Königstein und Lilienstein kommt sie hervor, macht einen majestätischen Bogen um den Lilienstein, dann einen weitern Bogen, um unmittelbar an der Steilküste entlang auf uns zu zu kommen. Nach der anderen Seite verliert sich der Elbelauf im Dunst bei Dresden. So etliche weitere Tafelberge erheben sich hier und da, wie etwa der Papststein, Zschirnstein und auch andere ...steine. Steine werden sie hier genannt, da es keine Berge sein sollen. Den Unterschied habe ich jedoch nicht kapiert. Bis hin zu den Bergen der Böhmischen Schweiz geht die phantastische Sicht. Gabi hat Lotti einfach über die Schulter genommen und ist jetzt ebenfalls rauf geklettert. Auch sie ist von diesem Panorama begeistert.

Den linken Abzweig wollen wir ebenfalls erkunden, denn dort gehen die meisten Leute hin. Und schon wieder sind wir platt. Örtlich genau zwischen unseren beiden bisherigen Plattheiten öffnet sich eine tiefe Schlucht aus der beidseitig gewaltige Felstürme bis zu uns und weiter herauf ragen. Faszinierend zudem: Die Zinnen direkt vor uns sind durch eine alte, dekorative Steinbrücke verbunden, so dass man bequem an und über den Abgründen hin und her spazieren kann. Geht man ganz drüber und noch ein bißchen weiter, was ohne Gefahr möglich ist, kommt man an ein winziges Häuschen, an dem man Eintrittskarten kaufen kann. Nur wofür? erscheint uns etwas sächsisch. Eine mittelalterliche Felsburg soll ehedem hier existiert haben, lese ich. Daher wohl auch der Name Bastei. Und tatsächlich, die verschiedenen Zinnen, Stufen und Köpfe von Felstürmen bilden durch mehrere Holzbrücken, Treppen, Stege eine natürliche, quasi uneinnehmbare Festung. Sogar eine große Steinschleuder und Zisterne ist noch zu besichtigen.

Eine zeitlang genießen wir die herrliche Aussicht von hier oben. Unten im bewaldeten Grund entdecken wir noch einen kleinen blau-grünen See und zu unserem Erstaunen auch eine offene Sandstein-Bühne mit Sitzplätzen im Halbrund. Eine grandiosere Lage dürfte man sich kaum vorstellen können. Einen kleinen Abstecher auf einen der hier höchsten Felstürme wollen wir noch machen. Allerdings nicht senkrecht nach oben, wie der einsame Kletterer in der Wand auf halber Höhe (schon vom Zuschauen kann einem schlecht werden). Nein, wir nehmen den kurzen Trampelpfad, die Leiter und dann die Eisenbrücke rüber auf die Spitze des Turms. Sogar Lotti ist huckepack mit dabei. Warum umständlich ... Eine Suppe mit Blick hinunter ins schöne Elbetal genehmigen wir uns noch vor der Weiterfahrt. Vielleicht sollten wir uns für eine Nacht hier oben mal einquartieren, ist mein Gedanke.

Zeit haben wir heute noch. Deshalb schlage ich Gabi vor, rüber zur Festung Königstein zu fahren. Über die Elbe müssen wir dann allerdings. Vielleicht klappt es ja in Wehlen. Ein Dorf Wehlen und eine Stadt Wehlen gibt es kurz hintereinander. Die Stadt hat aber auch nicht viel mehr Häuser als das Dorf und über die Elbe kommen wir ebenfalls nicht mit dem Auto. Also müssen wir nach Pirna und in den schon bekannten Stau. Was soll's. Das Schild "Festung Königstein" taucht auf und dann ein großer Parkplatz, jedoch erheblich unterhalb der Festung. Unser Versuch oben zu parken, scheitert an Verboten. Aus der Stadt Königstein kommen allerdings hübsche Bimmelbähnchen herauf, die man für das letzte Stück nehmen könnte. Wir laufen aber, um den Eindruck dieser Festung beim Näherkommen zu verinnerlichen. Denn so ein gewaltiges Ding habe ich erst ein Mal in meinem Leben gesehen und das in Rajasthan, die Festung Jodhpur.

Noch einige Meter geht's durch Wald aufwärts, dann stehen wir vor der Mauer. Himmelhoch ragt sie auf. Gewaltig, kraftstrotzend, wahrlich uneinnehmbar. Fasziniert schauen wir senkrecht nach oben. Eine unglaubliche Wucht strahlt diese Mauer aus. Einen Festungsgraben gibt es natürlich auch, der überquert werden muss, um zum Eingangstor zu kommen. Ein Seil hängt von oben herab und ich will es nicht glauben, Bergsteiger sind hier am Werk. Sie machen sich hoch oben gerade fertig zum Abstieg. Um eine weitere, leicht schräg in den Himmel ragende Mauerkante müssen wir herum, dann geht 's wieder aufwärts bis zum Eingangstor und zum Häuschen mit der Kasse. Billig sind die Eintritte bisher noch nie gewesen; aber man sieht stets, es wird was dafür getan. Deshalb hab ich auch nie gemault. Zwar sind wir jetzt in der Festung, doch vor uns wächst eine zweite, ebenso gewaltige Mauer mit weiterem Eingangstor auf. Ein großes Wappen in Stein gehauen ziert die Mauer; es ist das Wappen des polnischen Königs, steht zu lesen. Unglaublich, also war auch hier wieder August zu Gange, mit welchem Titel auch immer.

Fortsetzung: Elbsandsteingebirge



 

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